Die Zeitschrift für sexuelle Emanzipation

Titelblatt Gigi Am 17. Mai erschien die neue Ausgabe der sexualpolitischen Zeitschrift "Gigi". Das Datum wurde bewußt gewählt, genau an diesem Tag behandelte der Deutsche Bundestag des Gesetzentwurf der rot-grünen Regierungskoalition zur Rehabilitierung homosexueller NS-Opfer. Zwar wurde die "Ehre" der schwulen und lesbischen NS-Opfer wiederhergestellt, aber eine Entschädigung werden diese Menschen nicht erhalten.

Die Gigi-Redaktion befaßt sich in der neuen Ausgabe schwerpunktmäßig mit diesem Thema und kritisiert am vorliegenden Gesetzentwurf vor allem auch, daß "von der Rehabilitierung jene Zehntausende explizit ausgeschlossen werden, die nach § 175 bis 1969 in der 'freiheitlich-demokratischen' Bundesrepublik angeklagt und teils von denselben, längst rehabilitierten NS-Richtern wieder in die Zuchthäuser zurückgeschickt wurden. Dies, so wird bis heute von den führenden Entschädigungspolitikern der Koalition behauptet, sei mit dem Grundgesetz vereinbar gewesen und ferner seien diese Verurteilungen in einem ordentlichen demokratischen Verfahren zustandegekommen."

Auch die lesben- und schwulenpolitische Sprecherin der PDS-Bundestagsfraktion, Christina Schenk, empfindet diese Rechtfertigung des § 175 bis 1969 in der Bundesrepublik als einen Skandal.

Um zu illustrieren, um welche Schicksale es dabei geht, veröffentlicht "Gigi" ein Interview mit Pierre Seel, einem Elsässer, der als jugendlicher Rosa-Winkel-Häftling mitansehen mußte, wie sein Geliebter ermordet wurde.

Ausgewählte Artikel des aktuellen Heftes sind auch auf der Internetseite www.gigi-online.de dokumentiert.

Gigi