Tausend und eine Kreuzberger Nacht
Der 17-Jährige Murat (Baki Davrak) ist Türke, er ist Berliner und er ist schwul. Noch lebt er wohlbehütet bei seiner Mutter und seinem älteren Bruder Osman (Hasan Ali Mete), der die kleine Familie ernährt. Doch immer öfter spürt Murat den Drang, aus diesem traditionellen türkischen Leben auszubrechen, will sich und sein Schwulsein auskosten. Er wagt sich in die schwule Subkultur, in nächtliche Parks oder türkische Transvestitenbars, wo er auf seinen von der Familie verstoßenen und verheimlichten anderen Bruder trifft: Lola (Gandi Mukli). Er tritt im Glitzerfummel mit orientalischem Bauchtanz in diesen Bars auf. Sein
Freund Bili (Erdal Yildiz) gibt sich betont männlich und träumt von einem ganz normalen Familienleben mit Lola, der sich dafür einer Geschlechtsumwandlung unterziehen müßte. Doch dazu wird es nicht kommen, Lola wird ermordet. Bili glaubt zu wissen, daß der Mörder nur in einer Gruppe von rechten Schlägern zu finden sein kann. Gemeinsam mit Murat stellt er ihnen eine Falle und es folgt ein blutiger Showdown. Der wahre Schuldige jedoch scheint ungeschoren davonzukommen ...
"Lola und Bilidikid" ist der dritte Spielfilm des türkischen Regisseurs Kutlug Ataman, der eine hoffnungsvolle aber zugleich auch tragische Geschichte erzählt, in der sich die schwule Subkultur und türkische Traditionen berühren. Dabei geht es weniger darum, die türkische Schwulen-Szene Berlins zu porträtieren, sondern vielmehr um die Persönlichkeit Murats, der seine eigene Identität sucht und lernen muß, sich selbst zu akzeptieren.
Der Film feierte im Februar in Berlin Premiere und startete am 11. März bundesweit. Die Starttermine für die sächsischen Kinos standen bei Redaktionsschluß noch nicht fest.
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