Chemnitzer lassen Gruppe entstehen

Neben Dresden und Leipzig hat nun auch Chemnitz wieder eine Art Studentengruppe. Drei Studenten der TU Chemnitz haben sich Gedanken zur Situation in der Chemnitzer Szene gemacht.

Resultat dieser Überlegungen ist die Schaffung eines Anlaufpunktes für junge Schwulen und Lesben aus der Region Chemnitz. Gegenpol hat Mitte Dezember mit einem Organisationsmitglied über ihre Idee und deren Ausgestaltung gesprochen.

Gegenpol: Hallo Hartmut. Fangen wir auch gleich an. Wann, wie, wer und warum bist Du oder besser gesagt, seid Ihr auf die Idee gekommen, eine Gruppe für junge Homosexuelle ins Leben zurufen?

Hartmut: Erik, André und ich sind Studenten der TU Chemnitz. Damals gab es noch die Studentengruppe TUrbulenz, in der wir uns regelmäßig zum Kaffee trinken und Meinungsaustausch in Cafés der Chemnitzer City trafen. Mit der Zeit kamen leider immer weniger zu den Treffen und die Info-Homepage wurde nicht mehr aktualisiert. Zeit für Neuerungen also...

Gegenpol: Wie ging es weiter? Wolltet Ihr euch von TUrbulenz lossagen? Hattet Ihr noch in deren Bestehen andere Dinge geplant.

Hartmut: Nein und ja. Eben zu dieser Zeit konzipierten Erik, André und ich gaynial.net. Ein ähnlichen Treff – vielleicht ein Neuanfang für die TUrbulenz, mit anderem Namen und Outfit.

Gegenpol: Und dieser Treff sollte dann, die Homepage GAY-NIAL.NET war namensgebend, die TUrbulenz sozusagen ablösen?

Hartmut: Richtig. Das letzte Treffen der TUrbulenz war Anfang November des vergangenen Jahres. Eine Rohfassung der Gaynial.net-Homepage stand bereits und diente dazu, erste Kontakte aufzubauen. So konnten wir unsere eigenen Treffen veranstalten.

Gegenpol: Wie war der Zulauf?

Hartmut: Zuerst waren wir um die 15 Personen, inzwischen sind es an die 40, im Alter zwischen 18 bis 28 Jahren. Das ist toll - hätte gar nicht gedacht, daß es jemals so viele werden.

Gegenpol: Wo trefft ihr euch?

Hartmut: Treffpunkte sind Cafés oder Kneipen, aber auch Kino, Theater und Disco.

Gegenpol: Habt ihr bestimmte Ziele mit eurem Treff?

Hartmut: Ziel ist es, Anlaufpunkt für alle, die anders sind als andere, zu sein.

Wir möchten, daß man sich nicht aus den Augen verliert, daß man sich treffen, Neuigkeiten austauschen kann und natürlich daß man sich kennenlernt, ohne sich dafür unbedingt in die Szene begeben zu müssen. Wir arbeiten auch mit gleichgesinnten Studentengruppen in Sachsen zusammen und versuchen überregional ein Netzwerk aufzubauen.

Gegenpol: Wen kann man denn bei Euch so kennenlernen?

Hartmut: Studenten, Azubis, Schüler und deren Freunde aus Chemnitz, Freiberg, Mittweida und Umgebung.

Jeder kann bei uns dabei sein: Wir möchten eine freundschaftliche, offene, ungezwungene Runde sein.

Gegenpol: Was macht GAY-NIAL.NET noch so?

Hartmut: Im Dezember sind wir vom StuRa der Uni als Initiative anerkannt worden.

Wir leisten Aufklärungsarbeit an Schulen und können beratend bei Problemen des Coming Out zur Seite stehen.

Gegenpol: Wie kann ich mich über Euch informieren?

Hartmut: Auf www.gaynial.net findet man genaue Termine und Treffpunkte. Darüber hinaus ist die Seite Informationspool für les-bi-schwule Partnerseiten und private Homepages.

Man erreicht uns auf postalischem Weg über: Initiative GAYNIAL.NET, StuRa Tu-Chemnitz, Thüringer Weg 11, Zi. 06, 09126 Chemnitz.

Gegenpol: Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsch Dir und Euch viel Erfolg.

Es bewegt sich doch etwas!