Spaß am PC mit dem virtuellen Präser

Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hat einen in der PC-Gemeinde prominenten Unterstützer gefunden. Die Erfinder des Moorhuhn-Spiels entwickelten "Catch the Sperm", das kleine 90 Sekundenspiel für den Quickie zwischendurch. Der ernste Hintergrund der Aktion: AIDS ist inzwischen eine weltweite Epidemie, die Kinder und Jugendliche besonders bedroht: Alle sechs Minuten infiziert sich ein junger Mensch zwischen 15 und 24 Jahren mit dem HI-Virus. Besonders betroffen sind die Länder der Dritten Welt, speziell Afrika. Auch wenn in der westlichen Welt den Betroffenen lebensverlängernde Therapien zur Verfügung stehen und finanziert werden, Heilung ist nicht in Sicht. UNICEF freut sich deshalb, daß die Moorhuhnmacher der Phenomedia AG mit dem kostenlosen Download-Spiel "Catch the Sperm" das Thema AIDS auf den Bildschirm und ins Blickfeld rücken. Über die Seite von Unicef gelangt man zu mehreren Links, unter denen sich die 3,4 MB Spielspaß herunterladen lassen. Nach dem Installieren kann jeder selbst üben, in bonbonfarbenem Ambiente Spermien in Rollmützen einzutüten. Möglichst viele, möglichst schnell, der Highscore am Schluß ist unerbittlich korrekt. Und aufpassen, zwischen dem ganzen Spaß lauern böse Viren, die unbedingt gefangen werden müssen. Kriegt der Virus keine Lümmeltüte verpaßt und erreicht den rechten Bildschirmrand, dann ist Schluß. Spaß vorbei, das Spiel ist aus. Diese Botschaft des Spiels hat natürlich auch die Kritiker auf den Plan gerufen. Die politisch korrekt darauf hinweisen müssen, das es doch noch nicht aus ist, wenn der Virus durchkommt. Für den infizierten 18jährigen irgendwo in Afrika leider doch, so bitter das ist. Es ist schon seltsam, wenn letzten Endes die Solidarität mit den Betroffenen zur Polemik gegen eine witzige Aufklärungsidee vorgeschoben wird. Was bisher noch nicht ermittelt werden konnte: Wie reagieren übellaunige Chefs und strenge Ausbilder auf 90 Sekunden virtuelle Auseinandersetzung zwischen Latex und milchig-weißem Glubschaugen-Glibber, also der harten Vorbereitung auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Okay, der nächsten Nacht.

Catch the Sperm