Daniel Schröder Daniel Schröder, Anfang 20, aus Frankfurt am Main spielt nicht nur die Rolle des Bruce in "Trotz aller Therapie" sondern ist derzeit auch noch im Chemnitzer Opernhaus in der "Rocky Horror Show" als das von Frank'N'Furter erschaffene, vollkommene Geschöpf Rocky zu erleben. Wir trafen ihn zu einem kurzen Interview und sprachen u.a. über seine Arbeit und das Chemnitzer Publikum.

Alex Roscher und Tibi

Du absolvierst ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig. Wie bist du nach Chemnitz gekommen?

Es wurden Projektgruppen gebildet, die dann unter anderem in Chemnitz, Leipzig Dresden und Weimar zum Einsatz kamen. Ich kam hier nach Chemnitz. Beim Choreograph der "Rocky Horror Show" Ricardo Fernando habe ich vorgesungen. So bekam ich diese Rolle.

Ist das deine erste große Rolle?

Ja, Rocky ist meine erste große Rolle, wobei ich nie daran gedacht hätte, in einem Musical zu spielen. Schon gar nicht in meiner ersten großen Rolle. Ich spielte auch die Hauptrolle in "Endstation Sehnsucht!" Dieses Balletstück der Hochschule wurde jedoch nur einmal öffentlich aufgeführt.

Hast du ein Vorbild?

Sir Anthony Hopkins. Auf das "Sir" lege ich großen Wert! Es gibt mehrere Gründe, warum er mein Vorbild ist. Für mich ist er einer der großen Charakterdarsteller. Diese Eigenschaft bewundere ich sehr bei Schauspielern. Außerdem habe ich auch irgendwie einen Bezug zu ihm, da er aus der Nähe in England kommt, wo ich Verwandtschaft habe.

Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor? Auf der Bühne oder vor der Kamera?

Viele Schauspiel-Studenten träumen von einer Rolle in einem Film bzw. davon, als freischaffender Schauspieler zu arbeiten. So eine Filmrolle ist nicht mein Ding, ich habe auch keine Lust, in so einer Daily-Soap mitzuspielen. Ich denke, man bekommt nicht gerade einen guten Ruf dadurch. Diese Serien sind ja doch eher verschrien. Klar, man verdient mehr als auf der Bühne. Aber zum Schauspielen gehört doch eine ganze Menge mehr dazu, als nur täglich seinen Text zu lernen, seine Rolle, ohne Probe rüberzubringen und das große Geld einzustecken. Es ist nicht einfach, als Schauspieler immer die Rolle zu bekommen, die man gern spielen möchte. Trotzdem werde ich der Bühne treu bleiben.

Männer in Strapsen - welche Erwartungen hattest du bei dem Erfolg der "Rocky Horror Show" und wie empfindest du die Reaktionen des Chemnitzer Publikums?

Wir sind bis jetzt vier mal aufgetreten - ich zähl mit - jede Vorstellung war ausverkauft. Wir können sehr zufrieden sein mit der Resonanz der Chemnitzer. Ich hätte, ehrlich gesagt, diesen Erfolg nicht erwartet. Eigentlich wird ja die "Rocky Horror Show" in alten, verruchten Kleintheatern und nicht in Opernhäusern, wo es eher fein zugeht, aufgeführt. Es ist Spitze, wie das Publikum diese Party mitfeiert und das Opernhaus in ein "Schlachtfeld" verwandelt. Mit dem Thema Transsexualismus/ Transvestitismus habe ich kein Problem. Wer da Berührungsängste mit hat, würde ja sicher nicht in so einem Stück mitspielen.

Trotz aller Therapie ... - Interview mit Daniel Schröder