your personal guide

TV

television tip:

Fr., 2.8., 23.10 Uhr, arte
Dokumentation
Schweizerin und Rebellin - Annemarie Schwarzenbach 1908-1942
In der Schweiz der 30er Jahre war Annemarie Schwarzenbach eine wandelnde Provokation: Sie trug einen Pagenschnitt und Männerkleidung, fuhr schnelle Autos, nahm Morphium - und liebte Frauen. Die Begegnung mit Erika und Klaus Mann wurde für die Tochter einer Industriellenfamilie zum Wendepunkt in ihrem Leben: Sie verliebte sich in Erika und folgte ihr nach Berlin, wo sie zu schreiben begann und sich gegen den Faschismus engagierte. Schwarzenbachs Leben war eine Gratwanderung zwischen Euphorie und Depression. 1942 starb sie 34-jährig an den Folgen eines Fahrradunfalles. Die Regisseurin Carole Bonstein hat vor zwei Jahren aus unveröffentlichtem Material ein Porträt der wiederentdeckten Schriftstellerin und Journalistin geschaffen, das diese in ihrer Zerrissenheit wie faszinierenden Ausstrahlung zeigt.

Di., 6.8., 21.40 Uhr, arte
Wdh.: Mo., 12.8., 15.30 Uhr, arte
Dokumentation
Zittern im Angesicht des Herren
Vom Leben homosexueller orthodoxer Juden erzählt dieser Film. Er basiert auf den Aussagen schwuler Juden und lesbischer Jüdinnen, die versuchen, ihre Lebensweise mit ihrem Glauben, der Homosexualität verbietet, zu vereinbaren. Manche leben versteckt, andere offen, unter ihnen auch ein orthodoxer Rabbi. Über fünf Jahre hat Sandi Simcha DuBowski ihr Leben und ihren Kampf gegen die Tradition in Brooklyn, Jerusalem, London, Miami, Los Angeles und San Francisco begleitet. Der Film, der zur Zeit mit großem Erfolg in amerikanischen Kinos läuft, hat eine kontroverse Debatte unter orthodoxen Juden ausgelöst. Auf der Berlinale 2001 wurde er mit dem Teddy, beim Jerusalem Film Festival mit dem Preis in der Sparte "Jewish Experience" ausgezeichnet.

Do., 8.8., 18.00 Uhr, 3sat
Dokumentation
Der Verräter - Ein Nazi-Aussteiger lebt gefährlich
Jahrelang war Jörg Fischer aktives Mitglied von NPD und DVU, zuletzt auf Funktionärsebene. Dann stieg er aus. Nicht nur, weil ihn die Verfolgung politisch Andersdenkender abschreckte, sondern auch wegen seiner Homosexualität. Nachdem er sich jahrelang versteckt hatte, wagte er sich aus der Deckung und stellte sich den alten Kameraden. Heute argumentiert Jörg Fischer bei Informationsveranstaltungen und öffentlichen Auftritten gegen Neonazis - auch wenn er stets Gefahr läuft, von ihnen attackiert zu werden.

Sa., 10.8., 14.15 Uhr, N24
Whg.: Sa., 10.8., 23.15 Uhr, N24
Dokumentation
Die Hijrash - Die Zwitter von Peschawar
Körperlich sind sie Männer, doch sie kleiden und geben sich wie Frauen: die Hijrash, eine Kaste meist homosexueller Männer, die in der islamischen Gesellschaft die Rolle von Tänzerinnen und Unterhalterinnen einnimmt, wenn die Religion bei Festen die Anwesenheit von Frauen nicht erlaubt. Die Hijrash werden einerseits hoch geehrt und geschätzt, doch leben andererseits völlig rechtlos: Sie dürfen weder eine Moschee noch einen Friedhof betreten und leben in Gruppen zusammen in eigenen Häusern. Der Film wird im Rahmen der Reihe "N24 Dokumentation" gezeigt.

So., 11.08., 20.15 Uhr, ARD
Spielfilm-Krimi
Tatort: Flashback
(D 2002, R.: Matthias Glasner, D.: Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe, Justus von Dohnányi, Jürgen Vogel, Ulrike Grothe, Ulrich Gebauer) Diesmal wird unser aller Lieblingskommissarin übel mitgespielt: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) will in Urlaub fahren und muß vorher noch zur Bank. Plötzlich stürmen zwei maskierte, bewaffnete Männer den Kassenraum. Während einer die Kassierer in den Tresorraum schleppt, hält der andere die Kunden in Schach. Als draußen Polizei aufzieht, schießt er. In den Hinterkopf getroffen, stürzt Lena Odenthal zu Boden. Nach einer Notoperation fällt sie ins Koma, und anschließend kann sie sich an nichts erinnern. Sie recherchiert wieder einmal auf eigene Faust und stellt fest: der Täter hat sie erkannt. Ein Gangster - oder aber ein Kollege. Nach einer weiteren nicht autorisierten Aktion wird Lena vom Dienst suspendiert. Doch es kommt noch schlimmer...

So., 18.8., 19.15 Uhr, VOX
Magazin
Fit For Fun TV
"Fit For Fun" entdeckt die Schwulen. Neben "Absurde Diäten" widmet sich das Magazin in dieser Folge auch den Gay Games. Vom 2. bis 9. November findet die schwul-lesbische Olympiade dieses Mal in Sydney statt. Bereits zum sechsten Mal werden sich Lesben und Schwule aus aller Welt in 31 Disziplinen messen, Zehntausende Sportler und Zuschauer werden erwartet. "Fit For Fun TV" besuchte im Vorfeld der Spiele das "Cream Team Cologne", die "erfolgreichste schwule Fußballtruppe der Welt", in Köln. Die Kölner Kicker siegten unter anderem bei den Gay Games 1994 und 1998 und ergatterten bei der schwul-lesbischen Weltmeisterschaft 2001 den zweiten Platz.

Mi., 21.8., 20.15 Uhr, Pro7
Spielfilm
The Opposite of Sex
("The Opposite of Sex", USA 1998, R.: Don Roos, D.: Christina Ricci, Martin Donovan, Lisa Kudrow, Lyle Lovett, Johnny Galecki, Ivan Sergei) Nach dem Tod ihres Stiefvaters macht sich die 16-jährige Dedee auf den Weg von Louisiana nach Indiana, um ihren homosexuellen Halbbruder Bill zu besuchen. Der arbeitet als Lehrer, lebt mit Matt zusammen und nimmt Dedee mit offenen Armen auf. Doch sie verführt Matt und behauptet anschließend, von ihm schwanger zu sein. Die beiden stehlen 10.000 Dollar aus Bills Safe und flüchten nach Los Angeles. Zusammen mit der in ihn verliebten Lucia fährt Bill nach Los Angeles, um Matt und Dedee zu finden. Der Streifen wurde als "herrliche Satire über Moral", "frisch und frech" sowie "klügster und witzigster Independentfilm der Saison" gelobt.

Mi., 21.8., 23.50 Uhr, 3sat
Dokumentation
Mein Leben - dein Leben. Videotagebücher aus Deutschland
(R.: Gitta Ohlsen) Sechs Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, haben ein Jahr lang ihr Leben mit einer Videokamera dokumentiert. Da ist zum Beispiel "das Flori", ein junger Schwuler, der sich mit Zorn und Witz gegen die gängige Aufteilung der Geschlechterrollen auflehnt. Oder die allein stehende Rentnerin Lilo, die sich in den Kopf gesetzt hat, den Sportboot-Führerschein zu machen. Oder die 14-jährige Sarah, die Shoppen liebt und ihrem Vater vorwirft, er arbeite zu viel. Sie alle nehmen den Zuschauer mit in ihre Welt, zeigen, was sie bewegt, was ihren Alltag bestimmt und was sie sich vom Leben wünschen.

So., 25.08., 20.15 Uhr, ARD
Spielfilm-Krimi
Tatort: Der Präsident
(D 2000, R.: Thomas Bohn, D.: Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe, Hans-Günter Martens, Annett Renneberg, Michael Mendl, Jürgen Schornagel u.a.) Nach "Nahkampf" (1997) und "Kalte Herzen" (2000) ein weiterer Tatort von Regisseur Thomas Bohn: Eine friedliche Vorortsiedlung, ein schmuckes Einfamilienhaus und darin eine tote Familie - Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) sind erschüttert. Offensichtlich hat der Vater seine drei Kinder, seine Ehefrau und sich selbst getötet. Wenig später kommt Polizeipräsident Karl Kaysser, Lenas Vorgesetzter und vertrauter Mentor, bei einem Unfall ums Leben: Sein Wagen wurde manipuliert. Schnell wird ein Nachfolger eingesetzt, der einen eigenen Kriminalhauptkommissar mit dem Fall Kaysser betraut. Dieser präsentiert schon bald seine Tatverdächtige, doch Lena kommt bei ihren eigenen Ermittlungen zu einem ganz anderen Ergebnis.

Mo., 26.8., 00:00 Uhr, arte
Spielfilm
KurzSchluß - 1919
(Kanada 1996, R.: Noam Gonick, D.: Fredo Onio, Stephen Lawson, Video Bob Ontario, Noam Gonick, Stewart Levitt) Winnipeg, tiefste kanadische Provinz, wird 1919 von einem Generalstreik geschüttelt. Die Schwulen treffen sich regelmäßig im chinesischen Badehaus, und "Wong's Steam and Barber Shop" entwickelt sich zum Hauptsitz des Streiks. Dort kommen Männer aller Schichten zum anonymen Sex zusammen: der Polizeichef, der seinen Job verloren hat, nachdem sich die Polizei den Streikenden angeschlossen hat, der Sohn der reichsten Familie der Stadt, ein Bücherwurm, der lauthals Marx und Engels zitiert, sowie der Besitzer des Badehauses, stolz, sein Etablissement zur Verfügung zu stellen. Regisseur Noam Gonick drehte den Film 1996, kurz nach dem 75. Jahrestag des Generalstreiks in Winnipeg, als historisch-ästhetische Erinnerung an das Ereignis.

Mi., 28.8., 22.45 Uhr, WDR
Speilfilm
... und jeder sucht sein Kätzchen
("Chacun cherche son chat", F 1996, R.: Cédric Klapisch, D.: Garance Clavel, Olivier Py, Zinedine Soualem u.a.) Im Pariser Viertel an der Bastille lebt die Visagistin Chloé zusammen mit ihrem schwulen Freund Michel. Chloés Freundeskreis ist klein, einen Liebhaber hat sie nicht, ihre ganze Zuneigung gilt ihrem Kater. Als das Tier entläuft, startet sie eine Suche, bei der ihr das ganze Viertel unter die Arme greift - unter anderem eine Gruppe resoluter alter Damen. Als Chloé ihren Kater schließlich wiederfindet, hat sich ihre Welt verändert. Mit diesem Film wurde der Autor und Regisseur Cédric Klapisch, der 1992 mit "Riens du tout" ("Kleine Fische, große Fische") sein Spielfilmdebüt gab, erstmals über Frankreich hinaus bekannt.

Fr., 30.8., 16.00 Uhr, ARD
Dokumentation
höchstpersönlich - Romy Haag
Sie galt als "schönster Transvestit Deutschlands": die Holländerin Romy Haag. 1951 als Edouard Frans Verba in Scheveningen geboren, trat sie in Nachtclubs in Paris und New York auf und eröffnete einen eigenen Club in Westberlin. Dort gaben sich in den 70er Jahren Stars wie Mick Jagger und David Bowie, Politiker und Geschäftsleute ein Stelldichein. Haag war Nackttänzerin, Sängerin, Regisseurin ihrer Bühnenshows. Mit 33 unterzog sie sich einer geschlechtsangleichenden Operation. Radio Bremen begleitete Romy Haag in Berlin und während einer Konzerttournee, sprach mit ihr über Kindheit, Liebe, Glück, Schönheit und Karriere, läßt Musiker und Freunde zu Wort kommen. Ungewöhnliche Film- und Tonaufnahmen dokumentieren den Lebensweg der Sängerin.

Ingrid Scheffer

television time