Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag

Während die Präsenz von HIV und AIDS in den Medien und im Gedächtnis der Menschen immer weiter abnimmt, bleibt das Immunschwächesyndrom auch weiterhin problematisch und ist aktueller denn je. Zwar wurden erhebliche Fortschritte in der medizinischen Forschung, insbesondere auch im therapeutischen Bereich, erreicht, die das Leben von HIV-Infizierten deutlich verlängern können, aber von der Möglichkeit einer Heilung oder Impfung ist man noch Jahre entfernt. Trotzdem scheinen immer mehr Leute die Bedrohung der eigenen Gesundheit zu ignorieren oder das Risiko der HIV-Infektion bewußt in Kauf zu nehmen: "Bareback-Sex" heißt der neue zweifelhafte Trend nicht nur bei schwulen Männern, absichtlich auf das Kondom beim Sex zu verzichten.

Nicht nur deswegen erscheint es wichtig, HIV und AIDS hin und wieder in das allgemeine Bewußtsein zurückzurufen – und das nicht nur am 1. Dezember, dem Welt-AIDS-Tag, der in diesem Jahr unter dem offiziellen UN-Motto "Listen, Learn, Live" steht. Mit unterschiedlichen Aktionen in der Öffentlichkeit und diversen Veranstaltungen machen die AIDS-Hilfen in Kooperation mit anderen Vereinen und Organisatoren darauf aufmerksam, daß HIV und AIDS auch weiterhin aktuell sind, und daß man sich durch einfache Safer Sex-Spielregeln schützen kann, ohne Lust und Spaß am Sex zu verlieren. Gerade in den neuen Bundesländern besteht dank der spezifischen Situation mit (noch) relativ geringen Betroffenenzahlen eine reelle Chance zur Prävention!

Doch es geht dabei auch um mehr. Es geht darum, AIDS nicht nur als Krankheit weniger Betroffener wahrzunehmen, denn AIDS gefährdet nicht nur das körperliche Wohl der HIV-Infizierten, sondern bedroht auch ihre Gefühle, Wünsche und Hoffnungen, ihre Familie und Partnerschaft – die Liebe. Um zu unterstreichen, daß AIDS mehr ist als Krankheit und Tod, sondern die Beziehungen und die Liebe zwischen den Menschen verletzen kann, hat die AIDS-Hilfe Dresden e.V. in diesem Jahr ein besonderes Motto: "A l'amour blessé – Für die verletzte Liebe". Als Symbol wurde eine rote Rose gewählt: ihre Farbe erinnert an die Liebe, die Dornen an die Verletzbarkeit. Um dieses Anliegen zu vermitteln, sollen deshalb am Welt-AIDS-Tag rote Rosen an die Passanten überreicht werden.

Aber man sollte sich nicht nur am 1. Dezember an AIDS und Safer Sex erinnern – sich selbst zuliebe.

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A l'amour blessé