Drag-Abend in der Staatsoperette

Die Dresdner Staatsoperette veranstaltete am 12. November in Zusammenarbeit mit Gerede e.V. einen Themenabend mit dem Mancini-Stück "Victor/Victoria" mit anschließenden Party im Restaurant "Fledermaus".

Das Musical erzählt von Victoria, einer englischen Sängerin, die nach einer mißlungenen Peter Bause Tournee im Paris der dreißiger Jahre gestrandet ist und nun ein neues Engagement sucht. In einer Bar lernt sie den schwulen Toddy kennen, dem prompt ein Ausweg aus ihrer Misere einfällt. Victoria wird zu Victor, der als Damenimitator auftritt und zum Liebling von ganz Paris avanciert. Peinliche Verwicklungen lassen allerdings nicht lange auf sich warten und spätestens als Victoria ihren (streng heterosexuellen) Traummann kennenlernt, ist das Chaos perfekt.

Flott inszeniert und souverän gespielt konnte die Inszenierung trotz einiger Schwächen bei den Tanzeinlagen und der musikalischen Qualität überzeugen. Höhepunkte waren ein ungewohnt tuntiger Peter Bause als Toddy und Katherine Mehrling als paradeblonde Katherine Mehrling Gangsterbraut Norma, die zum Publikumsliebling des Abends avancierte.

Die Party nach der Vorstellung begann leider mit einer verpatzten Anmoderation und dem vergeblichen Versuch, die Gäste zum Tanzen zu animieren. Kurz darauf mischten sich dann aber die Hauptdarsteller ins Publikum und Katherine Mehrling interpretierte Chansons von Edith Piaf. Von den Gästen mit anhaltendem Applaus zur Rückkehr auf die Bühne gezwungen, gab sie mehrere Zugaben. Mit Marianne Rosenbergs "Marleen" zug sie schließlich das gesamte Publikum auf ihre Seite und das Problem der fehlenden Stimmung löste sich von allein. Anschließend gehörte die Tanzfläche wieder den Besuchern, und die (leider nicht sehr zahlreich vertretenen) Drag Queens und Kings konnten sich von ihrer schönsten Seite zeigen.

MaN

Victor vent party