AIDS-Schicksale in Momentaufnahmen

Das Thema AIDS ist für viele in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabu. HIV-infizierte Menschen leben häufig von ihrem sozialen Umfeld isoliert und können ihren Gefühlen meist nur schwer Ausdruck verleihen. Der Verein "ÜberLebenszeichen e.V." aus München will für diese Menschen ein Kommunikationsforum sein und stellt seit mehr als 13 Jahren Bilder aus, in denen AIDS-Kranke zu ihrer eigenen Sprache finden. Eine solche Ausstellung findet nun auch zum zweiten Mal in der Messestadt in den Räumen der AIDS-Hilfe Leipzig e.V. statt.

Die Bilder waren und sind für die erkrankten und infizierten Menschen eine Möglichkeit, sich konstruktiv mit ihrer Erkrankung und ihrem Leben, ihren Ängsten, Sorgen und Hoffnungen auseinanderzusetzen. Die Ausstellung der Bilder ist für die Betroffenen ein Weg, die eigene Situation darzustellen: Der Spannungsbogen zwischen dem sich Verstecken, dem Schweigen und dem sich Zeigen in den Bildern hilft, sich zu öffnen und Ängste und Isolation zu überwinden. Das ist ein sehr persönlicher Prozeß, der in den einzelnen Kunstwerken sichtbar wird. Wer dabei genau hinschaut, bemerkt plötzlich, daß er sich unwillkürlich geistig mit einer Frage auseinandersetzt, die mit vielen gesellschaftlichen Tabus behaftet ist, vielleicht ein Anfang für einen neuen Umgang mit dem Thema AIDS.

Die Ausstellung eröffnet am 30. April 2002 und danach ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Cafés der AIDS-Hilfe Leipzig, jeweils dienstags und donnerstags von 17 - 22 Uhr zu sehen.

ÜberLebenszeichen