In eigener Sache

Wird es das Jahrtausend für Schwule und Lesben? Endlich ohne Benachteiligung leben? Diese und viele andere Fragen stellte Gegenpol beim zurückliegenden Jahreswechsel. Doch die ersten Rückschläge im neuen Jahrtausend ließen nicht lange auf sich warten und schmälerten die Zukunftsvisionen. Auch Gegenpol blieb davon nicht verschont. So erhielten wir Anfang Januar von den Städtischen Bibliotheken Dresden eine kurze Mitteilung per Brief, daß unser Magazin in Zukunft nicht mehr in der Hauptbibliothek im World Trade Center ausgelegt werden dürfe.

Logo Städtische Bibliotheken Seit der Eröffnung der neuen Hauptbibliothek lag GEGENPOL dort monatlich im Eingangsbereich aus und wurde auch sehr rege von den Nutzern der Bibliothek mitgenommen. Abgesichert hatten wir uns durch die mündliche Erlaubnis einer Bibliotheksmitarbeiterin. Als Nachweis für die Verteilung der Hefte erhielt unser Verteiler monatlich den Stempel der Bibliothek. Doch im Dezember des vergangenen Jahres wurden wir überraschend von der Bibliotheksleitung telefonisch informiert, daß eine künftige Auslage von Gegenpol nicht mehr möglich ist und daß die gerade dorthin verteilten Hefte wieder abzuholen seien, da wir keine Erlaubnis für die Auslage des Gegenpol in der Bibliothek hätten. Nach längerer Diskussion mit der betreffenden Mitarbeiterin einigten wir uns darauf, daß wir die Auslage schriftlich beantragen werden. Zugleich wurde uns aber mitgeteilt, daß dieser Antrag wenig Aussicht auf Erfolg haben werde. Diese Aussage bewahrheitete sich mit der bereits zu Beginn erwähnten brieflichen Mitteilung der Bibliotheksleitung. Interessant ist die Begründung der Ablehnung unseres Antrages: Die Auslage des Gegenpol sei nicht möglich, "da es sich um eine Zeitschrift mit sehr hohem Anteil an kommerzieller Werbung handelt". Jeder, der sich Gegenpol schon mal genauer angesehen hat, weiß, daß unser Heft für ein kostenlos verteiltes Magazin vergleichsweise wenig Werbung enthält. Andere Magazine, die in der Bibliothek kostenlos ausliegen (dürfen), sind deutlich werbeintensiver. Deshalb erweckt die angegebene Begründung in der Redaktion den Anschein, daß die Bibliotheksleitung dem Vorwurf der Diskriminierung aus dem Weg gehen wolle, und dies ist deshalb für uns nicht akzeptabel.

Über unser weiteres Vorgehen in dieser Sache werden wir Euch auf dem Laufenden halten. Uns interessiert Eure Meinung zu diesem Thema! Also schreibt uns bzw. wendet Euch direkt an die Bibliotheksleitung: Städtische Bibliotheken, Postfach 120737, 01008 Dresden.

Gegenpol erhaltet Ihr natürlich weiterhin an allen bekannten Auslagestellen in Sachsen, außer in der Hauptbibliothek Dresden.

JSt

Tolerantes Dresden?