Die CSD Eröffnungsgala im Parkhotel

Es klang zu schön um wahr zu sein. In diesem Jahr sollte die Landeshauptstadt mit einer aufwendigen Eröffnungsgala im Parkhotel in den CSD starten. CSD Eröffnungsgala Party im Blauen Salon und im großen Saal, Vorausscheid zum Mister Gay Germany, ein Livesänger, und Modenschau - das Ganze moderiert von der DFF-Ikone Ina-Maria Federowski.

Das Schönste an dem besagten Abend war dann allerdings nur der frisch renovierte Ballsaal des Parkhotels. Und das Publikum hatte ausgiebig Gelegenheit, die attraktive Location in Augenschein zu nehmen. Denn obwohl der Beginn der Show für 22 Uhr abgekündigt war, fanden auch die gegen Mitternacht eintreffenden Besucher noch eine leere Bühne in taghell beleuchteten Räumlichkeiten vor. Anmerkungen zur Stimmungslage des Publikums wären an dieser Stelle wohl überflüssig...

Pünktlich zur Geisterstunde kam die Show wider Erwarten doch noch in Gang. Im Blauen Salon schaltete man kurzerhand die Musik ab und so fanden sich die Gäste vorübergehend wieder an der Bühne ein. Vorübergehend. Denn die dargebotenen Auftritte wandelten sich mit fortschreitender Zeit vom halbwegs amüsanten Fauxpas zur exzellenten Farce. Den Liveauftritt des angekündigten "Shooting Star" Ste O'Brien konnte man mit etwas gutem Willen noch unter der Kategorie "Geschmackssache" verbuchen. Spätestens der Auftritt der Kandidaten zum Mister Gay Germany sorgte dann aber für einen deutlichen Rückzug des Publikums in den Blauen Salon. Die obligatorische Interviewrunde der Titelanwärter mit Fragen nach Beruf, Hobby und Privatleben war an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Mittlerweile konnte auch die bislang noch recht souveräne Moderatorin gewisse Resignationserscheinungen nicht mehr ganz verbergen. Und so kam es, wie es kommen mußte: Die eigentliche Party startete kurz vor zwei Uhr morgens mit einem bereits merklich dezimierten Publikum. Nach den Ereignissen der vergangenen Stunden konnten dann auch die zugegeben guten DJs trotz Unterstützung durch GoGos die Menge nicht mehr am Gehen hindern.

Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Frühling. Und eine professionelle Moderatorin steht ohne nennenswertes Programm zwangsläufig auf dem Abstellgleis. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

Pleiten Pech und Pannen