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Augenmerk des Monats: Welt-AIDS-Tag

Fr., 1. Dez., 20.15 h, RTL II
2. Teil: 22.15 h, (dazwischen: Big Brother)
Spielfilm
It's my Party
(It's my Party, USA 1995, B+R: Randal Kleiser, D: Eric Roberts, Gregory Harrison, Marlee Matlin, Olivia Newton-John u.a.) Der schwule Architekt Nick lebt trotz AIDS-Erkrankung ein erfolgreiches und zufriedenes Leben. Kurz vor Weihnachten jedoch eröffnet ihm sein Arzt, daß er bald wegen eines Hirntumors ins Koma fallen wird. Nick beschließt, mit einer Party von Freunden und Familie Abschied zu nehmen und seinem Leben selbstverantwortlich ein Ende zu setzen. Eine Entscheidung, mit der sein soziales Umfeld nur schwer zurechtkommt. In diesem Jahr zeigt RTL II als einzige Sendeanstalt einen Spielfilm zum Thema ... und hat sich zudem noch einen der besten ausgesucht. Kompliment.

Fr., 1. Dez. 0.40 h, WDR
Dokumentation
Rückblende - Dezember 1981: AIDS, die neue Bedrohung
(ca. 15 min, R: Florian von Stetten) Im Winter 1981 tauchen in den Medien erstmals Nachrichten über eine bislang unbekannten Krankheit auf, die einen tödlich endenden Zusammenbruch des körpereigenen Immunsystems verursacht. Ihre Übertragungswege konfrontieren die Gesellschaft mit einer Verbindung von Sexualität und Tod, eine soziale und medizinische Herausforderung sondergleichen.

Sa., 2. Dez., 20.15 h, 3sat
Wdh.: Sonntag, 3. Dez., 11.00 h, WDR
Konzert
7. festliche Operngala für die AIDS-Stiftung
Prominente und Opernfans treffen sich alljährlich zu einer Galaveranstaltung zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung in der Deutschen Oper in Berlin. Das Who-is-Who der Opernwelt gibt Klassisches zum Besten, moderiert auch in diesem Jahr vom unnachahmlichen LORIOT.

Sa., 2. Dez., 22.15 h, Pro7
Spielfilm
Copykill
(Copycat, USA 1995, R: Jon Amiel, D: Sigourney Weaver, Holly Hunter u.a.) Non-Gay-Favourite mit Lechzfaktor, aber nichts für schwache Nerven: Die Kriminal-Psychologin Helen lebt nach einem knapp überlebten Attentat durch einen Serienkiller psychisch destabilisiert und zurückgezogen in ihrem Apartment. Als eine neue Mordserie die Stadt in Schrecken versetzt, sucht Polizistin Monahan (Holly Hunter) den Rat der Spezialistin, die zunächst nur widerwillig kooperiert. Bald stellt sich heraus, daß die Morde eigens für Helen inszeniert sind und sie selbst das letzte Opfer sein soll.

So., 3. Dez., 0.25 h, Sat1
Spielfilm
Liberace - Ein Leben für die Musik
(Behind the Music, USA 1998, R: David Greene) Verfilmte Biografie des schillernden und exzentrischen Showstars, hinter dessen spleenig-aufwendigem Lebensstil sich ein einsames, im Grunde tragisches Schicksal verbarg. Zahllose Affären mit jungen Männern konnten seine Sehnsucht nach Geborgenheit letztlich nicht erfüllen. Liberace starb 1987 im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer HIV-Infektion.

So., 3. Dez., 0.30 h, WDR
Spielfilm
Lebewohl, meine Konkubine
(CH/Hongkong/Taiwan 1993, R: Chen Kaige, D: Leslie Cheung u.a.) Schon als Kinder beginnen die beiden Schauspielschüler Dieyi und Xiaolou die harte und grausame Ausbildung an der Peking-Oper. Der zierliche Dieyi wird zum Frauendarsteller bestimmt – denn auch die Frauenrollen dürfen nur von Männern verkörpert werden - der robuste Xiaolou wird sein Freund und Beschützer. Ihr enges Verhältnis spiegelt sich in ihren Bühnenrollen: König Chu mit seiner Konkubine Yu. Als Xiaolou heiratet, zerbricht die Freundschaft der beiden an Dieyis Eifersucht. Vor dem Hintergrund der dramatischen politischen Ereignisse des Jahrhunderts erleben beide ihre persönliche Tragödie.

So., 3. Dez., 0.50 h, ZDF
Fernsehfilm
Verborgene Gefühle
(Change of Heart, USA 1998, R: Arvin Brown) Elaine und Jim führen eine harmonische amerikanische Mittelstandsehe, ihre beiden Kinder Sarah und Jesse sind dem Schulalter und dem elterlichen Heim fast entwachsen. Unvermittelt wird die Familie mit der bislang verheimlichten Homosexualität des Vaters konfrontiert und reagiert zunächst schockiert und verletzt. Als der Sohn einen schwulen Schulkameraden zusammenschlägt und dafür vor Gericht gestellt wird, müssen sich alle ihren Gefühlen stellen.

Mo., 4. Dez., 0.00 h, Arte
Wdh.: Dienstag, 12. Dez., 2.25 Uhr, Arte
Kurzfilm
Muttertag
(16 min, La Fete des mères, F 1998) Kleiner heiterer Film von Regisseur Chris van der Stappen ("Mein Leben in Rosarot"): Nach 32 Jahren möchte sich Sacha ihrer Mutter gegenüber outen. Der gewählte Zeitpunkt ist das Muttertagswochenende, eine geplante Thalasso-Entspannungskur für die Mutter soll die Stimmung lockern. Allerdings hat Sacha nicht mit der eisernen Entschlossenheit ihrer Mutter gerechnet, sich durch nichts und niemanden ihre Entspannung rauben zu lassen.

Fr., 8. Dez., 23.15 h, 3sat
Spielfilm
Der Liebhaber
(BRD 1999, R: Claudia Bachmann) Jana verliebt sich in den Studienfreund ihres Vaters, welcher 20 Jahre zuvor Selbstmord beging. Sie macht dabei eine Entdeckung, die ihr Leben erschüttert: Ihr Vater war homosexuell und der Studienfreund sein Liebhaber. Der gelungene Debüt-Spielfilm von Regisseurin und Kamerafrau Claudia Bachmann gewinnt seine dramatische Spannung aus der Ambivalenz zwischen der Bi- und Homosexualität der Figuren.

Fr., 8. Dez., 0.00 h, TV.B
Spielfilm
Seid nett zu Mr. Sloane
(Entertaining Mr. Sloane, USA 1969, R: Douglas Hickox, D: Beryl Reid, Peter McEnery, u.a.) Verfilmung eines Theaterstücks des britischen Schriftstellers Joe Orton aus dem Jahr 1963, mit einem für seine Epoche absolut gewagten Stoff: Ein gutaussehender junger Stricher wird von einem latent schwulen Mann mit nach Hause genommen, wo dieser mit seiner altjüngferlichen Schwester zusammenlebt. Zwischen den Geschwistern entbrennt ein subtiler Machtkampf um die Zuneigung des (nicht ganz harmlosen) jungen Mannes.

Fr., 8. Dez., 2.00 h, N3
Wdh.: Mittwoch, 13. Dez., 21.45 Uhr, Bayern 3
Spielfilm
Die Bankiersfrau
(La Banquière, F 1980, B+R: Francis Girod) Herausragend besetztes Gesellschaftsporträt nach einem authentischen Fall. Paris im Jahr 1921: Die schöne und kluge Emma Eckhert (Romy Schneider), die wegen einer lesbischen Liaison im Gefängnis saß, steigt durch die Heirat mit einem vermögenden Geschäftsmann in die High Society auf und eröffnet - von ihrer neuen Geliebten Camille unterstützt - ihre eigene Bank. Doch ein einflußreicher Konkurrent (J.-L. Trintignant) bringt sie mittels einer öffentlich angestrengte Untersuchung ihrer Geschäfte zu Fall.

So., 10. Dez., 6.00 h, Sat1
Spielfilm
Ein ungleiches Paar
(The Dresser, GB 1983, R: Peter Yates, D: Albert Finney, Tom Courtnay u.a.) Wegen der frühen Sendezeit wohl eher eine Video-Empfehlung, aber dennoch unverzichtbar: Dieser hochkarätige Film um einen alternden Schauspieler und seinen schwulen, aufopferungsvollen Garderobier, der von ihm schikaniert wird, wurde für mehrere Oscars nominiert, gewann den Silbernen Bären der Berlinale und einen Golden Globe für Darsteller Tom Courtney als Garderobier.

So., 10. Dez., 20.15 h, ARD
Fernsehkrimi
Tatort – Bienzle und das Doppelspiel
(R: Hartmut Griesmayr, D: Dietz Werner Steck, Günther-Maria Halmer, Maren Kroymann u.a.) Maren Kroymann hat es mal wieder auf die Mattscheibe geschafft. Und sie darf tatsächlich eine Hetera spielen: Als Ex-Freundin von Kommissar Bienzle hilft sie tatkräftig beim Renovieren einer neuen Wohnung und bringt damit sein Privatleben ein wenig in Unordnung. Zugleich ist sie als Sekretärin ein nützlicher, weil inoffizieller, Kontakt ins Vorzimmer des Gewerkschafters Hans Damm, gegen den Bienzle in diesem Fall ermittelt.

So., 10. Dez., 20.15 h, VOX
Spielfilm
Familienfest und andere Schwierigkeiten
(Home for the Holidays, USA 1995, R: Jodie Foster, D: Holly Hunter, Robert Downey Jr., Anne Bancroft, Geraldine Chaplin u.a.) Claudia Larson (Holly Hunter), gerade recht heftig vom Schicksal gebeutelt, fährt widerstrebend zum Thanksgiving-Dinner nach Hause, wo sich die Familie im "trauten" Kreis um den Truthahnbraten versammelt, auch Claudias schwuler Bruder Tommy mitsamt vermeintlichem Liebhaber. Die "liebe Familie" liefert sich alsbald ein Psycho-Drama erster Güte und voller unfreiwilliger Komik. Jodie Foster - noch immer nicht out, trotzdem heiß geliebt - führte Regie.

Di., 19. Dez., 23.10 h, Arte
Dokumentation
Die letzte Diva - Hildegard Knef
(BRD 2000) Filmporträt von Birgit Schulz als Hommage an eine außergewöhnliche Frau mit einem außergewöhnlichen Leben, die sich als Tabubrecherin und Außenseiterin der deutschen Unterhaltungsindustrie immer einer Mythisierung durch das spießige Nachkriegsdeutschland entzog. Am 28.12.2000 feiert die Grande Dame ihren 75. Geburtstag.

Mi., 20. Dez., 21.40 h, Arte
Dokumentation
Zarah Leander – Die Diva der Deutschen
"Ich sag nicht ja, ich sag nicht nein"
(BRD 2000, R: Gero von Boehm). Die Schwedin mit der irritierend dunklen, androgynen Stimme wurde von der NS-Propaganda-Maschine der UfA zum deutschen Filmstar aufgebaut, später in ihrer Heimat wegen ihrer Karriere unter den Nazis geschmäht. "Die Leander" blieb statt dessen das Idol der Deutschen, und ein vor allem von Homosexuellen verehrter Star.
Spielfilm im Anschluß: "La Habanera" (Deutschland 1937, R: Detlef Sierck)

Di., 26. Dez., 20.15 h, Sat1
Spielfilm
Die Hochzeit meines besten Freundes
(My Best Friend's Wedding, USA 1998, R: Paul J. Hogan, D: Julia Roberts, Cameron Diaz, Rupert Everett) Unser Rupert brilliert in der Rolle des schwulen Busenfreundes von Julia Roberts, welche die Verlobte ihres Traummannes ausstechen und die bevorstehende Hochzeit verhindern will. Eindeutig eine der besseren US-Komödien mit schwuler Nebenfigur!

Do., 28. Dez., 22.05 h, Arte
Spielfilm
Erdbeer und Schokolade
(Fresa y chocolat, Kuba/Mexico/Spanien 1993, R: Tomás G. Aléa, D: Jorge Perrugoria, Vladimir Cruz u.a.) Sinnliche und gefühlvolle Tragikomödie über den kubanischen Alltag und eine schwule Liebe im Zwiespalt zwischen aufrichtigen Gefühlen und verbohrten politischen Idealen.

Anne-K. Jung

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