Thom Fitzgeralds "Beefcake"

Sein Fotoatelier wurde Metro-Goldwyn-Mizer genannt, denn was Bob Mizer auf seinem Privatgrundstück errichtet hat, war die reinste Traumfabrik. Film: Beefcake Die jungen Männer, die sich hier für Fototermine einfanden, müssen sich wie Hollywoodstars vorgekommen sein, auch wenn bei den wenigsten der Wunsch in Erfüllung ging: Nur zwei der muskulösen Models, Steve Reeves und Joe Dallesandro, konnten sich später im Filmgeschäft etablieren.

Regisseur Thom Fitzgerald hat für seinen halbdokumentarischen Film "Beefcake" einige Veteranen der amerikanischen Bodybuilder-Szene interviewt, die überwiegend heterosexuell und sich gar nicht der schwulen Bewunderer bewußt sind, welche die von Bob Mizer herausgegebene Sportillustrierte "Physique Pictorial" erregt durchblätterten. Eine Ausnahme ist der durch seine Andy-Warhol-Filme berühmt gewordene Dallesandro, der ganz offen zugibt, männliche Kunden bedient zu haben.

Da es sich bei Bob Mizer um eine sehr blasse, schüchterne Persönlichkeit handelte, schildert Fitzgerald das Treiben im Fotoatelier aus der Sicht von Neil, einem naiven Jungen vom Land. Dessen Darsteller Josh Peace verfügt über einen so knackigen Hintern, daß er bei der Anprobe erst in die neunte Hose hineingepaßt haben soll.

Überhaupt wimmelt es in dem Film nur so von gut gebauten, noch nicht anabolikageschädigten Akteuren. Doch damit erschöpft sich der Reiz von "Beefcake" leider auch schon. Fitzgerald, dessen letzter Film interner Link "The Hanging Garden" ein paar Probleme zu viel behandelte, bleibt diesmal oberflächlich.

Das repressive Klima der fünfziger Jahre, Konflikte mit dem Gesetz und Mizers auf die Dauer frustrierende Rolle des tatenlosen Beobachters – all das wird ein wenig zu spielerisch behandelt. Wer allerdings die pausenlose Präsentation eingeölter Luxuskörper als abendfüllend empfindet, der kommt hier auf seine Kosten.

Frank Noack

Film: Beefcake Film: Beefcake

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Nackte junge Männer in Öl