TV

Augenmerk des Monats:

Do., 25. April, 0.35 Uhr, ARD
Spielfilm
Velvet Goldmine
(GB/USA 1998, R: Todd Haynes, D: Jonathan Rhys Meyers, Ewan McGregor, Christian Bale, Toni Collette u.a.) Regisseur Todd Haynes gelang hier eine einfallsreich und leidenschaftlich inszenierte Hommage an die Glamrock-Ära und die Pop- und Subkultur der 70er, die inzwischen schon Kultfilmstatus erlangt hat: Der Journalist Arthur Stuart soll einen Artikel über den exaltierten, androgynen Popstar Brian Slade verfassen, der Anfang der 70er Jahre unter mysteriösen Umständen seine Karriere beendete. Die Recherche wird für Stuart eine Reise in die vergangene Welt des Glamrock, Glitter und "Camp" - eine Zeit des radikalen sexuellen Umbruchs und zugleich die Zeit seiner eigenen homosexuellen Identitätsfindung. Stuart macht sich daran, die Menschen aufzuspüren, die für Slades Karriwere wichtig waren ... und stößt auf eine tragische schwule Liebesgeschichte.

"Kinder bei Sinnen" - Neue Show mit Hella
Nach langer Pause gibt es eine neue Show mit Hella von Sinnen bei RTL, wenn auch mit unerwarteten Gästen: In "Kinder bei Sinnen" plaudert die Moderatorin einfühlsam mit Kindern zwischen sechs und elf über Themen, die sonst eigentlich nur den Erwachsenen vorbehalten sind: Die Kindersicht auf solcherlei Dinge wie Eifersucht, Kunst, das Weltall, Geld, Liebe und Schönheit ist erfrischend und oft überraschend weise. Und Hella von Sinnen erweist sich als hervorragend geeignet für den Dialog mit den kleinen Monstern.
Geplant vom 25. März bis 10. April täglich montags bis freitags um 17.00 Uhr

Do., 4. April, 20.15 Uhr, 3sat
Spielfilm
Ein Mann ohne Bedeutung
("A Man of No Importance", GB 1994, R: Suri Krishnamma, D: Albert Finney, Brenda Fricker u.a.) Dublin in den frühen 60ern: Der freundliche und bescheidene Busschaffner Alfie Byrne hält seine Homosexualität vor seinem Umfeld geheim, weshalb seine Schwester Brenda es auch nicht aufgibt, die richtige Frau für ihn zu suchen. Alfie liebt die Werke Oscar Wildes und möchte sich seinen größten Wunsch verwirklichen, Wildes Stück "Salomé" als Laientheaterstück aufzuführen. In Carney findet er einen Finanzier und in der Busbekanntschaft Adele eine Hauptdarstellerin. Aber Carney findet das Stück schließlich zu "obszön" und setzt alles daran, Alfie zu isolieren und die Aufführung zu verhindern. In die Enge getrieben bekennt Alfie sich zu seinem Schwulsein und glaubt sich nun endgültig verloren, aber er unterschätzt seine Mitmenschen.

Do., 4. April, 1.05 Uhr, ZDF
Spielfilm
Wenn die Nacht beginnt
(When Night is Falling, Kanada 1995, R: Patricia Rozema, D: Pascale Bussières, Rachael Crawford u.a.) Eine schöne lesbische Liebesgeschichte, zwischen der kühlen Alltagswelt Torontos und der magischen Atmosphäre eines kleinen Wanderzirkus angesiedelt: Camille ist Lehrerin an einem christlichen College und seit mehreren Jahren mit ihrem Kollegen Martin zusammen. Durch Zufall begegnet sie der geheimnisvollen Schönheit Petra, die als Artistin in einem Wanderzirkus arbeitet, und ebenso einfallsreich wie eindringlich um sie zu werben beginnt. Dies stürzt die (noch) zaudernde Camille inmitten der starren, christlichen Konventionen ihrer Lebenswelt in diverse Konflikte.

Sa., 6. April, 20.15 Uhr
Comedy/Talk
Der große Hape-Kerkeling-Abend
Speziell für alle Fans des seinerzeit von Rosa geouteten Komikers: Hape Kerkeling ist heute zu Gast im Leipziger 'academixer'-Keller und liefert sich (garantiert) witzige Wortgefechte mit Moderator Jörg "Orkantief Anna" Kachelmann. Dazwischen gibt es viele Ausschnitte aus Hapes legendären Sendungen zu sehen und ferner zwerchfellstrapazierende Gesangseinlagen aus seinem Film "Kein Pardon".

Do., 11. April, 22.45 Uhr, Arte
Dokumentarfilm
Greta Garbo - Ein Leben
(GB/USA 2001, R: Steve Cole) Zum Auftakt des Arte-Themenabends "Die göttliche Garbo" gibt ein Dokumentarfilm Aufschluß über die Lebensgeschichte der geheimnisvollen, immer verschwiegenen Hollywood-Diva mit der unvergleichlichen Leinwandpräsenz, die sowohl Männer als auch Frauen als Geliebte hatte - ähnlich wie die Dietrich, mit der sie sich die Spanierin Mercedes de Acosta als "nahe Bekannte" teilte.
Im Anschluß zeigt Arte um 23.40 Uhr den Historienfilm "Maria Walewska" ("Conquest", USA 1937, R: Clarence Brown, D: Greta Garbo, Charles Boyer, Reginald Owen u.a.) mit der Garbo in der Rolle einer polnischen Gräfin, die für Napoleon ihren Ehemann verläßt. Die Drehbuchautorin Salka Viertel, mit der die Garbo befreundet war, sollte auf speziellen Wunsch der Hauptdarstellerin eine Szene "mit Hosen" in die Handlung schreiben.

Sa., 13. April, 0.05 Uhr, Arte
Dokumentarfilm
Kann man über etwas anderes reden als über die Liebe?
(Frankreich 1999, von Sylvie Ballyot und Béatrice Kordon) Zwei verliebte Regisseurinnen beschreiben in ihrem gemeinsamen Filmtagebuch, wie sie ihren Alltag und ihr Zusammensein als Paar erleben. In ihrer Begegnung mit Himmel, Meer, Gebirge und Wüste erleben sie Momente größter Intimität. Die in Super 8 gedrehten Filmbilder folgen auf ungewöhnliche Weise in ihren Bewegungen den Stimmungen und Gefühlen der beiden Frauen.

Mo., 15. April, 20.15 Uhr, Vox
Spielfilm
Hollow Reed
(GB 1995, R: Angela Pope, D: Sam Bould, Martin Donovan, Joely Richardson, Jason Fleming u.a.) Der kleine Oliver, Sohn aus einer geschiedenen Ehe, ist bei seiner Mutter und ihrem neuen Lebensgefährten Frank geblieben. Sein Vater, der Arzt Martyn Wyatt, lebt nach seinem Coming-out als Homosexueller mit seinem Geliebten Tom zusammen. Eines Tages mehren sich die Hinweise, daß der Junge von Frank mißhandelt wird und Martyn nimmt den Kampf um das Sorgerecht für seinen Sohn auf - als offen lebender Schwuler mit wenig Chancen. Ein beunruhigender Film voller Melancholie und Verzweiflung, aber auch voller Zärtlichkeit und Verständnis, aus der Perspektive des Jungen erzählt.

Mo., 15. April, 22.55 Uhr, MDR
Spielfilm
Funkelnder Stern
("Kira kira hikaru", Japan 1992, R: George Matsuoka, D: Hiroko Yakushimaro u.a.) Dem Regisseur gelang mit leichter Hand ein für Japan wegweisender und tabubrechender Film: Die junge Übersetzerin Shoko, die unter der Leere ihres Lebens leidet, läßt sich auf eine Vernunftehe mit dem schwulen Arzt Mutsuki ein, der für seine Karriere eine Ehefrau braucht. Obwohl er ihr seine Homosexualität nie verschwiegen hat, verliebt sich Shoko überraschend sowohl in ihn als auch in seinen jüngeren Partner Kon. Am schönsten wäre eine Ehe zu dritt und ein Kind von beiden ... .

Do., 18. April, 14.45 Uhr, ARD
Sport
Fußball-Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel der Frauen: Deutschland - Niederlande
Es ist wieder soweit: Der grüne Rasen löst das winterliche Weiß von Biathlon, Eishockey und Curling ab und elf sexy Beinpaare jagen einen Ball aus Leder, um auch in der nächsten Frauen-Fußball-WM um einen der vorderen Plätze mitspielen zu dürfen. Live aus dem Schönbuschstadion in Aschaffenburg das Duell "Deutschland - Niederlande", kommentiert von Bernd Schmelzer.

Sa., 20. April, 0.20 Uhr, Bayern 3
Spielfilm
Fire - Wenn die Liebe Feuer fängt
(Kanada 1996, R: Deepa Metha, D: Shabana Azmi, Nadita Das) Mit diesem gewagten Film über die Liebe zweier Frauen in Indien sorgte die kanadisch-indische Filmemacherin für Turbulenzen: In Indien wurde der Film kurz nach dem Kinostart aufgrund massenhafter Zuschauerproteste wieder zurückgezogen. Mehta nimmt sich viel Zeit, in poetischen Bildern die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen zwei Schwägerinnen zu erzählen, die sich inmitten eines von harter Arbeit und Tradition diktierten Alltags einander zuwenden und zuletzt entgegen allen Widrigkeiten und Widerständen seitens ihrer Umwelt zu ihrer Liebe stehen.

Do., 25. April, 20.45 Uhr, Arte
Spielfilm
Hamam - Das türkische Bad
("Hamam - Il bagno turco", Italien/Türkei/Spanien 1998, B+R: Ferzan Ozpetek, D: Francesco Alessandro Gassman, Halil Ergun, Mehmet Gunsur u.a.) Der junge italienische Innenarchitekt Francesco erbt von seiner Tante ein Gebäude in Istanbul. Er begibt auf eine vermeintlich kurze Geschäftsreise, um die Immobilie möglichst schnell zu verkaufen. In Istanbul angekommen, ist er jedoch mehr als fasziniert von dem alten Haus, das ein Hamam beherbergt - ein traditionelles türkisches Bad. Er avanciert unvorhergesehen zum Held des Viertels, als er seine Verkaufspläne fallen läßt und damit den schon beschlossenen Abriß vereitelt. Zugleich wird er von jungen, gutaussehenden Männern umflirtet und läßt sich schließlich entführen in die Welt orientalischer Sinnesfreuden und lustvoller Körperlichkeit im entspannenden Dampf des Hamam. Als Francescos Ehefrau in Istanbul auftaucht, kommt es zu unvorhergesehenen Ereignissen.

Fr., 26. April, 20.45 Uhr, Arte
Fernsehfilm
Lieb mich!
(D 1999, B+R: Maris Pfeiffer, D: Julia Richter, Naomi Krauss, Oliver Stokowski u.a.) Im Leben der glücklichen Ehefrau, Mutter und Unternehmerin Kathrin gerät einiges durcheinander, als sie sich in die neue Klassenlehrerin ihres Sohnes verliebt und Hals über Kopf eine Affäre mit ihr beginnt. Lange kann sie das neue Glück nicht unbeschwert genießen, denn sowohl ihr Ehemann als auch die Geliebte fordern eine Entscheidung von ihr. Nur will sie weder ihre Ehe, noch ihre Unabhängigkeit und ihre Geliebte aufgeben. Zuletzt kommt alles jedoch ganz anders ... die überraschende Wende in der Geschichte ist allerdings in wesentlichen Zügen abgekupfert - bei der französischen Komödie gleicher Thematik "Eine Frau für zwei/ Gazon maudit". Schade drum!

Anne-K. Jung

TV Tips des Monats