Hamburg im SchwuLesbischen Tango-Rausch

Vom 12. bis 14. Oktober 2001 findet in Hamburg ein internationales Queer Tango Argentino Festival statt, zu welchem die Veranstalter alle tanzbegeisterten Schwulen und Lesben ganz herzlich einladen möchten.

Der argentinische Tango gehört wohl zu den sinnlichsten aller Paartänze; er ist kraftvoll und aufregend, rebellisch und leidenschaftlich, melancholisch und frei. Zwischen den TanzpartnerInnen entstehen Begegnung, Nähe. Und so bietet der Tango über den Vergnügungsaspekt hinaus eine Erfahrung von Tiefe, ja Glück. Er fördert Toleranz zwischen verschiedenen Lebensanschauungen und Lebensweisen und letztendlich zwischen verschiedenen Kulturen. Seit seiner Entstehung wandelt sich der Tango - durch die und mit denen, die ihn tanzen. So ist die Entwicklung des Tango nicht nur unvermeidlich, sondern ein Zeichen seiner Lebendigkeit. In diesem Sinne ist das Festival offen für alle tangobegeisterten Experimentierfreudigen - gleich welchen Könnens, welcher Geschlechtsidentität oder sexueller Präferenz.

Die Veranstalter wollen erstmalig europa- oder gar weltweit die vielen verstreuten Frauen und Männer erreichen und zusammenbringen, die Lust auf Queer Tango haben und ihnen ein Forum für Kontakte und Austausch bieten. Workshops, Bälle & Showtänze und ein interessantes Rahmenprogramm lassen das Festival zu einem besonderen Ereignis werden. Mit dem 'Al Puerto' und seinem wunderbaren Hafenblick, sowie einem eleganten Ballsaal und dem Tanzstudio Baladin haben wir ansprechende Orte für die Abendveranstaltungen buchen können. Weitere Informationen über das Queer Tango Festival und die Anmeldungen ist unter www.queer-tango.de im Internet zu finden.

Tango - schwule Wiege in Hamburg

Die Hamburger Tangoszene hatte ihren Ursprung in einem kleinen schwulen Cafe in Altona: im 'TucTuc' trafen sich Mitte der 80er Jahre die ersten Tangobegeisterten. Erster Fan und Förderer war Effi Effinghausen, der wenig später mit dem Cafe Gnosa in St. Georg eine weitere schwule Institution gründete.

Von Anfang an mit dabei waren auch Marga Nagel und Ute Walter, die mit Felix Feyerabend das diesjährige Queertango-Festival organisieren. Die beiden zählen heute zu den renommierten Tango-LehrerInnen Hamburgs. Ihr Können und ihre Begeisterung haben sie im Laufe der Jahre auf zahllose TänzerInnen - nicht zuletzt aus der Lesbenszene - übertragen.

Tango - das Queere

In dem Maße, wie Schwule und Lesben in den vergangenen 15 Jahren das Paartanzen für sich entdeckten, wuchs auch die Zahl der lesbischen und schwulen TangotänzerInnen. Zwar bewegen sich Lesben und Schwule mittlerweile mit großer Selbstverständlichkeit auf allen Tangoveranstaltungen. Aber auch heute ist es so, wie es lange war: Wenn Mann mit Mann tanzt oder Frau mit Frau, bleiben kontroverse Diskussionen nicht aus.

Denn Tango Argentino - das ist traditionell Machismo, ist klare Abgrenzung zwischen Mann und Frau, es lebt das Klischee vom leidenschaftlichen Spiel der Geschlechter. In Buenos Aires ist es an einigen Tango-Orten auch heute noch "verboten", in gleichgeschlechtlicher Konstellation zu tanzen. Andernorts reicht die Palette von Mißbilligung bis Duldung oder Akzeptanz. Insgesamt läßt sich beobachten, daß einseitiges und starres Rollenverständnis innerhalb des Tangos zunehmend in Frage gestellt wird.

Tanzkurse

Vor einem Jahr legten Gay und Diva eine flotte Sohle auf das Parkett des Gare de la Lune. Einigen juckt das Tanzbein wieder. Der nächste Tanzkurs steht also ins Haus. Anmeldungen bitte im Gerede e.V., Telefon: 0351-8022251. Zur Auswahl stehen Standardtanz für Anfänger, Standardtanz für Fortgeschrittene und Tango für Anfänger.

Wer gute Tänzer bzw. Tanzlehrer aus der Community kennt, wird gebeten, diese an die Organisatoren vom Gerede e.V. weiter empfehlen. Dort bekommt Ihr auch weitere Informationen über Termine und den Veranstaltungsort.

Tanze Tango mit mir!