Logo: Party Patrol In der Dresdner Szene gibt es einen Namen, den wohl jeder Partygänger kennt: Onkel Ralf alias Ralf Koppetzki. Seit ca. 5 Jahren mischt er mit den unterschiedlichsten Partyideen die Landeshauptstadt auf und zieht mit seinen Konzepten Heteros, Schwule und Lesben gleichermaßen an.

Neben vielen erfolgreichen Events, wie den legendären Boat-Parties auf der Elbe, gab es natürlich auch einige Partyflops, so wurde beispielsweise der Kontaktstern Gaylaktika im Staupitzbad in Döbeln von den Gästen nicht angenommen.

Nun geht Onkel Ralf im Mai mit neuen Parties an den Start und wagt sich dabei sogar auf den heißumkämpften Berliner Markt vor. Im April traf sich Gegenpol mit Onkel Ralf im Café Kontinental zu einem entspannten Gespräch über die Dresdner Szene und die neuen Parties.

Gegenpol: Die Schwul-lesbische Montagsparty hat in Dresden eine lange Tradition, erst kürzlich war "Onkel Ralf's Gay On Monday" ins DownTown gewechselt und nun schon wieder ein Umzug!? Wird "Onkel Ralf's Gay On Monday" nun im Kings Club seßhaft?

Onkel Ralf: Seit dem 22. April ist "Onkel Ralf's Gay On Monday" im Kings Club zu finden. Quasi eine Heimkehr, denn die Location kennen alle ja noch als Living XO. In den vorderen Teil ist das Mona Lisa eingezogen und der Tanztempel im hinteren Bereich nennt sich Kings Club. Viele Gäste hatten bedauert, daß nach der Schließung des Living XO der "Onkel Ralf's Gay On Monday" dort nicht mehr stattfindet. Nun konnte diese Party nach Neuverhandlungen zwischen Betreiber des Mona Lisa und dem Vermieter des Hauses in diese geile Location zurückkehren. Aber auch dem DownTown möchte ich danken, daß es unserer Party so ein gutes Asyl gewährt hat.

Gegenpol: Stichwort Queens. Auf den neuen Flyern war zu lesen, daß der Laden Ende April schließen wird. Nun, wer Onkel Ralf kennt, hat rasch vermutet, daß dies nicht das letzte Wort gewesen sein kann, oder?

Onkel Ralf: Naja, die Gerüchteküche war wieder mal schnell in Dresden. Die drei Punkte am Satzende auf den Flyern ließen auch viel Raum für Spekulationen. "Das Queens ist tot, es lebe das Queens" hat einer meiner Freunde gesagt. Und so ist es denn auch: ich gestalte das Queens etwas um, neue Bestuhlung, Deko usw. Am 3. Mai feiern wir dann das Relaunch von "Queens - Bar & Lounge" mit erneuertem Konzept. "Rico's Schlagerhimmel" gibt es dann nur noch exklusiv einmal pro Monat, immer in Verbindung mit einer Show. Neu ist der Youngster Day mit DJ Frank, ein junger und sehr netter Typ. An den Freitagen verbinden wir dann die Schlager mit den Hits der 70er & 80er und an Samstagen geht es musikalisch weiterhin modern (Dance & Charts) zu. Neu ist die Happy Hour von Sonntag bis Donnerstag zwischen 20 und 21 Uhr. Aber am wichtigsten ist, daß das Queens auch weiterhin eine gute Adresse für alle die quatschen oder feiern wollen bleiben wird!

Gegenpol: Im Terminplan finden sich weitere Neuigkeiten.

Onkel Ralf: Nun ich glaube, die Leute wollen auch am Samstag im Partybereich nun endlich mal etwas Regelmäßiges. So soll es statt dem Warten auf den nächsten Showboxx-Termin eine etwas kleinere Veranstaltung an jedem Samstag geben. Im Kings Club geht's los am 25. Mai mit "Disco Royal - for Kings & Queens". Diese Party wird 14-tägig stattfinden. An den Wochenenden dazwischen gibt es ab 15. Juni den "Queer Dance" im Tanztempel der Bar 202. Eine sehr coole Location, die in der Szene aber leider noch sehr unbekannt ist und vielleicht deshalb noch nicht so gut angenommen wurde.

Und dann ist da auch noch der CSD in Dresden. Die Location für den Samstagabend ist der Hit, der alte Flughafenterminal lädt ein mit DJ Regino + Gay Family und außerdem mit ChrizzT, dem Resident von meiner neuen Berliner Veranstaltung.

Gegenpol: Onkel Ralf wandert aus?

Onkel Ralf: Nicht wirklich, aber ab 12. Mai wagen wir in Berlin etwas Neues: "THE GAYCLUB Berlin" im Sternradio, direkt am Alex. Mit einem anspruchsvollen Line Up in einer gay-party-mässig unbelasteten Location, die aber allgemein bei den Berlinern sehr beliebt ist.

Gegenpol: Du bleibst Dresden also erhalten. Seit unserem vorigen Interview sind nun mehrere Jahre vergangen. Wie beurteilst Du die Entwicklung der schwul-lesbischen Szene in Dresden?

Onkel Ralf: Ich denke, es hat sich schon einiges bewegt. Schon allein, wenn ich mir die Anzahl der Szenekneipen ansehe, die in den vergangenen Jahren in der Neustadt aufgemacht haben. Das Angebot hat sich vervielfacht, und alle dürften bemerkt haben, daß die Konkurrenz das Geschäft belebt hat.

Aber eines ist irgendwie komisch, man demonstriert zum CSD jedes Jahr wieder gegen antischwule Diskriminierungen und für unsere Integration in der Gesellschaft, kritisiert aber auf der anderen Seite, daß angeblich zu viele Heteros im Queens oder anderen Bars sind.

Man kann doch keine Toleranz fordern, andere dann aber ausschließen wollen. Auch gegen diese Art der Hetero-Diskriminierung richten sich meine Partykonzepte, offen für jeden.

Gegenpol: Vielen Dank!

Verlosung

Im Zuge dieses Interviews verlost Gegenpol 3x2 Freikarten für den GERMANCLUB im Industriegelände-Dresden am 25.Mai.
Schickt einfach eine e-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder eine Postkarte an Redaktion Gegenpol, Postfach 100 408, 01074 Dresden.

Einsendeschluß ist der 25. Mai 2002.

The Party Patrol - Onkel Ralf im Gespräch