Lesung mit Michael Sollorz

Benjamin ist 19, als er sich von seiner Mutter in Leipzig loslöst und nach Berlin aufbricht, um dort sein eigenes Leben zu beginnen. Er kommt bei einem schwulen Paar unter, das er liebevoll "meine Bären" nennt, findet in einer Frittenbude Arbeit und lernt nach und nach Berlin und die Männer kennen.

Michael Sollorz ist mit seinen 38 Jahren bereits ein alter Hase im Literaturbetrieb, aber trotzdem ist er für ein breites Publikum noch zu entdecken. Seine Erzählungen sind gesättigt von der ganzen Traurigkeit des "Ostens", dieser eigentümlichen Mischung von Verlust und Sehnsucht, die sich immer wieder als ganz ausgezeichnetes Rezept für gute Literatur erweist.

Sollorz ist im Ostteil Berlins aufgewachsen, war dort eine treibende Kraft des kulturellen, literarischen Zweigs der sich vorsichtig entwickelnden Schwulenbewegung, die sich noch heute schwer damit tut, wesentliche Unpersönlichkeit und Coolness zu akzeptieren. Auch wenn Michael Sollorz diesen ganz grundlegenden Kulturkonflikt nicht explizit zum Thema seiner Literatur macht, gelangt man erst bei Berücksichtigung solcher Faktoren zu einem wirklichen Verständnis seiner Texte. Am 12. Oktober können sich die Dresdner bei der Lesung mit Michael Sollorz von dessen literarischer Qualität überzeugen. Michael Sollorz wurde 1962 in Ostberlin geboren. Er lebt dort als freier Autor und Journalist. Bisherige Veröffentlichungen waren unter anderem "Abel und Joe", "Orakel" und "Deutscher Meister im Seitensprung". Eine Veranstaltung des Gerede e.V. mit freundlicher Unterstützung der "Stiftergemeinschaft Queerkopf Basel" und in Zusammenarbeit mit dem Interpool Dresden.

Michael Sollorz liest "Benjamins Tagebuch"
Freitag, 12. Oktober, 20.00 Uhr
im Interpool, Görlitzer Str. 30