Mehr als Kinderbücher?

Buch-Cover: Ludwig Renn - Adel im Untergang Ludwig Renn – der Name kommt mir bekannt vor, wird so mancher sagen, der seine Schulbildung noch zu DDR-Zeiten erlebte. Damals war er vielen unter anderem als Kinderbuchautor, ein Begriff, die Bücher "Nobi" und "Trini" stammen aus seiner Feder. Aber das Schaffen des Autors Renn beschränkte sich bei weitem nicht nur auf Kinderbücher. Sein Roman "Krieg" gilt neben Remarques "Im Westen nichts Neues" als der große Antikriegsroman des 20. Jahrhunderts.

Daß Ludwig Renn homosexuell war und auch offiziell dazu stand, das dürfte heute noch weniger bekannt sein. Als das Politbüro der DDR einmal zu einem Empfang einlud, brachte der Autor ganz selbstverständlich seinen Lebensgefährten mit, und das zu Zeiten, da es nicht nur in der DDR Homosexualität "gar nicht gab", sondern generell Prüderie angesagt war. Dem Ehrenpräsidenten der Akademie und Anthropologieprofessor passierte deswegen nichts, auch seine Bücher erschienen weiter, aber als Person wurde Ludwig Renn in der DDR künftig ignoriert.

Mit dem Roman "Adel im Untergang" startet der Verlag Das Neue Berlin nun seine neue Werkausgabe von Ludwig Renn. Dieses Buch hatte er im mexikanischen Exil geschrieben; es ist ein autobiographischer Roman, in dem Renn, der als Arnold Vieth von Golßenau 1889 in Dresden als letzter Sproß eines alten Adelsgeschlechts geboren wurde, einen Abgesang auf den Adel vor dem ersten Weltkrieg schrieb.

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Ludwig Renn
Adel im Untergang
Roman, 440 Seiten
Verlag Das Neue Berlin
ISBN 3-360-00963-0
39,90 DM

Ludwig Renn