Das 9.Leipziger Lesbentreffen - ein Rückblick

Sonntag Nachmittag im Clara-Zetkin-Park. Annähernd 40 Frauen spielen hier Fußball. Ein öffentliches Training der Frauenmannschaft des VFB Leipzig? Keineswegs - es ist die letzte Veranstaltung des 9. Leipziger Lesbentreffens, das vom 7. bis 13. Oktober stattgefand. Eine Woche lang hatten die Organisatorinnen – unter ihnen die Leipziger Musikagentin Gesa Pankonin, die Schwuso-Sprecherin Patricia Steer und Leipzigs Lesbenbeauftragte Kathrin Sohre – Veranstaltungen rund ums lesbische Leben angeboten. Kooperiert wurde in diesem Jahr erstmals nicht nur mit den Leipziger Frauen- und schwul-lesbischen Vereinen, sondern auch mit anderen Kulturorten wie der Schaubühne Lindenfels. Leipziger Unternehmen, Läden und eine Bank unterstützten das Projekt. Dieses beinhaltete unter anderem Diskussionen um die Vor- und Nachteile der Eingetragenen Partnerschaft. Es wurden Visionen gesammelt für eine Gesellschaft, in der die Diskriminierung von Lesben und Schwulen der Vergangenheit angehört. Denn nach wie vor trauen sich viele lesbisch lebende Frauen nicht, offen zu ihrer Lebensweise zu stehen. Ablehnung und Mißtrauen begegnen ihnen zu häufig - auch in Leipzig, betont Kathrin Sohre.

Neben Diskussionen, Lesungen, Sport und Parties war das Konzert der Schweizer Band "Les Reines Prochaines" (frz. "die kommenden Königinnen") der Höhepunkt des 9. Leipziger Lesbentreffens. Selbstbewußt hatten die Organisatorinnen alle zum Konzert eingeladen, die mit lesbisch lebenden Frauen gemeinsam die dadaistisch-tiefsinnige und herrlich komische Musikperformance der exzellenten Schweizerinnen erleben wollten. Und die Einladung wurde freudig angenommen. Aus ganz Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg kamen Frauen wie Männer zum Konzert. Auch die Leipzigerinnen und Leipziger zeigten, daß ihnen ziemlich egal ist, ob sich eine Frau in eine Frau oder in einen Mann verliebt. "Hauptsache glücklich" war die Devise.

So ziehen die Organisatorinnen eine rundum positive Bilanz. Viele Informationen rund um lesbische Lebensweisen wurden an Frau und Mann gebracht, Spaß hat es gemacht und die Toleranz gefördert. "Wenn jetzt ein paar Frauen weniger am Arbeitsplatz Probleme bekommen, wenn sie offen zu ihrer Lebensweise stehen, dann hat sich der Aufwand gelohnt" resümiert Kathrin Sohre und macht sich an die Planung des 10. Leipziger Festivals der lesbischen Lebenskunst, das im Oktober 2003 stattfinden soll.

Informationen über das Leipziger LesbenTreffen im Internet unter www.leletre.de. Information und Beratung zu allen Themen rund ums lesbische bzw. schwule Leben bei der Beauftragten für gleichgeschlechtlicher Lebensweisen dienstags von 9-12 Uhr und 13-18 Uhr oder nach Absprache (Tel. 123 67 42, Fax 123 67 46).

Devise: Hauptsache glücklich