Lukas Moodysson melancholische Teenager-Komödie "Raus aus Åmål"

Åmål ist ein trostloses Kaff. Nichts los in dieser schwedischen Kleinstadt, und nach Stockholm ist es weit. Elin ist 17, blond, selbstbewußt und will berühmt werden. Miss Schweden vielleicht oder Schauspielerin. Auf alle Fälle raus aus Åmål. Auch die introvertierte Anges fühlt sich unwohl. Schon drei Jahre lebt sie hier, aber immer noch hat sie keine Freunde gefunden. Zu ihrer Geburtstagsparty kommt man nur, weil man Szene aus sich dort ein paar Jungs erhofft, die man noch nicht kennt. All ihre Gefühle und Sehnsüchte vertraut Agnes nur ihrem Tagebuch an, das sie in ihren Computer tippt. Und sie hat viele Gefühle – für Elin. Ausgerechnet für diese aufgekratzte Selbstdarstellerin. Aber was tun?

Der erste Spielfilm des 30jährigen Regisseurs Lukas Moodysson ist ein Glücksfall. Ein Coming-Out-Film voll trauriger, komischer, rührender Momente. Eine Lovestory mit allen Komplikationen, die eine erste Liebe mit sich bringt.

"Fucking Åmål" (so der Originaltitel) geht zwar ordentlich zu Herzen, aber ist alles andre als larmoyant, sondern herzergreifend und klasse. Das fand auch die Teddy-Jury bei den Berliner Filmfestspielen und vergab den Preis in diesem Jahr an Lukas Moodysson.

Axel Schock

FUCKING ÅMÅL
Regie Lukas Moodysson
Mit Alexandra Dahlström, Rebecca Liljeberg, Mathias Rust
Schweden 1999
89 min
Kinostart: 2.12.

Coming-out im IKEA-Land