In den letzten Wochen wurde in den Medien mehrfach über illegale Reimporte von HIV-Medikamenten berichtet. Die Präparate stammen aus Hilfsprogrammen der Pharma-Unternehmen für Entwicklungsländer und tauchten auf dem holländischen und deutschen Markt auf. Die Importeure profitieren dabei von den hohen Preisunterschieden zwischen den armen und reichen Ländern.

Neben der Schädigung der Unternehmen besteht der Skandal vor allem darin, daß betroffenen Menschen in Afrika und anderen Ländern nun weniger oder keine der verbilligten Medikamente zur Verfügung stehen. Die jahrelangen Bemühungen von Patientenorganisationen und die "Access"-Programme der Pharma-Unternehmen werden gefährdet. Nicht zuletzt handelt es sich um kriminelle Handlungen, die von der Staatsanwaltschaft verfolgt werden.

Für Patienten in Deutschland besteht, das ist die gute Nachricht, keine Gefahr. Rückgerufene Chargen haben gezeigt, daß keine Beeinträchtigungen vorliegen. Nach Auskunft der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) sollten Patienten ihre Medikamente wie üblich einnehmen. Falls dennoch Unsicherheiten bestehen, sind auf der Homepage der DAH (www.aidshilfe.de) Informationen zu Hintergründen, die aktuell gültigen Chargennummern der illegal auf dem Markt befindlichen HIV-Medikamente sowie Verhaltensratschläge zu finden. Auf Wunsch sendet die AIDS-Hilfe Dresden e.V. auch Informationen zu oder berät persönlich.

Ansprechpartner ist Matthias Schwager
Tel.: 0351-4416142

Illegale Reimporte von HIV-Medikamenten