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So., 1.12., 20.15 Uhr, Sat1
Gala/Show
Stars 2002 - Die AIDS-Gala
Bunte Benefiz-Show in Zusammenarbeit mit der Deutschen AIDS-Stiftung in Berlin, moderiert von Hape Kerkeling. Informationen, Musik und Comedy für den guten Zweck, mit Tracy Chapman, Moby, Thomas Hermanns und vielen anderen. Informationen über AIDS in Afrika und Deutschland: berichtet wird über ein seit 1999 bestehendes Wohnprojekt in Kreuzberg, in dem rund 30 Menschen mit AIDS leben, das die Deutsche AIDS-Stiftung übernehmen will. Während der Sendung kann gespendet werden.

Mo., 2.12., 00.00 Uhr, NDR
Dokumentarfilm
Herr Schmidt und Herr Friedrich
(D 2001, R.: Ulrike Franke, Michael Loeken) Szenen aus dem Leben eines langjährigen schwulen Paares, Wilfried Friedrich und Kurt Schmidt: Beziehungskomödie, Reise in die deutsch-deutsche Vergangenheit und Besichtigung der Provinz im Südwesten Niedersachsens. Die Beziehung zwischen dem kaufmännischen Angestellten und dem Ostberliner Kellner begann lange vor dem Mauerfall, 1977. In Friedrichs Stasi-Akte wurde vermerkt, er sei homosexuell. Heute langzeitarbeitslos, widmen sich die Mittfünfziger ihren Hobbys Minigolf, Gärtnern und Sammeln. Für die Kamera öffneten sie Schränke und Alben. Der Film verwundert, rührt und bringt zum Lachen, ohne bloßzustellen.

Di., 3.12., 20.15 Uhr, 3sat
Fernsehfilm
Die Manns - Ein Jahrhundertroman
(D 2001, R.: Heinrich Breloer, D.: Armin Mueller-Stahl, Monica Bleibtreu, Jürgen Hentsch, Veronica Ferres, Sophie Rois u.a.) Mit zahlreichen Preisen dekorierter Fernsehfilm - nominiert für den Emmy Award 2002, ausgezeichnet mit Grimme-Preis und Goldener Kamera. Der dritte Teil schildert die Jahre 1942 bis 1955: Thomas und Katia Mann, Heinrich Mann und seine Frau Nelly leben im kalifornischen Exil. Klaus geht aus Opposition zum Naziregime zur Army. Nach dem Krieg nimmt er sich in Cannes das Leben. Gelungene Montage aus Dokumentation und Spielszenen. Als "gelungene Verbindung von Unterhaltung und Aufklärung" (Neue Zürcher Zeitung) und "Geniestreich" (taz) gelobt.

Mi., 4.12., 22.40 Uhr, arte
Spielfilm
East Palace, West Palace - Verhör im Dunkeln
("Dong Gong Xi Gong", China 1996, R.: Zhang Yuan, D.: Si Han, Hu Jun, Wang Quan, Ye Jing u.a.) Mit schmalem Budget gedrehter chinesischer Underground-Film, dessen internationale Premiere 1997 in Cannes in Abwesenheit des Regisseurs stattfand, der keine Ausreiseerlaubnis erhielt: Bei einer Razzia in einem Park wird der schwule Schriftsteller A-Lan festgenommen und von dem Polizisten Xiao Shi einem langen Verhör unterworfen. Nicht nur polizeilicher Ermittlungseifer, sondern persönliche sexuelle Neugier leitet den Polizisten, dessen Opfer gleichfalls Gefallen an seinem Gegenüber findet. Immer mehr vertauschen sich die Rollen, die beiden steigern sich in ein sado-masochistisch gefärbtes Rollenspiel. - Psychologisch spannend inszeniertes Kammerspiel über das in China streng tabuisierte Thema Homosexualität, abseits des offiziellen chinesischen Kinos.

Sa., 7.12., 21.00 Uhr, VIVA
Musiksendung
Overdrive: Rosenstolz
Anna Rosenbaum und Peter Plate machen seit 1991 eingängige Musik mit deutschen Texten. Mittlerweile gehört Rosenstolz zu den erfolgreichsten deutschen Acts, ihr aktuelles Album "Macht Liebe" ist ein Bestseller. Bis Weihnachten sind die Herzensschönen auf Deutschland-Tour, und auch Overdrive zeigt Rosenstolz und Band live.

So., 8.12., 18.15 Uhr, arte
Porträt
Biographien: Der Chef - Alice Schwarzer im Porträt
(D 2002) Bio über Alice Schwarzer anläßlich ihres 60. Geburtstages am 3. Dezember. Das Lebensmotto der bekanntesten deutschen Feministin: "Für jeden eingesteckten Schlag zwei austeilen." Seit Mitte der sechziger Jahre ist ihre Geschichte untrennbar mit der französischen und der deutschen Frauenbewegung verknüpft. Der Film von Birgit Schulz konfrontiert Schwarzer mit ihren spektakulärsten Aktionen und Fernsehauftritten und zeigt die Überlebensstrategien einer kämpferischen Frau.
außerdem: Do., 5.12., 11.15 Uhr, 3sat: Wortwechsel, Interview mit Alice Schwarzer,
Sa., 7.12., 10.15 Uhr, 3sat: Alice Schwarzer zum Thema: Ist die Zukunft weiblich?)

Fr., 13.12., 20.15 Uhr, VOX
Whg.: Sa., 14.12., 14.55 Uhr, VOX
Spielfilm
To Wong Foo
("To Wong Foo, Thanks For Everything, Julie Newmar", USA 1995, R.: Beeban Kidron, D.: Wesley Snipes, Patrick Swayze u.a.) Das amerikanische Pendant zur 1994 gedrehten australischen Travestiekomödie "Priscilla - Königin der Wüste": Noxeema Jackson (Wesley Snipes) ist zur Meisterschaft der Drag Queens nach Hollywood eingeladen. In einem Cadillac-Cabriolet macht sie sich mit ihren Kolleginnen Vida Boheme (Patrick Swayze) und Chi Chi Rodriguez (John Leguizamo) auf den Weg von der Ost- zur Westküste. Sie stranden in einem Kaff, wo sie das Leben der Bewohner aufmischen und sich mit den Attacken des schwulenfeindlichen Sheriffs herumschlagen. Mit einer Nominierung für den Golden Globe wurde die schauspielerische Leistung von Patrick Swayze und John Leguizamo honoriert. Der toughe Swayze zeigte sich als Vida Boheme von einer ganz neuen Seite.

Fr., 13.12., 23.30 Uhr, ARD
Fernsehkrimi
Tatort: Kleine Diebe
(D 2000, R.: Vivian Naefe, D.: Udo Wachtveitl, Miro Nemec, Michael Fitz, Ulrike Folkerts u.a.) Kein Monat ohne Odenthal-Tatort: Die Münchner Kriminalkommissare Leitmayr und Batic ermitteln erfolglos im Fall eines toten Jungen. Hilfe naht in Gestalt ihrer Ludwigshafener Kollegin Lena Odenthal. Die Ermittler kommen einer Kinderbande auf die Spur - und den Drahtziehern dahinter.

Sa., 14.12., 04.15 Uhr, RTL2
Thriller
The Versace Murder
("The Versace Murder", USA 1997, R.: Menahem Golan, D.: Franco Nero, Steven Bauer, Shane Perdue, Matt Servitto u.a.) Die auf dem realen Vorfall basierende Geschichte des Serienmörders Andrew Cunanan und des schwulen italienischen Modeschöpfers Gianni Versace: Cunanan, ein attraktiver Schwuler, lebt im Jet-Set und verdient sein Geld als Callboy. Um als Model zu arbeiten, schleicht er sich bei einem Casting bei dem berühmten Modemacher ein. Als er nicht engagiert wird, flippt er aus und tötet seinen Ex-Freund und dessen Liebhaber. Verfolgt vom FBI, nähert er sich seinem eigentlichen Opfer... In Cannes wurde das Werk kontrovers diskutiert.

Di., 17.12., 01.05 Uhr, ARD
Spielfilm
Die Ballade vom traurigen Café
("The Ballad Of The Sad Cafe", GB/USA 1990, R.: Simon Callow, D.: Vanessa Redgrave, Keith Carradine, Cork Hubbert, Rod Steiger u.a.) Verfilmung des Werkes von Carson McCullers: Die resolute Miss Amelia (Vanessa Redgrave) wird in ihrer Kleinstadt im amerikanischen Süden respektiert und gefürchtet. Die Tabakplantagen-Besitzerin jagte vor Jahren ihren Ehemann fort. Sie verliebt sich in Lymon, der auftaucht und sich als ihr Vetter ausgibt. Doch ihr Exmann kehrt auf Rache sinnend zurück und verbrüdert sich mit Lymon... - Die amerikanische Autorin McCullers erzählt mit großem Realismus Parabeln über Einsamkeit und zerstörerische Leidenschaften. Der englische Schauspieler, Autor und Theaterregisseur Simon Callow verfilmte die Erzählung in seinem Kinodebüt als zeitlose Tragödie.

Fr., 20.12., 20.45 Uhr, arte
Fernsehfilm
Neuschnee
("Premières neiges", F 1999, R.: Gaël Morel, D.: Elodie Bouchez, Stéphane Rideau, Aure Attica, Salim Kechiouche) Lesbe auf verhindertem Beutezug: In der Weihnachtsnacht will Léa mit ihrer Freundin ein Kaufhaus ausrauben. Ein Wachmann entdeckt Léa und will die Polizei alarmieren. Sie hat nur eine Chance: mit Charme und Klugheit einen Zugang zu dem toughen Typen finden. Ein Katz-und-Maus-Spiel entwickelt sich, Haß wie Nähe entstehen in der abgeschlossenen Kaufhauswelt. Der Film lebt von schnellen Dialogen und der Präsenz seiner Hauptdarsteller.

Mi., 25.12., 17.10 Uhr, ARD
Spielfilm
Mord im Orient-Express
("Murder On The Orient-Express", GB 1974, R.: Sidney Lumet, D.: Albert Finney, Lauren Bacall, Ingrid Bergman, Jacqueline Bisset, Jean-Pierre Cassel, Sean Connery, Anthony Perkins, Vanessa Redgrave, Rachel Roberts u.a.) Der Krimi-Klassiker von Agatha Christie, 1974 verfilmt mit einem illustren Staraufgebot: Vanessa Redgrave, Jacqueline Bisset, Ingrid Bergman, Lauren Bacall, Anthony Perkins, Sean Connery. Istanbul, 1935: Detektiv Hercule Poirot reist im 1.-Klasse-Schlafwagen des Orient-Express heimwärts. Am nächsten Morgen liegt der Amerikaner Ratchett tot in seinem Abteil. Der Mörder oder die Mörderin muß noch im Zug sein. - Regisseur Sidney Lumet ("Die zwölf Geschworenen") verlieh dem im Stil der dreißiger Jahre ausgestatteten Thriller nostalgischen Glanz.

Fr., 27.12., 22.45 Uhr, Bayern
Spielfilm
In & Out - Rosa wie die Liebe
(USA 1997, R.: Frank Oz, D.: Kevin Kline, Joan Cusack, Tom Selleck, Matt Dillon, Debbie Reynolds u.a.) Greenleaf, eine Kleinstadt in den USA. Der allseits geachtete Lehrer Howard Brackett wird bei der live übertragenen Oscar-Verleihung von seinem ehemaligen Schüler als schwul geoutet. Niemand wußte bisher von seiner Homosexualität - auch er selbst nicht. Chaos in Greenleaf! Entsetzen bei Eltern, Dauerverlobter und braven Bürgern. Howard gibt den Hetero-Macho. Da heftet sich der attraktive Reporter Malloy an seine Fersen... - Die Komödie von Frank Oz nimmt schwule Klischees, die Medien und Hollywoodstars auf die Schippe. Oz spickte seine heiter-nachdenkliche Kleinstadt-Studie mit Zitaten aus Frank-Capra-Filmen ("Mr. Deeds geht in die Stadt", "Ist das Leben nicht schön?"), persiflierte das Vietnam-Epos "Geboren am 4. Juli" von Oliver Stone sowie Tom Hanks' Dankesrede zu seinem Oscar-Gewinn mit "Philadelphia". Oscar-Preisträger Kevin Kline überzeugt als in seiner Identität gründlich verunsicherter Mann, Tom Selleck als zynischer schwuler Reporter. Ein Hollywood-Feelgood-Movie, trotzdem lohnend.

Ingrid Scheffer

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