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Tip des Monats:

So., 10. März, 20.15 Uhr, Vox
(Wdh.: 11.3., 1.40 Uhr, Vox)
Spielfilm
Aimeé & Jaguar
(D 1998, R: Max Färberböck, D: Maria Schrader, Juliane Köhler, Detlev Buck u.a.) Endlich im Fernsehen ... der lesbischen Kinohits des Jahres 99, der die authentische Geschichte einer Liebe im Deutschland der Nazizeit erzählt: Bei einem Konzertbesuch lernt die zwanzigjährige deutsche Ehefrau und Mutter Lilly Wust die charismatische und lebensfrohe Felice Schragenheim kennen, ohne zunächst zu ahnen, daß sie Jüdin ist und dies vor den Behörden geheim hält. Beide verlieben sich ineinander und schaffen sich als "Aimée" und "Jaguar" vor der grausamen Kulisse des Krieges einen Hort von Geborgenheit und Intimität ... bis im August 1944 die Gestapo vor der Wohnungstür auf Felice wartet. Lilly Wust sieht ihre Geliebte nie wieder. Erst 50 Jahre später entsteht nach ihren Erinnerungen das Buch, das dem Film als Vorlage diente.

Sa., 2. März, 18.20 Uhr, Arte
Kurzfilm
Der Mann mit den Kondomen
("L'Uomo die Guanti", 40 Min., R: Cristiano Bortone, D: Alfredo Pea, Luisa Brecht) Zwei gesellschaftliche Außenseiter lernen sich in Rom auf dem Strich kennen und lieben und verbringen für eine Weile eine schöne Zeit miteinander: Mara ist ein brasilianischer Transsexueller und prostituiert sich, während der Autist Domenico seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Kondomen finanziert.

So., 3. März, 23.35 Uhr, ARD
Spielfilm
Zeit der Jugend
("A Soldier's Daughter Never Cries", GB 1998, R: James Ivory, D: Kris Kristofferson, Barbara Hershey, Leelee Sobieski u.a.) Drei Episoden aus dem Leben einer amerikanischen Familie, die in den 60er Jahren in Paris lebt, zunächst einen Adoptivsohn integrieren und Jahre später mit den ersten Liebeswirren der heranwachsenden Tochter fertig werden muß, die sich ausgerechnet in den schwulen Francis verliebt, einen exaltierten Paradiesvogel, der von einer Karriere als Opernsänger träumt. Nach der erzwungenen Rückkehr der Familie in die USA müssen sich die Mitglieder der Familie in eine ihnen fremd gewordene Kultur einleben. Nach einem Roman von Kaylie Jones.

So., 3. März, 0.00 Uhr, N3
Spielfilm
Komplizinnen aus Angst
("Pelon Maantiede", Finnland 1999, R: Aulia Mantila, D: Tanjalotta Räikkä, Leea Kleemola u.a.) Die Gerichtsmedizinerin Oili Lyyra untersucht eine männliche Wasserleiche. Durch einen Zufall entdeckt sie, daß ihre kleine Schwester Laura zusammen mit einer – überwiegend aus Lesben bestehenden – Frauen-Guerilla-Gang für den Tod des Mannes verantwortlich sein könnte. Denn die Gruppe um die charismatische Anführerin Maaru predigt uneingeschränkte Bewegungsfreiheit für Frauen und verpaßt Männern erniedrigende Denkzettel.

Di., 5. März, 18.50 Uhr, ARD
Serie
Berlin, Berlin – Folge 1: Landflucht
(D 2001, R: Franziska Meyer Price) Wir hörten, staunten und warteten gespannt: Die neue Vorabendserie "Berlin, Berlin" im Ersten stellt der Hauptfigur Lolle (Felicitas Woll) in Gestalt der frechen Rosalie (Sandra Borgmann) eine lesbische Freundin und Mitbewohnerin zur Seite. Was der Buschfunk bald zu berichten wußte: Darstellerin Sandra Borgmann, die in einem der letzten Folkerts-Tatorte der Kommissarin Odenthal den Kopf verdrehte, ließ sich von ihrer Filmpartnerin "UFo" in Berlin die Szene zeigen ... als Vorbereitung auf ihre lesbische Rolle in der neuen Serie, natürlich. Mal sehen, was es genutzt hat. Das Homo-Publikum wird vor allem in den Folgen 15 und 16 (ca. 28./29.3.) auf seine Kosten kommen: Um einen aufdringlichen Verehrer von Lolle loszuwerden, mimen Rosalie und sie ein Liebespaar. Ein gemeinsamer Besuch in der Szene (Drehort: das "SchwuZ" mitsamt den üblichen Verdächtigen als Statisterie) führt zu Irritationen, zumal Lolle auf den Geschmack kommt, was Rosalies Küsse angeht, Rosalies Schwarm Corinne ziemlich eifersüchtig reagiert und Lolles Verehrer vor den Nachstellungen eines jungen Mannes beschützt werden muß.
(Sendezeit: ab 5. März Di – Fr jeweils um 18.50 Uhr)

Sa., 9. März, 1.35 Uhr, MDR
Spielfilm
Was ist Pat?
("It's Pat. The Movie", USA 1994, R: Adam Bernstein) Was ist Pat? Mann oder Frau? Diese Frage beschäftigt ihre Umwelt ... und Pat (Comedy-Star Julia Sweeney in der Rolle ihrer gleichnamigen TV-Bühnenshow-Figur) selbst nicht minder. Androgyn, dick, unansehnlich und eine Nervensäge, ist Pat unermüdlich auf der Suche nach ihrer Berufung. Mit wechselndem Erfolg schafft sie eine Karriere vom Postboten bis zum Radiomoderator und trifft unterwegs auf den transigen, etwas durchgeknallten Chris (David Foley). Es beginnt eine wunderbare Romanze zwischen den beiden Outsidern in puncto Geschlechtsidentität, die nur Pats Ego und der fanatische Nachbar stören.

Mo, 11. März, 20.15 Uhr, Kabel 1
Spielfilm
Thelma & Louise
(USA 1991, R: Ridley Scott, D: Susan Sarandon, Geena Davis, Harvey Keitel u.a.) Einer der schönsten Filme der 90er Jahre schrieb feministische Filmgeschichte: Louise ist eine pragmatische und recht hartgesottene Coffee-Shop-Kellnerin, ihre Freundin Thelma eine naive Hausfrau, die sich von ihrem gockeligen Ehemann herumschubsen läßt. Ein gemeinsamer Wochenendausflug endet für beide schicksalhaft. Louise erschießt einen Trucker, der Thelma zu vergewaltigen versucht. Auf der Flucht vor der Polizei quer durch den Südwesten der USA entdecken sie eine neue Freiheit und eine nie gekannte Stärke in sich selbst.

Di., 12. März, 20.15 Uhr, Sat 1
Fernsehfilm
Eine außergewöhnliche Affäre
(D 2002, B+R: Maris Pfeiffer, D: Hans-Werner Meyer, Tatjana Blacher, Matthias Walter) Der Lehrer Jochen Wenzel lebt glücklich mit seiner Frau Ina, ebenfalls Lehrerin und Vizedirektorin der Schule, und seinen beiden Kindern in Freising. Ein neuer Referendar an ihrer Schule stürzt ihn in emotionale Verwirrung: Tom Leuthner ist jung, attraktiv ... und schwul. Jochen fühlt sich stark von ihm angezogen, auf einer Klassenfahrt kommt es zu ersten Intimitäten ... und Jochens Leben gerät aus den Fugen. Wie wird er sich entscheiden, für seine Familie oder für seine neue Liebe? Wir sind gespannt, welche Lösung Sat1 für dieses Melodram parat hält.

Do., 14. März, 21.00 Uhr, Onyx
Musik
In Concert: k. d. lang
"Elvis is back – and she is beautiful!" sagte Madonna einmal über die kanadische Sängerin Kathy Dawn Lang. Offen lesbisch, charismatisch, androgyn, schillernd, integer ... fast konkurrenzlos als Heldin der lesbischen Generation X. Der Musiksender Onyx zeigt heute den Mitschnitt eines Konzerts aus der Zeit ihres zweiten (Country-Punk-Pop) Solo-Albums "Angel With A Lariat" (ca. 1987).

Do., 14. März, 0.55 Uhr, ARD
Dokuspielfilm
Gastmahl der Liebe
("Comizi d'amore" Italien 1963, B+R: Pier Paolo Pasolini) Für seinen Maßstäbe setzenden Interview-Film befragte Pasolini Menschen aus unterschiedlichen Regionen Italiens zu ihrem Verhältnis zu Erotik und Sexualität, Liebe und Moral, Normalität und Abweichung. Arbeiter, Bauern und Kleinbürger kommen ebenso zu Wort wie Großbürgertum und Intellektuelle. Zwischen den Interviews diskutiert Pasolini mit Alberto Moravia und Cesare Musatti.

Mo., 18. März, 0.15 Uhr, Vox
Spielfilm
Lebewohl, meine Konkubine
("Bawang Bieji", Hongkong/China/Taiwan 1993, R: Chen Kaige, D: Leslie Cheung ua.) Schon als Kinder beginnen die beiden Schauspielschüler Dieyi und Xiaolou die harte und grausame Ausbildung an der Pekingoper. Der zierliche Dieyi wird zum Frauendarsteller bestimmt – denn auch Frauenrollen dürfen nur von Männern verkörpert werden – der robustere Xiaolou wird sein Freund und Beschützer. Ihr enges emotionales Verhältnis spiegelt sich in ihren Bühnenrollen: König Chu mit seiner Konkubine Yu. Als Xiaolou heiratet, zerbricht ihre Freundschaft an Dieyis Eifersucht. Vor dem Hintergrund der Kulturrevolution erleben beide ihre persönliche Tragödie.

Fr., 15. März, 22.40 Uhr, Super RTL
Spielfilm
Blindes Vertrauen
("Blind Faith", USA 1998, R: Ernest R. Dickerson, D: Charles Dutton, Courtney B. Vance, Kardeem Hardison) Im Jahr 1957 stellt ein Mordfall in den schwarzen New Yorker Anwalt John Williams vor eine schwere Aufgabe: Sein eigener Neffe - Sohn des ersten schwarzen Police Officers der Stadt – wird als Täter verhaftet. Er soll in einem Park in der Bronx einen Weißen erschlagen haben, verweigert aber hartnäckig jede Aussage. Nach und nach kommt Williams dahinter, daß hinter dem Fall wahrscheinlich ein homosexuelles Motiv steckt.

Do., 21. März., 20.15 Uhr, 3sat
Spielfilm
Eine Frau für zwei
("Gazon maudit", Frankreich 1994, R: Josiane Balasko, D: Victoria Abril, Josiane Balasko, Alain Chabat u.a.) Loli lebt mit ihrem gut verdienenden Ehemann und zwei Kindern in einem hübschen Häuschen bei Avignon. Leider gibt ihr Mann Laurent seinen beruflichen Terminen zu oft den Vorzug, so daß Loli für die Annäherungsversuche der burschikosen Marijo durchaus aufgeschlossen ist, die mit ihrem Campingbus genau vor ihrer Haustür liegengeblieben ist. Eine charmante und unkonventionelle Dreiecksgeschichte, die Klischees jeder Prägung herzerfrischend gegen den Strich bürstet.

Do., 21. März., 23.45 Uhr, Pro7
Comedy
League of Gentlemen
(GB 2002, R: Steve Bendelack, B+D: Steve Pemberton, Mark Gatiss, Reece Shearsmith) Haben die legendären "Monthy Python" hier etwa würdige Nachfolger gefunden? In dieser tiefschwarzen, mehrfach ausgezeichneten britischen Komödie verkörpern die drei Spaßbolde Männer, Frauen und Transvestiten ... die skurrilen Einwohner(innen) einer nicht ungefährlichen englischen Kleinstadt mit Namen "Royston Vasey".

Fr., 22. März, 22.20 Uhr, Pro 7
Spielfilm
Schneller als der Tod
("The Quick and the Dead", USA 1995, R: Sam Raimi, D: Sharon Stone, Gene Hackmann, Russel Crowe, Leonardo di Caprio) Sex-Idol Sharon Stone mal vor einem ganz ungewohnten Horizont: Eine kleine Wild-West-Stadt ist Austragungsort eines jährlich stattfindenden grotesken Schieß-Wettbewerbs. Die schnellsten Revolverschützen der Gegend treten im K.O.-System gegeneinander an. Der despotische Bürgermeister Herod entledigt sich so regelmäßig ganz bequem aller potentiellen Widersacher. Aber eine schöne Unbekannte, die sich für das Duell anmeldet, hat noch eine alte Rechnung mit Herod zu begleichen. Eine wunderbare Mischung zwischen Arthouse-Western und humoristischer Genre-Parodie, mit einer megastarken Sharon Stone in einer starken weiblichen Hauptrolle.

Anne-K. Jung

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