Das neue Lokal in der Neustadt

Bereits im Oktober konnte das Lokal "Cats" auf der Alaunstraße 61 seine Neueröffnung feiern. Mit den beiden Betreiberinnen Tina und Lisa, die zuvor in Chemnitz mit der "Marleen" und in Dresden mit dem "Blue One" vertreten waren, sprach Gegenpol-Redakteur Jens Stündel.

Am 27. Oktober habt Ihr das "Cats" eröffnet. Was hat Euch dazu bewegt?

Lisa: Wir hatten schon mit dem "Blue One/Sektor 3" eine gastronomische Location, wo wir auch ganz gezielt das Publikum erreichen wollten, welches wir vorher in Chemnitz mit der Gaststätte "Marleen" angesprochen haben. Über die Gründe, warum das "Blue One" nach reichlich vier Monaten schließen mußte, wurde ja mehrfach berichtet. Unser Ziel war es, hier in der Neustadt etwas Langfristiges zu machen, also eine neue Location zu suchen. Mit dem "Cats" haben wir hier in der Alaunstraße ein ziemlich gutes Objekt gefunden.

Welches Publikum wollt Ihr konkret erreichen?

Lisa: Wir sprechen gezielt die Queers aller Couleur an, also Menschen, die schwul oder lesbisch leben; aber natürlich auch Leute, die zu anderen "Randgruppen" zählen, wie die TV/TS. Dazu gehören wir ja selbst und dadurch besteht eine enge Verbindung. Wir wollen aber auch das tolerante Hetero-Publikum nicht ausschließen, deswegen ist das "Cats" auch keine Klingelbar. Nur gewaltbereites Publikum und Leute, die zu stark in die Flasche schauen, die möchten wir nicht haben.

Cats-Eröffnungsveranstaltung Maika Kusskowa bei der Eröffnung des Cats

Nun habt Ihr dem Café ja den Namen "Cats" gegeben. Warum?

Lisa: Grundsätzlich haben wir nach einem Namen gesucht, der einprägsam ist. "Cats" deshalb, weil Katzen nachtaktiv sind, deshalb auch unser Slogan "the night is our". Die Botschaft lautet: Wir sind da, um hier das Leben ausleben zu können, wie wir es wollen, das etwas buntere, schillernde Leben.

In der Neustadt hat sich der letzten Zeit einiges entwickelt. Es entstanden einige Szenecafés. Wie hebt sich das "Cats" von anderen ab?

Lisa: Wir wollten ein Lokal mit gemütlichem Fluidum. Und in der nächsten Zeit werden wir auch verstärkt auf Events setzen, die noch mehr Leben bringen. Wir bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei einem insgesamt sehr reichhaltigen Angebot. Wir haben unsere eigene Note, schon aufgrund der beiden Menschen, die hinter dem "Cats" stehen, Lisa und Tina. Wir werden oft persönlich hier sein und versuchen, unseren Stil einzubringen. Wichtig ist uns auch, den persönlichen Kontakt zu pflegen.

Tina: Bisher ist es uns mit den drei Gaststätten immer gelungen, einen Platz innerhalb der Szene zu finden. Wir hatten einen wirklich guten Erfolg mit der "Marleen" in Chemnitz, wir hatten stets ein volles Haus und auch sehr gute Pressemeldungen. Wir haben es verkauft, weil wir nach Dresden gezogen sind. Auch der Start vom "Blue One" und "Sektor 3" war toll, bis auf das Mißgeschick mit dem Eigentümer. Wir hatten bisher immer eine richtige Nase, und ich hoffe, daß wir hier die Nase wieder haben.

Was habt Ihr in Zukunft vor? Gibt es noch andere Pläne?

Lisa: Vordergründig werden wir versuchen, unser Lokal zu etablieren. Wir wollen, daß es gut angenommen wird und wir vielleicht noch mehr Stammpublikum gewinnen können, als wir es bisher haben. Wir werden noch an kleinen Sachen feilen, die Nutzung des hinteren Raums ist zum Beispiel noch unklar. Der Schwerpunkt liegt aber auf den Events. Wir sind aber offen für neue Aktivitäten. Wir arrangieren uns im nächsten Jahr auch ganz gezielt im ambulanten Bereich der Gastronomie. Wir könnten uns vorstellen, beim "Tag der Sachsen" präsent zu sein. Beim CSD natürlich auch, wenn wir da gefordert werden.

Was erwartet uns demnächst im "Cats"?

Lisa: Das wichtigste ist im Dezember unsere Silvesterparty. Da wollen wir richtig Highlights bieten. Wir haben Cats, DJ's, Travestieshow und natürlich auch ein sehr gutes Getränke- und Speiseangebot.

Tina: Die Veranstaltungen werden dann sukzessive ausgebaut, je nachdem, was das Publikum will. Wir werden sehen, was zur Alaunstraße paßt. Wir haben gespürt, daß wir hier in die Alaunstraße integriert sind, und die hat eben ein anderes Flair als die Louisenstraße. Das heißt, wir haben auch anderes Publikum hier. Wir werden sehen was uns die Zukunft bringt, und wir freuen uns darauf.

Ich bedanke mich für das Gespräch!

Katzen unter Dresdens Dächern