Eine kleine szenische Rundreise

In den letzten zwei Monaten war ich ein wenig in Sachsen und Umgebung unterwegs und habe mir die beliebtesten und auch neuesten Locations in Chemnitz, Leipzig, Dresden und Cottbus angeschaut.

Zu Beginn ging es nach Chemnitz. Die Auswahl ist dort zur Zeit nicht sehr groß - das Casablanca im Bahnhof Chemnitz-Süd ist momentan die einzige Partylocation in der Stadt. Es bietet ein nettes und freundliches Ambiente, nicht allzu große Säle, eine gut gemischte Altersstruktur der Gäste und ein ausgeglichenes Verhältnis von Mann und Frau. Dazu spielt man ein breites Spektrum der Musikstile, auch wenn man manchmal den Eindruck hat, daß der DJ ganz unten in der Mottenkiste gekramt hat. Alles in allem ein netter Ort, der gut besucht scheint und der sich lohnt, wenn man einmal eine andere Party erleben will.

In Leipzig war ich an einem Mittwoch - ein ungewöhnlicher Tag, aber nur an diesem hat man die Möglichkeit, im Pi 1 vom Alltag abzuschalten. Es war etwas schwierig, die Disco zu finden, aber als ich ein griechisches Pi auf einem großen Werbeplakat sah, war ich am Ziel - in einem Park an der Karl-Heine-Strasse. Der Club bietet günstige Preise und eine dem Namen entsprechende Ausstattung in griechischem Flair. Am Abend meines Besuchs legte der DJ durchweg Techno auf - nicht unbedingt passend zum Interieur der Location. Aber diese "Gay Night" ist in jedem Fall einmal eine Abwechslung zum Rest der Szene.

Weiter ging es dann in die Blaue Trude. Trotz des Mittwochabends war sie gut besucht. Musikalisch wurde ein guter Mix aus verschiedenen Musikstilen geboten. Im großen und ganzen für eine Veranstaltung unter der Woche sehr amüsant.

Auch in Dresden hat, wie im letzten Heft angekündigt, die neue "Bar 202" ihre Pforten geöffnet. Zur Eröffnung traf ich dort allerdings nur wenige Gäste an - wahrscheinlich hatte sich aufgrund der kurzfristigen Ankündigung die Bar als samstägliche Alternative noch nicht herumgesprochen. Man sollte in Kürze wieder mal vorbeischauen. And last but not least: Cottbus - Gladhouse - Rainbowparty. Ich war richtig überrascht. Die Party findet in einem alten Kino statt; das Flair hat etwas ostalgisches, die Preise sind sehr günstig, das Publikum gemischt, wobei die weiblichen Gäste dominierten. Auch die Musikmischung stimmte - eine Party, die ich jedem nur empfehlen kann, auch wenn der Anfahrtsweg etwas weiter ist.

Karsten Klein

Que(e)r durch Sachsen