TV

Fr., 1. Feb., 20.54 Uhr, Arte
Fernsehfilm
Bella Block - Geflüsterte Morde
(D 1999, B+R: Christian Görlitz, D: Hannelore Hoger, Ben Becker, Stefan Kurt u.a.) Eine der experimentellsten Bella-Block-Verfilmungen der letzten Jahre, aber bei allen bizarr-bedrohlichen atmosphärischen Absonderheiten und trotz einer merkwürdigen Darstellung von Homosexualität durchaus gelungen: Drei anscheinend völlig unzusammenhängend verübte Morde beschäftigen die Hamburger Kripo. Bella Block beginnt ihre Ermittlungen am Rand der Gesellschaft, im Rotlicht-Milieu, in den Abgründen von Drogen, Angst und Perversion. Dort trifft sie auf den alternden Transvestiten Dolores und auf den etwas einfältigen Handlanger Boris, der bis zur Obsession in den androgynen Sänger "Annabel" verliebt ist.

Sa., 2. Feb., 20.15 Uhr, B1
Reportage
Hans mit Hans im Eheglück
(D 2001, von Norbert Kron und Yvonne von Kalinowsky) Unter dem Motto "Homo-Ehe - voll normal?" zieht die Reportage eine erste Bilanz nach der Einführung des "Verpartnerungsgesetzes" in Deutschland. In der heimlichen "Homohauptstadt" Berlin besuchte das Filmteam mehrere schwule und lesbische Paare - unter anderem Toni und Ursli "Pfister" - stellte Fragen und beobachtete die frisch gebackenen "Eheleute" in ihrem Alltag.

So., 3. Feb., 1.25 Uhr, ZDF
Spielfilm
Ein Mann ohne Bedeutung
("A Man of No Importance", GB 1994, R: Suri Krishnamma, D: Albert Finney, Brenda Fricker u.a.) Dublin in den frühen 60ern: Der freundliche und bescheidene Busschaffner Alfie Byrne hält seine Homosexualität vor seinem Umfeld geheim, weshalb seine Schwester Brenda es auch nicht aufgibt, die richtige Frau für ihn zu suchen. Alfie liebt die Werke Oscar Wildes und möchte sich seinen größten Wunsch verwirklichen, Wildes Stück "Salomé" als Laientheaterstück aufzuführen. In Carney findet er einen Finanzier und in der Busbekanntschaft Adele eine Hauptdarstellerin. Aber Carney findet das Stück schließlich zu "obszön" und setzt alles daran, Alfie zu isolieren und die Aufführung zu verhindern. In die Enge getrieben bekennt Alfie sich zu seinem Schwulsein und glaubt sich nun endgültig verloren, aber er unterschätzt seine Mitmenschen.

Do., 7. Feb., 20.15 Uhr, Vox
Spielfilm
Liebe in jeder Beziehung
("The Object of my Affection", USA 1998, R: Nicholas Hytner, D: Jennifer Aniston, Paul Rudd, John Pankow u.a.) Die Sozialarbeiterin Nina wird von ihrem chaotischen, aber langweiligen Geliebten schwanger. Da aber der nettere, gebildetere und humorvollere Mann in ihrem Leben ihr schwuler Mitbewohner und Freund George ist, beschließt sie kurzerhand, das Kind lieber gemeinsam mit ihm aufzuziehen. Das Problem: Ihre Gefühle für George gehen bald schon tiefer, er allerdings erwidert ihre Gefühle nur platonisch.

Do., 7. Feb., 23.00 Uhr, WDR
Show
Rosa Sitzung 2002
Kölle, Kamelle und allerlei Ulk - natürlich darf die Homogemeinde der Karnevalshauptstadt ihre Version der tollen Tage wieder einmal traditionell lustvoll begehen: Es moderieren Wanda Rumor und Marion Radtke; die prominenten Gäste sind unter anderem die wiederauferstandene Trude Herr (alias Detlef Floeck), die Manfrett-Singers, Bettina Böttinger, Vicky Leandros, Claus Vinçon, Alexander Moll, Coco Kamelle, Stephan Runge und andere mehr. Unterstützt werden sie von der Tanzformation "Turn U Out", der Garde, den Rosa Funken und der Hausband "Viva la Diva". Dann also Hellaaf! ... oder wie war das noch gleich?

Fr., 8. Feb., 22.20 Uhr, Arte
Dokumentation
Ein ganz normales Leben
(Frankreich 2001, von Serge Moati) Oder: Was ich immer schon über Homosexualität wissen wollte. Offen und ohne Tabus spricht der heterosexuelle Filmemacher Serge Moati in seinem Studio mit den homosexuellen Jacques, Max, Samuel, Olivier, Philippe, Marie-France und Hervine über Sexualität und darüber hinaus über Identität und Geschlecht. Was ist Männlichkeit, was ist Weiblichkeit? Wie sind ihre Lebenswege? Er stellt dabei die Fragen der Heterowelt an die "Anderen": Warum bist du anders? Warum bist du, wer du bist? Was geht in deinem Kopf vor, was nicht in meinem vorgeht?

Fr., 8. Feb., 23.30 Uhr, 3sat
Spielfilm
Kopfüber
("Head On", Australien 1998, R: Ana Kokkinos, D: Alex Dimitriades, Paul Capsis, Julian Garner u.a.) Der 19jährige Außenseiter Ari lebt als Sohn einer Griechischen Einwandererfamilie im australischen Melbourne. Seine Welt ist geprägt von Familie und Tradition - Generationskonflikte und Konflikte mit anderen ethnischen Minderheiten bestimmen den Alltag. Aber Ari ist steht auf Männer und verweigert sich dem vorgezeichneten Lebensweg. Zusammen mit seinem besten Freund Johnny stürzt er sich kopfüber in das homosexuelle Nachtleben auf einen wilden, gierigen Beutezug. Mit Hilfe von Drogen und im Schutz der nächtlichen Anonymität lebt er seine Sexualität: heftig, aggressiv und oft auf dem schmalen Grat zwischen Begehren und Mißachtung von Grenzen.

Fr., 8. Feb., 23.35 Uhr, N3
Spielfilm
Ein Käfig voller Narren
("La cage aux folles", Frankreich 1978, R: Edouard Molinaro, D: Ugo Tognazzi, Michel Serrault u.a.) Immer noch der unerreichte Klassiker des Tuntenfilms ... der schon in den 70er alternative Familienmodelle zum Thema machte. Renato betreibt mit seinem langjährigen Geliebten Albin/Zaza einen Travestieclub in St. Tropez. Anläßlich der Verlobung von Renatos Sohn Laurent mit der Tochter eines homophoben Politikers und Moralapostels kommt es beim ersten gemeinsam verbrachten Abend der beiden "Familien" zu einem gnadenlos komischen Verwirrspiel, zumal Armand verzweifelt versucht, eine bürgerliche Fassade zu zaubern, wo keine ist. Direkt im Anschluß um 1.00 Uhr zeigt N3 gleich auch noch die Fortsetzung "Noch ein Käfig voller Narren" aus dem Jahr 1979.

Sa., 9. Feb., 22 Uhr, N3
Spielfilm
Das Trio
(D 1998, R: Hermine Huntgeburth, D: Götz George, Christian Redl, Felix Eitner u.a.) Das alternde schwule Pärchen Zobel und Karl reist zusammen mit Zobels Tochter Lizzi in einem heruntergekommenen Wohnmobil durch die Lande und lebt von Taschendiebstahl und Trickbetrügereien. Als Karl bei einem Autounfall ums Leben kommt, soll der gutaussehende Robert das Trio ergänzen. Da er auf Vater und Tochter gleichermaßen anziehend wirkt, ist der Konflikt vorprogrammiert. Eine Glanzleistung des sonstigen Supermacho Götz George, der einmal mehr seine Wandlungsfähigkeit als Schauspieler unter Beweis stellt.

So., 10. Feb., 20.15 Uhr, Pro 7
Spielfilm
Die Hochzeit meines besten Freundes
("My Best Friend's Wedding", USA 1998, R: P.J. Hoogan, D: Julia Roberts, Dermot Mulroney, Cameron Diaz, Rupert Everett) Unser Vorzeigehomo Rupert Everett brilliert in der Rolle des schwulen Busenfreundes von Julia Roberts, die die Verlobte ihres Traummannes ausstechen und die bevorstehende Hochzeit verhindern will, notfalls auch mit unfairen Mitteln.

Do., 14. Feb., 20.45 Uhr, Arte
Themenabend
Pier Paolo Pasolini - Das Schicksal eines Poeten
Drei Beiträge umreißen Leben und Werk des eigenwilligen italienischen Literaten und Filmemachers, der sich offen sowohl zu seiner kommunistisch-gesellschaftskritischen Weltsicht als auch zu seiner Homosexualität bekannte. Pasolini wurde am Morgen des 2. November 1975 grausam ermordet aufgefunden - die Tat wurde nie aufgeklärt.
20.45 Uhr: Spielfilm, Teorema - Geometrie der Liebe (Italien 1968, B+R: P. P. Pasolini)
22.20 Uhr: Dokumentation, Pier Paolo Pasolini - Erinnerungen (Frankreich/Italien 2001, von Laura Betti und Pascale Plastino)
0.00 Uhr: Dokumentation, Eine Verzweifelte Vitalität - Laura Betti liest Pasolini (Italien/Frankreich 1999, von Mario Martone)

So., 17. Feb., 20.15 Uhr, Pro 7
Spielfilm
Das fünfte Element
("The Fifth Element", USA/Frankreich 1996, R: Luc Besson, D: Bruce Willis, Mila Jovovich, Ian Holm, Gary Oldman) Im Jahr 2259 steht die Erde vor einer tödlichen Bedrohung: Alle 5000 Jahre öffnet sich ein Tor zwischen den Dimensionen und das absolut Böse schickt sich an, die Welt zu vernichten. Durch einen Zufall lastet das Schicksal der Welt auf den Schultern des harten Ex-Soldaten und Taxifahrers Dallas Corben, dem der Schlüssel zur Rettung in Form der schönen Leeloo buchstäblich in den Schoß fällt. Für diesen rasanten und fantasievollen Sci-Fi-Thriller zauberte Modeschöpfer Jean-Paul Gaultier die Kostüme.

Mo., 18. Feb., 20.45 Uhr, Arte
Spielfilm
Rebecca
(USA 1940, R: Alfred Hitchcock, D: Laurence Olivier, Joan Fontaine, Judith Anderson u.a.) Geniale Hitchcock-Verfilmung nach dem gleichnamigen Roman von Daphne du Maurier: In Monte Carlo lernt eine schüchterne Amerikanerin den englischen Aristokraten und Witwer Maxim De Winter kennen und lieben. Sie heiraten spontan und De Winter nimmt sie mit auf seinen Landsitz in Cornwall. Dort begegnet ihr die Haushälterin Mrs. Danvers, die der ersten Mrs. De Winter in tiefer Verehrung ergeben war (!!!), unverhältnismäßig unterkühlt. Immer mehr macht sie der jungen Ehefrau bewußt, daß sie mit ihrer Vorgängerin, die unter mysteriösen Umständen verstarb, nicht konkurrieren kann. Die neue Mrs. De Winter sieht sich mit einem düsteren Geheimnis konfrontiert. Die Rolle der herb-ambivalenten Mrs. Danvers besetzte Produzent Selznick gelungen mit der lesbischen Schauspielerin Judith Anderson.

Fr., 22. Feb., 20.15 Uhr, ARD
Show
Countdown Grand Prix
Eurovision 2002 - Die deutsche Vorentscheidung
Es ist kein Geheimnis: Die Homos hierzulande sind die allergrößten Grand-Prix-Fans. Diese werden ganz sicher nicht die deutsche Vorentscheidung für die Teilnahme in Tallinn am 25. Mai verpassen wollen. Live aus der Ostseehalle in Kiel präsentiert das Erste heute die 14 Wettbewerbstitel, unter anderem mit den Weather Girls, Nino De Angelo, Irene Sheer und Bernhard Brink, Joy Fleming & die Jambalayas sowie den üblichen Retortenbands. Im Rahmenprogramm treten auf: Modern Talking und die Ten Tenors. Souverän und geübt wird MDR-Sahneschnittchen Axel Bulthaupt das Ereignis moderieren ... und wiederum eine überragende schwule Publikumsbeteiligung garantieren.

Fr., 22. Feb., 20.15 Uhr, RTL 2
Spielfilm
The Birdcage - Ein Paradies für schrille Vögel
(USA 1995, R: Mike Nichols, D: Robin Williams, Nathan Lane, Gene Hackman, Dianne Wiest) Wer keine Lust hat auf Schlager und Trash hat heute Abend eine veritable Alternative: RTL 2 zeigt zur Prime-Time das Hollywood-Remake des französischen Klassikers "La cage aux folles" (siehe 8. Feb.). Die nahezu identische Handlung wurde kurzerhand in die Staaten verlegt und in Besetzung und Ausstattung dem amerikanischen Mainstream-Geschmack angepaßt.

Anne-K. Jung

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