Kein Stöckel-breit den Nazis !

Leipzig - die Erste.

Alles begann am 1. September 2001. Am Jahrestag des Überfalls auf Polen und damit dem Beginn des 2. Weltkrieges formierten sich die Neo-Faschisten, um unter der Parole "Damals wie Heute - Für Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung" durch Leipzig zu marschieren. Dagegen richtete sich natürlich breiter Widerstand. Auch in der queeren Szene schlugen viele Alarm. Vielen war bewußt, daß jeder dieser Aufmärsche ein Angriff auf Toleranz, Demokratie und selbstbestimmtes Leben ist. Jeder Naziaufmarsch richtet sich auch gegen Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle. Daraufhin fanden sich 20 queere Menschen zusammen, die etwas gegen die Nazis unternehmen wollten, auch um in die Szene wieder ein wenig Politik hineinzutragen. Die Initiative "Queer gegen Rechts" wurde gegründet und plante viele Aktionen.

Bereits am Vortag des 1. Septembers fand eine Mahnwache für die Opfer antihomosexueller Gewalt statt, auf der viele Menschen überzeugt werden konnten, sich am nächsten Tag entgegenzustellen, als der braune Mob Leipzigs Straßen betrat. Am Abend fand in der RosaLinde e.V. die erste "Queer gegen Rechts"-Party statt. Es kamen 200 Menschen, um zu diskutieren und natürlich um zu Musik von Flori Kirner und dem Berliner Rattenbarchor zu feiern und sich für den nächsten Tag zu motivieren. Am 1. September gelang es dem 50 Personen umfassenden queeren Block und den anderen Gegendemonstranten, solange Präsenz und Entschlossenheit zu zeigen, bis die Polizei die Demo der Rechtsradikalen abbrechen mußte. Der Protest war also erfolgreich. Die Nazis mußten nach nur 300 Metern wieder nach Hause fahren.

Leipzig - die Zweite.

Aus der Niederlage am 1.9. nichts gelernt, kamen sie am 3. November wieder, um für Versammlungsrecht und Demonstrationsfreiheit zu marschieren. 1200 Nazis versammelten sich also am Bahnhof und wurden erneut von Tausenden couragierten Leipzigern, darunter Nikolaikirch-Pfarrer Führer und Oberbürgermeister Tiefensee empfangen. Obwohl die Polizei teilweise mit brutalster Gewalt, Tränengas und Knüppeln versuchte, die Gegendemonstranten auseinanderzutreiben, blieben diese standhaft und verteidigte ihre Stadt gegen die Rechtsradikalen. Schließlich mußten die Nazis umkehren.

Leipzig - die Dritte.

Christian Worch, Anmelder der rechten Demonstrationen ließ schon einen Tag darauf von der Presse verbreiten: "Genau, wie 1989 die Montagsdemos in Leipzig eine feste Institution geworden sind, werden unsere Demos in Leipzig eine feste Institution werden. Zur Zeit noch nicht jede Woche, aber wir können uns noch steigern. - Jetzt machen wir erst mal eine kurze Winterpause, weil es nicht schön ist, bei schlechter Witterung stundenlang auf der Straße zu stehen. Aber der nächste Termin steht schon fest."

Und das wird der 6.April sein. Zum dritten Mal in nur sieben Monaten wollen es die Nazis also wieder probieren.

Worch weiter: "Wir werden in Leipzig so lange demonstrieren, bis wir irgendwann einmal die volle Strecke vom Bahnhof zum Völkerschlachtdenkmal zurückgelegt haben. Und daran wird uns weder ein Herr Tiefensee hindern noch ein Pastor Führer noch die Unterschriften von knapp zehntausend Leipzigern. Alles nach dem Motto: größer, schöner, weiter! Und wenn das alles nichts hilft, dann wird beim nächsten oder übernächsten Mal nötigenfalls auch rund um die Uhr demonstriert. Es gibt für uns kein "no pasaran!" Wir haben versprochen: Wir kommen wieder! Und ich verspreche zusätzlich noch: Wir kommen auch durch!"

Doch genau das ist die Angst vieler Leipziger. Daß Naziaufmärsche wieder zur Normalität auf Leipzigs Straßen werden. Daß es Alltag wird, über den sich niemand mehr wirklich aufregt. Wenn die Nazis einmal durchgekommen sind, dann kommen sie immer und immer wieder.

Aus diesem Grund sind für diesen Termine bereits wieder viele Gegenaktionen geplant. Die "Queer gegen Rechts"-Party wird auf jeden Fall wieder stattfinden, erstens um die Leipziger Szene zu motivieren, an den Protesten teilzunehmen, und zweitens auch Menschen aus anderen Städten einen Anreiz zu bieten, nach Leipzig zu kommen, um gemeinsam die rechte Demonstration zu verhindern. Der SchwuLesBische Block wird wieder mit von der Partie sein und diesmal größer und bunter und lauter als je zuvor.

Daniel Gollasch
["Queer gegen Rechts" - Leipzig]

Queer gegen Rechts

Queer gegen Rechts ist ein Zusammenschluß von Menschen verschiedenster politischer Meinung. Jede/r der gegen Nazis ist, kann sich beteiligen. Über Mithilfe sind die Macher sehr froh, weil angewiesen. Also wenn Du meinst, daß Du auch etwas tun kannst, melde Dich einfach.

Kontakt: Daniel Gollasch
0174 3019315
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Spendenkonto: 1801000731 bei Sparkasse Leipzig BLZ 86055592
Inhaber Daniel Gollasch

Queer gegen Rechts