TV Tips des Monats

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Augenmerk des Monats: Die Familie Mann

Mi., 5. Dez., 20.45 Uhr Arte
Mo., 17. Dez., 20.15 Uhr, ARD
Fernsehfilm
Die Manns – Ein Jahrhundertroman (Teil 1: 1923 - 1933)
(BRD 2001, R: Heinrich Breloer, D: Armin Mueller-Stahl, Monica Bleibtreu, Sophie Rois, Sebastian Koch, Jürgen Hentsch, Katharina Thalbach u.a.) Im Vorweihnachtsprogramm bringt das Erste einen aufwendig produzierten Fernsehspiel-Dreiteiler über die Geschichte der Schriftsteller-Familie Mann. Autor und Regisseur Heinrich Breloer war dabei laut eigener Aussage um möglichst große Authentizität bemüht und hat im Vorfeld mehrere Jahre lang intensiv recherchiert. Parallel zum Fernsehspiel entstand eine mehrteilige Dokumentation (s.u.) und eine Buchveröffentlichung.

Fast die gesamte schriftstellernde Familie, vor allem auch das hochbegabte Geschwisterpaar Klaus und Erika Mann, prägten das literarisch-kulturelle Leben im Deutschland der 20er und 30er Jahre entscheidend, bevor die politischen Entwicklungen sie in die Emigration zwangen. Sowohl Klaus als auch Erika waren "dem eigenen Geschlecht zugeneigt" und lebten ihr Leben exzessiv. Eine Tatsache, die die Verfilmung ebenso wie die lebenslang sublimierten homoerotische Tendenzen des Vaters Thomas Mann nicht unter den Tisch kehrt - wie Generationen von Literaturwissenschaftlern zuvor.

Do., 6. Dez., 20.45 Uhr, Arte
Mi., 19. Dez., 20.15 Uhr, ARD
Teil 2: 1933 – 1941:

Fr., 7. Dez., 20.45 Uhr, Arte
Fr., 21. Dez., 20.15 Uhr, ARD
Teil 3: 1942 – 1955

Sa., 22. Dez., 23.00 Uhr, WDR
Dokumentation
Unterwegs zur Familie Mann - Teil 1: Die Kinder des Zauberers
In drei 90minütigen Dokumentationen liefern die Autoren Heinrich Breloer und Horst Königstein ergänzende Hintergrundinformationen zum Themenkomplex "Familie Mann" und schöpfen dabei aus einem Fundus aus 140 Stunden Filmmaterial, den Breloer bei seiner mehrjährigen Vorbereitungen zum Fernsehspiel in der ganzen Welt zusammengetragen hat. Angeleitet von Elisabeth Mann-Borghese – der jüngsten Tochter Thomas Manns – drehen sich kaleidoskopartig Dokumente, Spielszenen Interviews mit Zeitzeugen, die erstaunlich offenherzig lange gehütete Geheimnisse preisgeben.

Sa., 1. Dez., 20.15 Uhr, RTL 2
Spielfilm
It's My Party
(USA 1995, R: Randal Kleiser, D: Eric Roberts, Gregory Harrison u.a.) Der schwule Architekt Nick lebt trotz HIV-Infektion ein erfolgreiches und zufriedenes Leben. Kurz vor Weihnachten jedoch eröffnet ihm sein Arzt, daß er bald aufgrund eines unheilbaren Hirntumors ins Koma fallen wird. Daraufhin beschließt Nick, mit einer großen Party von seinem Liebsten, seiner Familie und seinen Freunden Abschied zu nehmen und danach seinem Leben selbstverantwortlich ein Ende zu setzen ... eine Entscheidung, mit der sein soziales Umfeld nur schwer zurecht kommt.

Sa., 1. Dez., 20.15 Uhr, Sat 1
Spielfilm
Philadelphia
(USA 1993, R: Jonathan Demme, D: Tom Hanks, Denzel Washington u.a.) Als der schwule Anwalt Andrew Beckett an AIDS erkrankt, verliert er unter einem fadenscheinigen Vorwand seinen Jon in einer renommierten Kanzlei in Philadelphia. Obwohl er den sicheren Tod bereits vor Augen hat, möchte er gegen diese Ungerechtigkeit vorgehen und einen Prozeß gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber anstrengen. In seinem jungen schwarzen Kollegen Joe findet Andrew einen Anwalt, der bereit ist, den riskanten Fall zu übernehmen.

So., 2. Dez., 13.40 Uhr, Pro 7
Spielfilm
Kaffee, Milch & Zucker
("Boys on the Side", USA 1995, R: Herbert Ross, D: Whoopi Goldberg, Mary-Louise Parker, Drew Barrymore) Die schwarze lesbische Musikerin Jane sucht eine Mitfahrgelegenheit von New York nach Kalifornien ... und findet sich wieder im Auto der recht braven Maklerin Robin. Unterwegs schließt sich ihnen Janes durchgeknallte Freundin Holly an, deren gewalttätiger Freund an den unbeabsichtigten Folgen eines Handgemenges mit den Dreien stirbt. Die Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wachsen auf der gemeinsamen Flucht zu einer Gemeinschaft zusammen, bis Robins HIV-Infektion sie zum Abbruch der Reise zwingt.

So., 2. Dez., 20.15 Uhr, ARD
Fernsehfilm
Tatort: Gewaltfieber
(BRD 2001, R: Martin Eigler, D: Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe, Matthias Schweighöfer u.a.) Im nagelneuen Folkerts-Tatort ermittelt Kommissarin Lena Odenthal in einem Gymnasium: Drei Lehrer und ein Schüler - Paul, der begabte Lieblingsschüler des Direktors - liegen erschossen im Lehrerzimmer. Lena findet heraus, daß der vermeintlich brave Schüler ebenso wie der Sohn des Direktors zu einer gewaltbereiten Clique gehörte, und auch die Spurensicherung ergibt, das Paul der Täter war. Aber Lena gibt sich mit dem vordergründigen Ergebnis nicht zufrieden und forscht weiter.

So., 2. Dez., 1.20 Uhr, ZDF
Spielfilm
Brille mit Goldrand
("Gli occhiali d'oro", Italien/Frankreich 1986, R: Giuliano Montaldo, D: Philippe Noiret, Rupert Everett, Valeria Golino) Im Ferrara des Jahres 1938 finden sich angesichts des an Einfluß gewinnenden Faschismus der junge jüdische Student David und der homosexuelle Arzt Athos Fadigati am Rande der Gesellschaft wieder. Davids Existenz wird vom blühenden Rassenhaß bedroht, auch seine Geliebte Nora trennt sich aus Angst vor Verfolgung von ihm. Fadigatis Leben gerät aus den Fugen, als er sich unsterblich in den Studenten Eraldo verliebt und diese Liebe öffentlich macht, was eine fast vollständige gesellschaftliche Ächtung nach sich zieht. Viel zu spät erkennt er, daß Eraldo ihn nur ausgenutzt hat. Ohne Patienten und sozial isoliert sieht er den einzigen Ausweg im Selbstmord, auch die Freundschaft Davids kann daran nichts ändern.

Di., 4. Dez., 14.00 Uhr, Arte
Reportage
Lola – Frauen und Religion
Die seit dem 11. September heftigen Diskussionen um das Verhältnis der Weltreligionen nimmt das TV-Magazin zum Anlaß, mehrere Frauen vorzustellen, in deren Leben Religion eine große Rolle spielt oder gespielt hat: Zum Beispiel die Französin Anne, eine 42-jährige Ex-Nonne, die nach sechs Jahren das Kloster wieder verließ. Oder die transsexuelle Pastorin Karin Kamman, die nach ihrer Geschlechtsumwandlung das abrupte Ende ihrer theologischen Karriere hinnehmen mußte.

Di., 4. Dez., 15 Uhr, ZDF
Gerichtssendung
Streit um drei – Ich bin Du
Kein Scherz: Die heutige Folge der nachgestellten Gerichtsreportage sei Euch wärmstens empfohlen: Maren Kroymann spielt eine Schauspielerin, die eine Politikerin unerlaubt in der Öffentlichkeit imitiert und daraufhin von dieser verklagt wird. Die Politikerin wird von keiner anderen als der wortgewaltigen Regine Hildbrandt gegeben. Eigentlich spielen wohl beide sich selbst ... und hatten viel Spaß dabei (Zitat Hildebrandt: "Mit der Kroymann zu drehn – 'n Jenuß!"). Regie führte übrigens Kroymanns Lebensgefährtin Claudia Müller, als Gäste sehen wir Matthias Frings und Tobias Bonn (alias Toni Pfister).

Sa., 8. Dez., 22.30 Uhr, Arte
Fernsehfilm
Sommergewitter
(Frankreich 1995, R: Jérome Foulon, D: Daniel Russo, Vincent Lecoeur, Véronique Silver) In einem Dorf im Südwesten Frankreichs wird an der Weinlese gearbeitet. Der junge Landstreicher Willi, der beim Diebstahl ertappt wird, muß zur Strafe einen Tag als Erntehelfer einspringen. Er erweist sich als so talentiert, daß er fest eingestellt wird. Überraschend verliebt sich der Weingutsbesitzer Marcellin in den jungen Mann, aber ihre heimliche Leidenschaft ist bald schon zunehmenden Belastungen ausgesetzt: Im Dorf wird getratscht und Marcellins Mutter, die Familienlinie gesichert sehen möchte, setzt durch, daß er Willi adoptiert. Dieser aber entzieht sich immer mehr und flüchtet sich in die Arme eines Mädchens aus dem Ort.

So., 9. Dez., 20.15 Uhr, Pro 7
Spielfilm
Die Farbe Lila
("The Color Purple", USA 1985, R: Steven Spielberg, D: Whoopi Goldberg, Danny Glover, Margret Avery u.a.) Einer DER Klassiker des Frauen/Lesben-Films überhaupt, nach einem mehrfach preisgekrönten Roman von Alice Walker: Im amerikanischen Süden des frühen 20. Jahrhunderts führt die junge Schwarze Celie ein Leben in Abhängigkeit, erniedrigt und mißhandelt durch den ihr aufgezwungenen Ehemann Albert. Erst die Bekanntschaft mit Sugar, eigentlich der Geliebten ihres Mannes, bringt Liebe und Wärme in ihr Leben und verhilft ihr zum Aufbegehren gegen ihren Unterdrücker.

Mo., 10. Dez., 20.45 Uhr, Arte
Spielfilm
Asphalt Cowboy
("Midnight Cowboy", USA 1968, R: John Schlesinger, D: Dustin Hoffmann, Jon Voight) Der offen schwule Regisseur Schlesinger ("Marathon Mann", "Sunday, Bloody Sunday" u.a.) liefert hier einen bedeutenden Beitrag zur homosexuellen Kinogeschichte: Der gutaussehende Texaner Joe (Jon Voigt) kommt nach New York, um als "Tröster" reicher Frauen das große Geld zu machen, bleibt mit diesem Vorhaben aber vernichtend erfolglos. In Ratso (Dustin Hoffmann) trifft er den einzigen Freund und zugleich einen weiteren Anti-Helden – einen kleinen, todkranken, hinkenden Italiener – der ihn als Stricher an sexhungrige Männer vermittelt. Zwar werden die beiden nicht als schwul charakterisiert, dennoch ist ein homoerotischer Unterton unverkennbar.

Sa., 15. Dez., ab 17.25 Uhr, Arte
Kurzfilmprogramm
Venus
(45 min, NL 1998, B+R: Dylan de Jong) Johnny bewegt sich in der Amsterdamer Schwulenszene, lebt mit seinem Freund zusammen und verbringt die Nächte im Roxy, einem legendären Club. Eines Tages trifft er dort auf Venus, die wie er dort fast schon zuhause ist. Sie durchtanzen die Nächte, haben Spaß miteinander und stellen plötzlich fest, daß sie sich ineinander verliebt haben Johnnys Welt steht Kopf: Soll er seinen Freund wegen einer Frau verlassen?

So., 16 Dez., 6 Uhr, RTL 2
Wdh.: Mo., 17. Dez., 3.15 Uhr, Sat 1
Spielfilm
Der Priester
("Priest", GB 1994, R: Antonia Bird, D: Linus Roach, Cathy Tyson, Robert Carlyle) Der junge katholische Priester Greg ist mit seiner Arbeit in einer armen Liverpooler Gemeinde überfordert. Sein starre, orthodoxe Weltsicht geht an der tristen Realität seines Umfeldes vorbei. Als er seine homosexuellen Gefühle entdeckt und sich auf eine Affäre mit einem jungen Mann einläßt, stürzt er vollends in einen moralischen Konflikt, der sich dramatisch zuspitzt, als diese Beziehung sich nicht mehr geheim halten läßt.

Anne-K. Jung

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