Zukunftsvorsorge für Schwule und Lesben

Auch wenn viele die Zukunft und das eigene Altern so gern verdrängen: es lohnt sich auf jeden Fall, einige Gedanken auf die eigene Altersvorsorge zu verwenden. Schließlich werden bei den meisten Schwulen und auch Lesben nicht eigene Kinder für den Lebensabend aufkommen. Welche Möglichkeiten zur Altersvorsorge es für uns gibt, zeigt dieser Beitrag, der in Kooperation mit "anders beraten" entstanden ist.

Die Riester-Rente fördert Geringverdiener und Familienväter. Will man im Alter ins Ausland, müssen alle Vorteile daraus zurückgezahlt werden. Auch gilt der eingetragene Lebenspartner nach dem Steuergesetz nicht als Ehegatte, die Hinterbliebenenversorgung wird im Todesfall nicht ausgezahlt, Riester behält sie wahrscheinlich selber. Erwartet man eine hohe Summe aus seinem Investmentfonds und die Börsen crashen, ist schnell nichts mehr übrig; die Altersvorsorge für uns Schwule - ein Fall für den Sparstrumpf?

Private Rentenversicherungen boomen seit Jahren und sind ein gutes Instrument zur Altersvorsorge. Zum einen kann man sich aus dem angesparten Geld lebenslang eine gut kalkulierbare Rente auszahlen lassen, zum anderen kann man sich am Ende das gesamte Guthaben steuerfrei auszahlen zu lassen - viel Flexibilität und wenig Steuern. Aber Rentenversicherung ist nicht gleich Rentenversicherung!

Rentenversicherung ohne Knackpunkte?

Die Anbieter garantieren einen gesetzlich vorgeschriebenen Zinssatz - momentan noch 3,5%. Einbrüche und Crashs an den Kapitalmärkten beeinflussen den Garantiezins nicht - nagen aber momentan an den sogenannten Überschüssen, den die Unternehmen zusätzlich für die Kunden erzielen. In den letzten Jahren haben die deutschen Anbieter im Schnitt ihre Kunden mit mageren 5 Prozent über eine Laufzeit von 30 Jahren abgespeist. Gute Anbieter brachten es im selben Zeitraum auf über 6,5 Prozent. Wer es sehr sicher mag und keine Risiken eingehen möchte, ist aber hierbei fürs Alter gut aufgehoben.

Fondsgebundene - Die Lösung?

Um mit der Zeit zu gehen, bieten immer mehr Gesellschaften fondsgebundene Rentenversicherungen an. Das Sparen erfolgt hierbei über Investmentfonds - das ganze Risiko der Anlage liegt also beim Kunden - im Falle eines Börsencrashs muß der Kunde die Verluste voll selbst tragen - sicher nicht der Sinn einer Rentenversicherung. Ein eingebauter Webfehler der Fonds-Rente generell, sei nur nebenbei erwähnt: Im Todesfall erhält der Lebenspartner nur die eingezahlten Beiträge zurück und nicht das verzinste Guthaben. Wenn der Partner dann diesen Betrag noch mit ca. 50 Prozent Erbschaftssteuer zu versteuern hat, ist viel Geld versenkt. Für in Partnerschaft Lebende sei daher dringend empfohlen, zusätzlich gegenseitig eine preiswerte Risikolebensversicherung abzuschließen - für Schwule sicher keine einfache Sache - sind hier viele Versicherungen doch besonders pingelig.

Riester die Alternative?

Riester läßt sich schnell behandeln. Mit Walters Rente werden vor allem Geringverdiener und Familien mit vielen Kindern gefördert. Viele komplizierte Gesetzesvorschriften müssen eingehalten werden, was schlußendlich die Kunden mit höheren Kosten zu bezahlen haben. Die Förderung reicht bei einem schwulen Lebenskonzept nicht aus, um gute Renditen zu erwirtschaften. Möchte man den Lebensabend im Ausland verbringen, sind alle Vorteile der gesamten Laufzeit an den Staat zurückzuzahlen. Denkt man dann auch noch über den Tod nach und freut sich, daß wenigstens der Partner die Rente weiter erhält, stößt man schnell an die Grenzen der Gleichstellung bzw. wilden Ehe. Solch tollkühnen Ideen sind der Regierung nämlich nicht zum Thema "Hinterbliebenenversorgung" eingefallen.

Vergleicht man also die verschiedenen Formen von Rentenversicherungen stellt man fest, daß alle Wege ihre Vor- und Nachteile haben. Auf bewährtes zu setzen, ist sicher nicht der falsche Ansatz. Ein erster Schritt muß es sein, zunächst einmal den Geldbedarf im Alter abzuschätzen. Womit kann ich von staatlicher Seite rechnen, welche anderen Ansprüche werde ich haben? Wieviel fehlt mir dann noch, um sorgenfrei leben zu können. Hieraus läßt sich dann ein brauchbares Konzept für die Altersvorsorge stricken.

Gunnar Koschinsky
anders beraten Südsachsen / Oberfranken
Tel.: 03767 - 66528 oder
gebührenfrei 0800 - 42966639

Rente oder Sparstrumpf?