THE ARK - Schwedens knackigster Exportartikel seit Wasa

Niedlich sein allein reicht nicht. Obwohl das natürlich schon mal schön ist, wenn Augen so blitzen können wie die von Ola Salo, dem Leadsänger von THE ARK. Sie verschießen denn während des Interviews auch permanent Lichtimpulse in jedermanns Richtung. Ob das passiert, weil er es meint, oder einfach nur weil hinter seiner Punkattitüde doch ein Showprofi steckt, ist nicht auszumachen.

The Ark Dabei müßte er nicht flirten, um gemocht zu werden. Schließlich hat er eine großartige Band und eine tolles Album im Rücken. "In Lust wie Trust" ist THE ARKs zweites und beeindruckt durch kräftig gefühlvollen Gitarrenrock nach skandinavischem Strickmuster - siehe The Cardigans. Nachdem sie mit der CD in Schweden Bruce Springsteen von der Chartspitze verdrängt haben, kommen es sie nun, auch den Deutschen zu beweisen, wie gut sie sind.

Das THE ARK dabei auch Schwule und Lesben ansprechen wollen, ist selbstverständlich. Ola erklärt: "Ich bin bisexuell, weißt Du, und das auch sehr offen. Die anderen Jungs in der Band sind zwar hetero, aber THE ARK kämpft für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen, weil wir glauben, daß deine Lust dein wichtigster Wegweiser ist. Höre auf dein Bauchgefühl, es gibt nichts wichtigeres als Liebe im Leben. Egal wie sie sich manifestiert." Deshalb "In Lust We Trust"? "Ja, genau so ist das gemeint." Mit ihrem Motto waren sie die Headliner beim größten Pride-Festival Skandinaviens und begeisterten die Massen. Aber eigentlich sehen sie sich nicht politisch, obwohl sie natürlich wissen, wie grundsätzlich revolutionär ihr lustvoll vertrauender Ansatz ist. "Organisierte Politik ist zu langsam. Wahre Veränderung kommt immer von unten, basiert mehr auf einem Gefühl der Unzufriedenheit und des Suchens als auf allem anderen."

The Ark Unzufrieden waren THE ARK am Anfang ihrer Karriere auch mit der Musik, die sie umgab. "Wir wollten etwas Größeres." Das haben sie gefunden. "In Lust We Trust" ist laut und bunt, hat Kraft und Seele, erinnert an den Glamrock der 70er genauso wie an englische Produktionen der 90er, entwickelt dabei aber einen ganz eigenen Charakter, will mit kindlichem Eigensinn alles und bekommt es auch. Man muß das nicht mögen und Leute die über House nie hinausgekommen sind sollten die Finger davon lassen. Jeder jedoch, dem Rockopern, Klassik, The Doors oder Musicals Spaß machen, dem wird auch The Ark gefallen.

"In Lust We Trust" erscheint am 11.11. bei Virgin Deutschland. Serviervorschlag: Sonntag Morgen, Wasa, Bittere Orangenmarmelade, Kaffe, Kippe und The Ark. Ein herrliches Bauchgefühl.

pasch

Lustvoll vertrauen