Aktion des LSVD

Mit der Aktion "Wer ist Familie?" fordert der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) die CDU auf, weder die Verfassung noch das Bundesverfassungsgericht für ihr parteitaktisches Kalkül zu mißbrauchen.

Nachdem die Frage der eingetragen Lebenspartnerschaft, abgesehen von der Normenkontrollklage der von der CDU regierten Freistaaten, nun geklärt zu sein scheint, bleibt man zwar beim Thema Familie, wendet sich jedoch endlich wieder mehr den Sachfragen zu. "Mit ihrer derzeitigen Familienpolitik ist die CDU keineswegs mitten im Leben, sondern ziemlich daneben. Eine sach- und zeitgemäße Familienpolitik besteht darin, Verantwortungsgemeinschaften zu stärken, Diskriminierungen abzubauen und alle Familien mit Kindern zu schützen und zu fördern", so Halina Bendkowski vom LSVD, "Geht es nach Frau Merkel, genießt ihre Ehe selbstverständlich Schutz und Förderung des Staates. Ein Lesben-Paar mit vier Kindern hingegen soll rechtlos bleiben. Das ist einfach nur scheinheilig."

Dabei hat sie nicht ganz unrecht. Die Familie, die 1949 im Grundgesetz verankert und unter dessen besonderem Schutz gestellt wurde, existiert kaum noch. Viele Ehen bleiben mittlerweile gewollt kinderlos. Die treusorgende (Haus-)Frau, die kinderhütend auf ihren arbeitenden Ehemann wartet, ist auch von der Bildfläche verschwunden und arbeitet jetzt in einem Büro oder sonst wo. Hingegen gibt es einige schwule oder lesbische Lebensgemeinschaften, in denen Kinder aufwachsen und in denen Familie - mit allem was dazugehört - gelebt wird. Die Argumentation, der Union gehe es um das Wohl der Kinder, gerät immer mehr zur Farce und zeigt deutlich, daß die nach außen modern-geläuterte CDU im tiefen Innern noch immer genauso konservativ und archaisch ist, wie sie zu Blütezeiten Helmut Kohls oder Konrad Adenauers war.

FeB