Die Dresdner DJane machte sich auf verschiedenen House-Events der Schwulen- und Lesbenszene einen Namen und ist seit einiger Zeit Resident auf Berliner Frauenparties. Am 20. Oktober steht sie als eine der Veranstalterinnen von G!rls@N!ght wieder einmal an der Elbe hinter den Plattentellern.

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Gegenpol: Die Mehrzahl der bekannten DJs sind Männer. Wie bist Du als Frau zum Auflegen gekommen?

Miss Escalate: Einige Freunde von mir haben als Hobby nebenberuflich Platten aufgelegt, das war Mitte der Neunziger auf illegalen Parties. Das interessierte mich und vor etwa 6 Jahren habe ich mir für zwei Wochen mal einen Plattenspieler bei ihnen ausgeliehen. Dann bin ich in einen Vinyl-Laden gegangen und habe mir meine erste Scheibe gekauft. Und damit habe ich dann zuhause ein wenig probiert. Meinen erstes richtiges Booking hatte ich dann bei Frank Krug, auf der Kontaktparty „Kamel sucht Schlüpfer“ in der Scheune. Es funktionierte halbwegs und kurz darauf war ich für drei Monate Resident im „Toxic“. Dann ging es mit „Valentinos Wunderbar“ im Downtown weiter, und seitdem bin ich regelmäßig irgendwo gebucht. Seit 1998 lege ich oft in Berlin auf. Meine ersten großen Events waren die Teddy Awards in der Schwangeren Auster und die Siegessäulenparties in der Arena. Mittlerweile bin ich Resident bei den Berliner „Divenattacks“ der Chicks United. Das Auflegen war für mich immer ein Hobby. Zur Zeit schreibe ich meine Diplomarbeit, aber auch wenn ich mein Studium beendet habe, werde ich abends weiter als DJane arbeiten.

Gegenpol: Du bist eine der Veranstalterinnen von G!rls@N!ght. Was ist Euer Partykonzept?

Miss Escalate: Die Situation in Dresden ist was Frauenparties anbelangt einfach nicht tragbar. Die Stadt ist wirklich schön, aber abends ist für uns einfach zuwenig los. Schwule haben laufend die Möglichkeit, auszugehen und unter sich zu sein. Für Lesben sieht es da viel schlechter aus. Viele gehen nicht auf schwule Parties, weil da nur wenige Frauen sind und man kaum jemanden kennenlernen kann.

Den Zustand wollten wir ändern, deshalb haben wir G!rls@N!ght ins Leben gerufen. Wir sind insgesamt 4 Frauen, DJane Alex und ich kümmern uns um die Musik und die beiden anderen haben die Organisation übernommen. Ich lege ja hauptsächlich House auf und so haben wir auf der ersten Party im März viel elektronische, tanzbare Sounds gespielt. Auf den meisten Frauenparties wird immer nur ein und dieselbe Musikrichtung aufgelegt, das finde ich zwar in Ordnung, aber ich denke, es muß auch mal eine Alternative dazu geben. Wir hoffen, damit ein bißchen Schwung in die Szene zu bringen und auch andere Leute hinter dem Ofen hervorzulocken, die sonst nicht ausgehen.

Gegenpol: Und wie wurde die Party vom Publikum angenommen?

Miss Escalate: Die erste Party war sehr gut besucht, es war brechend voll. Viele haben uns anschließend gesagt, daß wir weitermachen sollen, also haben wir beschlossen, eine Veranstaltungsreihe daraus zu machen. Wir werden nun also regelmäßig eine reine Frauendisco anbieten. In Berlin läuft so etwas seit Jahren sehr gut, teilweise kommen über tausend Gäste. Etwas derartiges fehlt uns hier einfach bisher. G!rls@N!ght findet natürlich in einem kleineren Rahmen statt, als die Parties in der Hauptstadt, aber mit so viel Publikum kann man hier einfach nicht rechnen.

Für die nächste G!rls@N!ght am 20. Oktober haben wir das Jugendhaus in Gruna gebucht. Dort gibt es mehr Platz als beim letzten Mal und die Location gefällt uns richtig gut. Wir sind schon mitten in den Vorbereitungen. Und: auf jeder künftigen Party wird es eine kleine Überraschung geben.

Gegenpol: In welcher Form?

Miss Escalate: Das müssen die Gäste schon selbst herausfinden, sonst wäre es ja keine Überraschung mehr. (lacht)

Gegenpol: Dann wünschen wir Euch für die Party viel Erfolg! Danke für das Interview.

Interview mit Miss Escalate