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television tip:

Mo., 11.11., 00.00 Uhr, NDR
Tunten lügen nicht 2002
Rosa von Praunheim wird am 25. November 60 Jahre alt.

Aus diesem Anlaß würdigt der NDR den Regisseur und Schwulenaktivisten mit einer kleinen Werkreihe:

Nach "Tunten lügen nicht" wird am 25. November von Praunheims filmisches Selbstporträt sowie seine Dokumentation "Stolz und schwul" zu sehen sein. - Mitte der 80er Jahre lernen sich in Westberlin vier junge Männer kennen: Der Krankenpfleger Bernd Bossmann aus Appeldorn, Ludger Wekenborg, der einige Semester Theologie in Münster hinter sich hat, als er auf eine Berliner Modedesign-Schule wechselt, der Münchener Timo Schrader, der eine Schneiderlehre beginnt, und Christoph Josten, der vor seiner rheinischen Großfamilie in die Großstadt geflüchtet ist und zum Theater will. An der Volksbühne bekommt er schließlich eine eigene Kabarettshow. Sein Künstlername: Ovo Maltine. Auch die drei anderen finden ihren Platz in Berlins Theaterszene. Sie nennen sich Ichgola Androgyn, Bev StroganoV, Tima die Göttliche - und "Tunten". So wird die Bezeichnung als Schimpfwort bald nicht mehr taugen. Die vier haben sich nie mit ihrer Rolle als Show-Tunte zufrieden gegeben: Plüsch und Pailletten waren Spaß und Zutat, aber immer ging es ihnen auch um politische Themen, um Kampf gegen Rechts, gegen Rassismus und Gewalt. Um die Aufklärung über AIDS. - Ovo, Ichgola, Bev und Tima erzählen Rosa von Praunheim ihre Geschichte.

Ganz persönlich, ganz uneitel, mit viel Humor. Geschichten von Liebe und Sex, von Angst und Tod, von Enttäuschung und Hoffnung.

Do., 21.11., 02.00 Uhr, arte
Mo., 04.11., 23.15 Uhr, WDR
Spielfilm
Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
(D 1970, R.: Rosa von Praunheim, D.: Bernd Feuerhelm, Berryt Bohlen, Ernst Kuchling, Dietmar Kracht)

Der Film, der der deutschen Schwulenbewegung einen gehörigen Schubs gab: Daniel, ein junger Mann aus der Provinz, zieht nach Berlin. Dort trifft er Clemens - große Liebe. Sie ziehen zusammen und versuchen, die bürgerliche Ehe zu kopieren. Nach vier Monaten endet das traute Glück. Daniel hat inzwischen einen älteren, reichen Mann kennen gelernt und zieht mit ihm in dessen Villa. Doch bald betrügt ihn sein neuer Freund. Daniel arbeitet in einem Schwulen-Café, kleidet sich nach der neuesten Mode und paßt sich den Idealen der Subkultur an. Nachts geht er in Bars und sucht sexuelle Abenteuer. Er erlebt, wie ältere Schwule von Rockern zusammengeschlagen werden.

In einer Kneipe trifft er Paul, der ihn in seine schwule Wohngemeinschaft mitnimmt. Diese verklickert Daniel, daß er ein oberflächliches Leben führt. Seine Aufgabe als emanzipierter Schwuler sei es, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen und andere Werte zu schaffen als Mode und Sex. Er solle politisch aktiv werden und über menschliche Formen des Zusammenlebens nachdenken. - Schwule reagierten damals auf den Film mit Verwirrung und Empörung, aber auch mit Aktionen. Die Aufführung des Films im deutschen Fernsehen wurde zum Skandal. Der WDR, der den Film in Auftrag gegeben hatte, war der einzige Sender, der ihn ausstrahlte.

Die vorgesehene Aufführung bei der ARD wurde kurzfristig abgesagt, sie strahlte den Film erst ein Jahr später aus - Bayern klinkte sich daraufhin aus dem Programm aus.

Außerdem:

Do., 21.11., 22.00 Uhr, arte
Kampfname Rosa. Rosa von Praunheim - 60 Jahre Bürgerschreck

Do., 21.11., 22.00 Uhr, arte
Pfui Rosa! - Ein Selbstporträt

Fr., 1.11., 22.10 Uhr, arte
Whg.: Do., 7.11., 15.15 Uhr, arte
Dokumentation
Die Frauen von Kabul - Sterne am verbrannten Himmel
Die Filmemacherin Elke Jonigkeit fuhr ins zerstörte Kabul, um Parwin, Hafiza und Tajwar zu suchen, Frauen, die sie 14 Jahre zuvor bei ihrer ersten Reise für den Dokumentarfilm "Tschadari und Buz Kaschi" kennen gelernt hatte. Die Aufnahmen führen in das Frauengefängnis von Kabul, in eine primitive Dorfklinik und in das berüchtigte Stadion von Kabul, in dem Frauen unter den Taliban gesteinigt wurden. Diese Momentaufnahmen und die Geschichte der drei Protagonistinnen aus dem ersten Film fügen sich zu einem Porträt des heutigen Afghanistan. Während Parwin die Erfüllung ihrer Träume an der Seite der Sowjets erhoffte, glaubte Tajwar an eine bessere Zukunft durch den gemeinsamen Kampf an der Seite der Mudjaheddin, von denen sie dann verraten wurde.

Gemeinsam ist ihnen der Kampf für ein selbstbestimmtes Leben. Sie verletzten die Grundregeln der afghanischen Männerwelt und mußten dafür teuer bezahlen.

Trotzdem haben sie nicht aufgegeben.

Elke Jonigkeit traf Frauen, deren Kraft und Mut ungebrochen sind. Sie übernehmen die Verantwortung für die Zukunft ihrer Kinder, ihres Landes und ihrer Männer.

Mo., 4.11., 23.30 Uhr, RTL
Magazin
andersTREND
Eine neue Folge des überwiegend schwulen Lifestyle-Magazins mit Moderator Frank Lukas. Themen diesmal unter anderem:

"Spaß von hinten - Der schwule Witz!" Oliver Kalkofe über Blondinen, Homosexuelle und die neue schwule Comedy. Über Schwule wird gelacht: Bully Herbigs "(T)raumschiff Enterprise" und "Der Schuh des Manitu" sind Publikumsmagneten und erfreuen sich auch in der schwulen Community größter Beliebtheit. Doch was ist eigentlich so witzig am schwulen Mann? Der Komiker Oliver Kalkofe ist dem Phänomen auf der Spur.

Und: "Schwule Schnorrer - Ein total verrücktes Liebespaar." Rafael und Karl Heinz sind leidenschaftliche Geizhälse und wissen, wie man richtig knausert. Die Toilette wird mit aufgefangenem Dusch- und Badewasser gespült und die beiden haben unterwegs immer eine magnetische Teleskop-Antenne dabei, falls ein paar Cents im Gully liegen. Gratisessen aus dem Internet, Haushaltsartikel aus Fernsehshows - andersTREND verspricht neben der Unterhaltung auch "einige geldwerte Tips".

Mi., 6.11., 22.00 Uhr, WDR
Whg.: Do., 7.11., 13.30 Uhr, WDR
Mo., 11.11., 17.10 Uhr, SFB
Magazin
frauTV: Ihr Leben ist eine Raststätte
Reportage über einen etwas anderen Autohof an der A 1, in Sittensen. Hierhin hat es die gelernte Hotelfachfrau Marita Prigge verschlagen. Die 39-jährige Mutter zweier Kinder pachtete vor knapp einem Jahr eine heruntergekommene Raststätte inklusive Tankstelle und beschloß: Es soll ein Autohof nur für Frauen werden. "Auf meiner Tanke wird es Frauen richtig gut gehen!" Die Rechnung ging auf: Mit Begeisterung nehmen Berufskraftfahrerinnen, aber auch private Fahrerinnen das Serviceangebot wahr: kostenloser Öl-, Wasser- und Reifenwechsel, freundlicher Mechanikerdienst, Massageraum, Duschen, Ruheraum, Kinderbetreuung und Baby-Räume, ein spezieller Truckerinnentreff mit Live-Musik, Gastronomie und nicht zuletzt 50 LKW-Stellplätze, wo Truckerinnen sich über Nacht sicher in ihre Kojen zurückziehen können. "Ich wurde milde belächelt", erinnert sich Marita Prigge.

Die Vereinigung Deutscher Autohöfe gab dem Projekt kaum eine Chance. Mittlerweile ist der Autohof die beliebteste Anlaufstelle an der A 1 - auch die Polizei kommt gern auf ein Schwätzchen vorbei. "Ich bin richtig stolz", erzählt Marita Prigge, "wenn mir Frauen sagen, daß sie lieber einen Umweg von zehn Kilometern in Kauf nehmen, nur um sich bei mir ein wenig entspannen zu können".

Mi., 6.11., 22.05 Uhr, MDR
Whg.: Do., 14.11., 20.15 Uhr, WDR
Fernsehkrimi
Tatort - Mordfieber
(D 1999, R.: Ulrich Stark, D.: Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe, u.a.) Schon wieder muß Ulrike ran: Verstümmelt wird die junge Polizistin Carol Roschner von Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihrem Kollegen Mario Kopper (Andreas Hoppe) nach einer gemeinsamen Schießübung im nahe gelegenen Gebüsch des Schießstandes gefunden: Gesicht und Brust sind zerschnitten. Entsetzt über die Brutalität schließen die Ermittler aus Ludwigshafen auf einen Ritualmörder, während der beteiligte Kriminalpsychologe von einem "Ingenieur des Grauens" spricht. Bevor die Mordkommission den Fall aufklären kann, schlägt der Psychopath erneut zu. Auch das zweite Opfer ist Polizistin und hat mit Lena Odenthal zusammen gearbeitet. Da droht Gefahr von unerwarteter Seite...

Do., 21.11., 22.25 Uhr, 3sat
Fernsehfilm
Eine außergewöhnliche Affäre
(D 2002, R.: Maria Pfeiffer, D.: Hans-Werner Meyer, Tatjana Blacher, Matthias Walter) Im Rennen um den "3sat-Zuschauerpreis": Jochen ist Lehrer und bei SchülerInnen wie KollegInnen sehr beliebt. Glücklich verheiratet mit Ina, der Vizedirektorin der Schule, zwei Kinder. Als ihm der attraktive Referendar Tom zugeteilt wird, ändert sich Jochens Leben. Tom, der aus seiner Homosexualität keinen Hehl macht, irritiert Jochen zunächst, doch nach und nach zieht ihn der junge Mann in seinen Bann. Nachdem sich die beiden auf einer Klassenfahrt näher gekommen sind, überstürzen sich die Ereignisse: Ina stellt Jochen zur Rede und sucht Trost bei einem befreundeten Nachbarn, Tom und Jochen werden von SchülerInnen beim Küssen ertappt...

Ingrid Scheffer

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