TV

Do., 3. Jan., 22.15 Uhr, RTL
Fernsehfilm/Serie
Die Wache - Alte Freunde
(D 2001, R: Peter Sähmann, D: Andrea Suwa, Patrick Bach, Alexander Kirsch, Meike Gottschalk, Jan Schütte) Max Färber, ein Schulfreund von Kommissar Panitz, wird erpreßt. Bevor er zusammen mit der Polizei den Erpresser dingfest machen kann, wird er vor den Augen der Beamten ermordet. Sein Bester Freund Lemm läßt durchblicken, daß der verheiratete Färber wegen homosexueller Eskapaden erpreßt wurde, von denen seine Frau nichts erfahren durfte. Ihre Ermittlungen führen die Kriminalkommissare in die Schwulenszene.

Do., 3. Jan., 1.05 Uhr, ARD
Spielfilm
Edward II
(GB 1991, R: Derek Jarman, D: Steven Waddington, Kevin Collins, Andrew Tiernan, Tilda Swinton u.a.) Im England des Jahres 1307 holt der frisch gekrönte König Edward II. seinen Geliebten Gaveston aus der Verbannung an seinen Hof. Das ausschweifende Verhalten des Paares provoziert Adel und Klerus und löst blutige Intrigen aus. Der 1994 an den Folgen von AIDS gestorbene Regisseur Jarman inszenierte das Bühnenstück von Robert Marlow für die Kamera als moderne Parabel auf die bigotte Moral und Schwulenfeindlichkeit der Thatcher-Ära.

Fr., 4. Jan., 23.15 Uhr, Arte
Dokumentation/Porträt
Leigh Bowery - Paradiesvogel der 80er
(Frankreich 2001, von Charles Atlas) Der 1994 an den Folgen von AIDS gestorbene Performancekünstler, Clubbesitzer und Modedesigner Leigh Bowery war Zeit seines Lebens ein einziges Gesamtkunstwerk... und einer der letzten konsequenten Paradiesvögel der 80er, bevor der Konformismus der Yuppies und DINKs sich London und New York durchzusetzen begann. Bekannt wurde er nicht nur durch seine schrillen Outfits und seine eigenen Kunstaktionen, sondern auch als Lieblingsmodel und Muse des schwulen Malers Lucien Freud und als Intimus vieler bekannter Szenegrößen wie Boy George, Norman Rosenthal und Vivienne Westwood.

Sa., 5. Jan., 14.10 Uhr, N24
Dokumentation
Hjirasch - Die Zwitter von Peschawar
Die Hjirasch sind eine Kaste hauptsächlich homosexueller Männer, die sich wie Frauen kleiden und bewegen. Sie werden respektiert und teilweise sogar hoch verehrt; sie treten als Tänzerinnen und Unterhalterinnen auf, wenn die Religion bei Festen die Anwesenheit von Frauen nicht erlaubt. Dennoch sind sie im herkömmlichen Sinn rechtlos: Sie dürfen weder eine Moschee noch einen Friedhof besuchen und leben ausschließlich gemeinschaftlich in ihren eigenen Häusern.

Sa., 5. Jan., 0.10 Uhr, MDR
Spielfilm
Harte Girls und zarte Bande
("Slaves to the Underground", USA 1996, R: Kristine Peterson, D: Molly Gross, Marisa Ryan, Jason Bortz u.a.) Mit ihrer Frauen-Punkrockband "No Exits" touren Shelley und ihre Geliebte Suzy durch die Musikclubs von Seattle, kompromißlos feministisch und durchaus zu Prügeleien mit lästigen Männern bereit. Konflikte brechen auf, als Shelley wieder mit ihrem Ex-Freund Jimmy anbändelt und von Suzy aus der Band und der gemeinsamen Frauen-WG geworfen wird. Als "feinsinnige Generationsstudie" gepriesen, verkauft auch dieser Film doch wieder nur die Mär vom "Lesbischsein als Entwicklungsstufe" auf dem Weg zum (heterosexuellen) Erwachsenenleben.

So., 6. Jan., 20.15 Uhr, ARD
Fernsehfilm
Tatort - Schrott und Totschlag
(D 2001, R: Jürgen Bretzinger, D: Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe, Nina Hoger u.a.) It's Folkerts-Time again: Kommissarin Lena Odenthal ist auf der Jagd nach einem pädophilen Vergewaltiger, der ein erstes Opfer zwar nicht getötet, aber verletzt hat. Als das Mädchen ihm am nächsten Tag auf dem Schulweg begegnet, springt sie voller Panik von einer Brücke in den Rhein und ertrinkt. Die Befragung der Familie ergibt einen Hinweis auf die Vergewaltigung, aber Lena kann keinen Mord beweisen. Der Täter versucht indessen, sein Auto in einer Schrottpresse loszuwerden, um Tatspuren zu beseitigen. Hier laufen alle Hinweise zusammen.

Di., 8. Jan., 21.15 Uhr, Pro 7
Serie
Emergency Room - Die Hexenjagd
(USA 2000) Ein Tip für alle Seriensüchtigen: In der heutige Folge geht es in der momentanen lesbischen Liebesgeschichte zwischen Dr. Weaver und ihrer gutaussehenden Psychologin Legaspi in eine neue, kritische Runde. Legaspi wird von einer homophoben Patientin wegen sexueller Belästigung (!) angezeigt. Sie weist die Vorwürfe weit von sich und Dr. Weaver spricht für sie beim Untersuchungsausschuß vor. Allerdings verschweigt sie dabei, daß sie und Legaspi ein Liebespaar sind.

Fr., 11. Jan., 1.10 Uhr, ZDF
Spielfilm
Eine Frau für zwei
("Gazon maudit", Frankreich 1994, R: Josiane Balasko, D: Victoria Abril, Josiane Balasko, Alain Chabat u.a.) Loli lebt mit ihrem gut verdienenden Eheman Laurent und zwei Kindern in einem hübschen Häuschen bei Avignon. Leider gibt ihr Mann seinen beruflichen Terminen zu oft den Vorzug, so daß Loli für die Annäherungsversuche der burschikosen Marijo durchaus aufgeschlossen ist, die mit ihrem Campingbus genau vor ihrer Haustür liegengeblieben ist. Die beliebte französische Komödiantin Balasko inszeniert mit sich selbst in einer der Hauptrollen eine charmante und unkonventionelle Dreiecksgeschichte, die Klischees jeder Prägung herzerfrischend gegen den Strich bürstet.

Sa., 12. Jan., 13.00 Uhr, 3sat
Musik/Porträt
Happy Birthday, David Bowie
Am 8. Januar feierte die androgyne Jazz-Rock-Pop-Legende David Bowie seinen 55. Geburtstag. Der Sender nahm dies zum Anlaß, eine ganze Reihe seiner Videos zu einer musikalischen Hommage zusammenzustellen, darunter ganz frühe Clips, prämierte Videos wie "Ashes to Ashes" und eine seltene Langversion von "Absolute Beginners".

So., 13. Jan., 0.05 Uhr, ZDF
Spielfilm
Hotel New Hampshire
(USA 1984, R: Tony Richardson, D: Jodie Foster, Beau Bridges, Rob Lowe, Nastassja Kinski u.a.) Gelungene Verfilmung der verrückt-verworrenen Familiengeschichte aus der Feder von John Irving. Der Student Win Berry lernt seine spätere Frau beim Jobben in einem exklusiven Hotel an der Küste von Maine kennen. Später zieht er mit seiner inzwischen siebenköpfigen Familie in ein leer stehendes Schulgebäude und macht daraus ein Hotel. Seine Kinder wachsen in dem verwunschenen Haus heran, jedes mit seinen eigenen Problemen: Frank stellt fest, daß er schwul ist, die kleine Lily hat vorzeitig aufgehört zu wachsen... und John empfindet weitaus mehr für seine Schwester Fran, als dies unter Geschwistern üblich ist. Homohighlight: Nastassija Kinski darf in der Rolle einer lesbischen Bärin eine zärtliche Nacht mit Jodie Foster verbringen.

Mi., 16. Jan., 22.25 Uhr, 3sat
Spielfilm
Tödliches Schweigen
(D 1996, B+R: Bernd Böhlich, D: Bruno Ganz, Monika Lennartz, Ulrich Mühle u.a.) In einem kleinen vogtländischen Dorf feiert Fleischermeister Plache seinen 60. Geburtstag. Seine Frau Lisa hat eine ganz besondere Überraschung vorbereitet: Sie hat ihren Sohn Christian ausfindig gemacht, der Mitte der 80er Jahre das Dorf heimlich bei Nacht und Nebel aus unbekannten Gründen verließ. Er ist homosexuell und lebt in der Stadt heute sein eigenes Leben. Aber Christian merkt bald, daß die Jahre des Fernbleibens nichts an der Sprachlosigkeit zwischen ihm und seinem früheren sozialen Umfeld verändert haben. Die Unfähigkeit zur Kommunikation endet schließlich in einer familiäre Katastrophe.

Do., 17. Jan., 0.10 Uhr, Vox
Spielfilm
Jagdszenen aus Niederbayern
(D 1968, R: Peter Fleischmann, D: Hanna Schygulla, Martin Sperr, Angela Winkler u.a.) Barbaras Sohn Abram, ein 20-jähriger Mechaniker, ist homosexuell. Im Dorf spricht sich so etwas schnell herum und Abram wird beschimpft und vertrieben, wo immer er auftaucht. Trägt er anfangs sein Schicksal mit stoischer Gelassenheit, kommt es zu einer zwischenmenschlichen Katastrophe, als das "Dorfluder" Angela sich an ihn heranmacht und von ihm schwanger wird. Abram erwürgt sie in einem Anfall von Raserei und wird von den Dorfbewohnern wie ein Tier gejagt.

Do., 17. Jan., 0.20 Uhr, Arte
Dokumentation
Inquisition heute - Im Visier der römischen Glaubenswächter
(D 2001) Wer heute von der rechten Lehre der römisch-katholischen Kirche abweicht, muß nicht mehr mit Folter und Scheiterhaufen rechnen ... aber mit Untersuchungen und Repressionen. Denn es gibt sie noch, die "Heilige Inquisition". Der erst 1965 in "Kongregation für die Glaubenslehre" umbenannten Organisation steht heute der ultrakonservative deutsche Kardinal Ratzinger vor. Der Film rekonstruiert das Vorgehen der "Kongregation" am konkreten Fall der US-amerikanischen Ordensleute Schwester Jeannine Gramick und Pater Robert Nugent, die 1999 verurteilt, von allen Ämtern ausgeschlossen und zum Schweigen verpflichtet wurden, weil sie öffentlich eine positive Einstellung zum Thema Homosexualität vertreten und sich um eine Verständigung zwischen katholischer Kirche und schwullesbischen Lebenswelten bemüht hatten.

Fr., 25. Jan., 16.00 Uhr, ARD
Porträt/Serie
höchstpersönlich - Mary
Georg Preuße alias Mary ist der erfolgreichste deutsche Travestiekünstler der letzten Jahrzehnte, der sich seinen Weg zum Ruhm buchstäblich Schritt für Schritt aus der bürgerlich-katholischen Welt seines westfälischen Elternhauses erkämpfen mußte. Das "höchstpersönlich"-Team hat den Mann hinter Mary mit der Kamera in seine Berliner Wohnung begleitet; Freunde, (Wahl-)Familie und seinen Lebensgefährten und Manager Jack Amsler zu Wort kommen lassen, um einen privaten Blick auf die öffentliche Person "Mary" zu ermöglichen.

Mi., 30. Jan., 20.15 Uhr, ARD
Fernsehfilm
Bobby
(D 2001, R: Vivian Naefe, B: Gabriele Sperr, D: Bobby Brederlow, Veronica Ferres, Markus Knüfken, Hansa Czypionka u.a.) Der Film erzählt die Geschichte des Bobby Kustermann, eines jungen Mannes mit Down-Syndrom, der nach dem Tod seiner Mutter gern bei seinem schwulen Bruder leben möchte. Ein langer und zermürbender Kampf um das Sorgerecht mit den Behörden und anderen Familienmitgliedern beginnt, der zugleich auch ein Kampf ist gegen Borniertheit und konservative Familienvorstellungen ist. Die Geschichte trägt bewußt autobiographische Züge des Hauptdarstellers Bobby Brederlow, der heute mit seinem Bruder und dessen Freund in München lebt.

Anne-K. Jung

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