Die Rosa Nacht im Rückblick

Am 17. November stand in Dresdens Partyviertel die "Rosa Nacht" auf dem Programm. In zwanzig Lokalen sollte die unbefriedigende Lebenssituation gleichgeschlechtlicher Paare angeprangert werden.

Letztendlich handelte es sich um eine eher unterbewußt wirkende Aktion. In den meisten Fällen, wie zum Beispiel in Showbarr, Blumenau, Aqua Lounge, Kontinental und Mona Lisa hingen nicht zu übersehene, große Plakate des Vereins "Rosa Steine für die Frauenkirche e.V.". Es wird erklärt, was der Verein erreichen möchte: eine tolerante - anstatt wie in Sachsen eine konservative - Politik gegenüber Lesben und Schwulen. Politik und Gesellschaft sollen wie die Frauenkirche "Offen für Alle" sein. Die Plakate wurden außerdem noch ins rechte Licht gerückt. In rosa Licht nämlich, damit auch der letzte merkte, worum es geht. Da der Wiederaufbau der Frauenkirche unterstützt werden soll, standen natürlich auch Spendendosen bereit.

Das "La Rue" nahm die "Rosa Nacht" zum Anlaß, ein Rosa Dinner zu kreieren. Eine Woche lang gab es ein Menü aus wohlklingenden kulinarischen Ergüssen wie "Eva und Adeles erotisches Liebesmahl" und "Errötende Jungfrau". Vom jedem Menü gingen 5 DM an "Rosa Steine für die Frauenkirche e.V."

Endstation Queens? Nein. Zum einen gab es hier auch keine besonderen Aktivitäten und die baustellenbedingte Aktion der Dresdner Verkehrsbetriebe, die Endhaltestelle der Straßenbahn an diesem Wochenende mitten auf die Straße ausgerechnet vor das Queens zu legen, gehörte auch nicht zur "Rosa Nacht".

Alles in allem war die "Rosa Nacht" eine auffällige, aber nicht aufdringliche Meinungsäußerung. Sicherlich wird es keine sofort sichtbaren Ergebnisse geben, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Offen für alle, für mehr Toleranz.

sfx

Offen für Alle