"Ob er nun in Kroatien, Bosnien, Serbien, in Indochina oder Usbekistan kämpft, ob Befreiungskämpfer oder Imperialist, der Krieger vergewaltigt Frauen. Er fühlt es in seinem Kopf, in seinem Gewehr und in seinem Sexualorgan: die Zivilisation ermutigt ihn, genau das zu tun. [...] Es geht weniger um die 'Wiederherstellung' des Kriegers, denn um die Selbstvergewisserung der eigenen Macht, und die Befriedigung des Gefühls, zu den wahren Männern zu gehören." Lepa Mladjenovic

Krieg und Vergewaltigung, Militär und Prostitution gehören nach Meinung vieler Antimilitaristen untrennbar zusammen, womit dann auch häufig schon die Analyse aufhört. Es ist ein leichtes sich von einem solchen "Bild des Mannes" zu distanzieren und sich damit einer weiteren Beschäftigung mit Männlichkeit und Militär zu entziehen. Ist Macht- und Gewaltstreben wirklich so untrennbar an den "(harten) Mann" gebunden? Welchen Einfluß hat die Bundeswehr damit auf den Gewaltpegel in der Bevölkerung?

Und welchen Einfluß hat die Öffnung der Bundeswehr für Frauen und Schwule – kommt damit endlich auch "Gefühl" in die Truppe? Oder sind das alles überkommene Rollen – die gefühlvolle Frau und der kämpferische Mann?

Auf diese Fragen wird es vielleicht keine Antwort geben. Denkanstöße kann aber jeder erwarten, von einer Podiumsdiskussion mit dem Thema "Geschlechterrollen und Militarismus" am Samstag, den 16. März 2002, 10 Uhr bis 12 Uhr in der RosaLinde (Brühl 65-67) in Leipzig. Anschließend wird es bis 17 Uhr noch die Möglichkeit zur weiteren Diskussion innerhalb von Workshops geben. Als ReferentInnen haben zugesagt: Siglinde Neher (Flensburg, "Wie Militär zur Gewalt gegen Frauen beiträgt"), Dr. Karola Maltry (Marburg, Diplompolitologin und Lehrbeauftragte, "Die friedfertige Frau – ein patriarchaler Mythos") und Achim Schmitz (Stuttgart, Schwule Kriegsdienstgegner, Veröffentlichung zu Homophobie im Militär). Veranstalter sind die "AG queer bei der PDS-Sachsen" in Zusammenarbeit mit: "Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen e.V.", "Rosalinde e.V." und dem "Friedensweg e.V."

Weitere Informationen sind erhältlich bei: Heinz-Jürgen Voß, Tel.: 0178/2586972 oder mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder beim 2. Landestreffen 2002 der "AG queer der PDS-Sachsen" am 15.03.2002 um 18 Uhr im linXXnet (Bornaische Straße 3d).

Lieber ein warmer Bruder als ein Kalter Krieger!