Stuttgart schikaniert schwule Sauna

Seit 1997 gibt es in Stuttgart die VIVA Sauna als Treffpunkt für Schwule, wie es sie in Deutschland viele gibt. Schwule Saunen sind seit jeher ein fester Bestandteil der schwulen Subkultur und erfreuen sich ständiger Beliebtheit innerhalb der Zielgruppe.

Nun scheint die Stadt Stuttgart zu versuchen, den Betrieb der VIVA Sauna mit dem Vorwurf des "Vorschubleisten für sexuelle Handlungen" zu unterbinden, wie uns die Saunabetreiber mitteilten. Als Indiz zieht die Sittenpolizei (Abteilung Prostitution!) ein bei einer Kontrolle gefundenes benutztes Kondom heran. Sollte es gelingen, den Betrieb der Sauna zu untersagen, könnte das nicht unerhebliche Folgen haben für das schwule Leben auch in anderen Städten. Man sollte im Jahr 2001 doch meinen, daß Behörden auch die Privatsphäre von Schwulen respektieren, denn auch was hinter den verschlossenen Türen einer Sauna passiert, geht solange niemanden etwas an. In einem Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin heißt es: Eine eingreifende Regelung in das Zusammenlaben der Menschen durch das gewerbliche Ordnungsrecht ist nur dann zulässig, wenn das beanstandete Verhalten nicht ausschließlich im Privatbereich stattfindet, sondern mit sozialer Relevanz nach außen tritt. Eine Veranstaltung, die von Dritten selbst nicht wahrgenommen werden kann, ist nicht sittenwidrig." (AZ: 35 A 570.99)

Sittenwidrig?