Ein Kommentar eines Gastes

Für viele Leser gehören weite Wege zum schwul-lesbischen Szenealltag. Wenn mann/frau am Sonntagabend die Partylaune überkommt und die EasySchorre in Halle wie so oft die einzige Möglichkeit ist, um die Woche zu beschließen.

Da hier die Party bereits 22 Uhr beginnt, lohnen sich die langen Anfahrtswege durchaus. Als sicherlich bekannteste Gay-Disco im mitteldeutschen Einzugsgebiet ist die Schorre in gewisser Weise schon zur Institution geworden.

Dennoch läßt sich in letzter Zeit feststellen, dass immer weniger Besucher den Weg nach Halle finden, besondere Anlässe wie Ostern oder Weihnachten einmal ausgenommen. Gründe dafür lassen sich sicher nicht nur auf die gestiegenen Benzinpreise oder Partymüdigkeit zurückführen, wohl aber auf den immer gleichen Ablauf einer "Schorre-Nacht".

Hauptverantwortlich dafür ist zu hohem Maße die Musikauswahl des DJs, der im immer gleichen Muster für die Stimmung zu sorgen versucht. Wechselte man sich früher noch regelmäßig mit anderen Discjockeys ab, bestimmt seit geraumer Zeit ein aus Halle stammender DJ das, was zu gefallen hat. Wünsche werden zumeist dann beachtet, wenn sie ins Konzept passen, weniger oft gespielte Titel finden selten die Zustimmung oder werden mit den Worten "sogar das spielen wir hier" abqualifiziert.

An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, wer denn nun die Musik in einer Diskothek bestimmen sollte. Natürlich hat ein DJ das Recht, die Musik zu spielen, die seiner Meinung nach die beste Stimmung schafft und zu der am meisten getanzt wird. Doch letztendlich entscheidet der Geschmack des Publikums, also sollten Einzelwünsche durchaus beachtet werden. Auch die zunehmenden Kritiken und Beschwerden vieler (Stamm-)Gäste dürfen nicht länger überhört werden, verwandelt sich die Schorre sonst noch in einen x-beliebigen Technoschuppen, für den es sich nicht länger lohnt, mehr als 100 km zu fahren.

Ron

Schorre, but not Easy