Christa Reichhard

1. Wie schätzen Sie die derzeitige Situation von Homosexuellen in Deutschland ein?
Positiv festzustellen ist, daß Homosexuelle heute weder verfolgt noch sonst irgendwie diskriminiert werden. In unserem Land herrscht ein Klima der Toleranz gegenüber Homosexuellen. In unserem Land gilt das verfassungsrechtlich garantierte Recht auf freie Entfaltung der Person: Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben selbst zu gestalten.

2. Wie setzt sich Ihre Partei vor der Wahl mit dem Thema Homosexualität auseinander, sind Lesben und Schwule für Sie eine interessante Wählergruppe?
Ich lehne nach wie vor die rechtliche Gleichstellung mit der Ehe ab, denn die Ehe ist das Leitbild der Gemeinschaft von Mann und Frau. Sie ist die beste Grundlage für eine gemeinsame Verantwortung von Mutter und Vater in der Erziehung der Kinder. Aus diesem Grunde genießt die Ehe eine besondere Privilegierung, deren Gründe - so hart dies auch klingen mag - immer bedacht werden müssen.

3. Was wird sich im Falle Ihrer Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl für Homosexualle verändern? / Was wollen Sie in der Opposition in diesem Bereich bewegen?
Ich denke, daß es keine Veränderungen geben wird, da die jetzige Politik zu dem guten Zustand der Toleranz beigetragen hat. Für die Intoleranz einiger Weniger ist die Politik nicht verantwortlich zu machen.

4. Ein Schwuler / eine Lesbe als Kanzler - pro oder contra?
Ich messe einen Kanzler an anderen Maßstäben als an seinen sexuellen Neigungen. Diese wären mir egal.

Arnold Vaatz

1. Wie schätzen Sie die derzeitige Situation von Homosexuellen in Deutschland ein?
Sie sind im Grundgesetz gleichberechtigt vor dem Gesetz. Daß sie keine formalen Ehen miteinander eingehen können, halte ich allerdings für gerechtfertigt. Ich schließe mich in dieser Frage der Argumentation an, die meine Kirche vertritt. Als Außenstehender glaube ich, daß es wenige Länder gibt, in denen sich Homosexuelle freier zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen können als in Deutschland.

2. Wie setzt sich Ihre Partei vor der Wahl mit dem Thema Homosexualität auseinander, sind Lesben und Schwule für Sie eine interessante Wählergruppe?
2. Mein Interesse für die konkreten Probleme eines Bürgers ist prinzipiell unabhängig von dessen sexueller Orientierung. Als Wähler ist jeder Mensch für mich interessant.

3. Was wird sich im Falle Ihrer Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl für Homosexualle verändern? / Was wollen Sie in der Opposition in diesem Bereich bewegen?
Ich will dazu beitragen, daß ihre Rechte und Freiheiten sich nicht vermindern.

4. Ein Schwuler / eine Lesbe als Kanzler - pro oder contra?
Ich habe mich noch nie nach der sexuellen Orientierung eines Menschen auch nur erkundigt, weil mir das - außer bei meiner Frau - egal ist. Ich werde es auch künftig nicht tun. Auch bei keinem Bundeskanzler und keiner Bundeskanzlerin. Ich werde deshalb auch niemanden wegen seiner sexuellen Orientierung wählen oder nicht wählen. Bestimmt nicht wählen werde ich unabhängig davon einen Menschen, der seine sexuelle Orientierung für eine besondere Leistung hält und wie eine Monstranz vor sich herträgt.

Der Fragebogen - CDU