Garantiert kein Ratgeber

Buch-Cover: Die Homo-Scheidung Seit rund einem halben Jahr können sich schwule und lesbische Paare auf Standesämtern oder - wie hier in Sachsen - in Regierungspräsidien das Jawort geben. Leitfäden zum Thema ließen natürlich nicht lang auf sich warten. Im Himmelstürmer Verlag erschien dazu der Ratgeber "Die Homo-Ehe" von Stefan Mielchen, den wir in der Gegenpol-Ausgabe Juli 2001 vorgestellt haben.

Nun bringt der Verlag das Buch "Die Homo-Scheidung" auf den Markt, aber schon bei der Titelgestaltung zweifelt sicher keiner mehr daran, daß es sich hierbei nicht um die logische Fortführung der Ratgeberreihe handelt. Es geht natürlich um Mord, quasi eine Scheidung auf italienisch. Der Ermordete ist ein erfolgreicher, junger Szenegastronom, der vor kurzem - Homo-Ehe sei Dank - geheiratet hatte. Potentielle Täter und Motive gibt es viele. Nun liegt es an Landei Benjamin, der gerade bei seinen Eltern rausgeflogen ist, und seinem Onkel Max, der eine eher schlecht laufende Detektei betreibt, die richtige Lösung des Falles zu finden. Diese ist letztendlich auch ziemlich einfach gestrickt und durchschaubar. Der Autor namens citizen_b, bisher bekannt durch seine beiden trashig-kultigen "Faust"-Versionen (ebenfalls Himmelstürmer Verlag), gelingt es nicht, den Spannungsbogen für den Leser durchweg aufrecht zu halten. Dafür entschädigt allerdings der frische und durchaus sehr amüsante Schreibstil.

citizen_b
Die Homo-Scheidung
Roman, 202 Seiten
Himmelstürmer Verlag Hamburg
ISBN: 3-934825-18-4
12,50 Euro

Die Homo-Scheidung