Was ist los in der Gay-Community?

Bei näherer Betrachtung des Gegenpol-Timer wird einem schnell auffallen, daß die Chemnitzer SchwuLesbische Szene nicht gerade viel zu bieten hat, zumindest erscheint dies so auf den ersten Blick. Vergessen sind die Zeiten, in denen Dresdner noch neidvoll auf die Chemnitzer Szene blickten und am Wochenende kurzentschlossen ins Auto stiegen, um ins legendäre "74" zu fahren. Dabei hatten in der letzten Zeit einige Läden versucht, sich zu etablieren. Doch leider blieben sie nicht lange bestehen. Dennoch bestätigen Ausnahmen die Regel. Das Casablanca und der Gaynial-Treff sind gute Beweise dafür.

Neben diesen gibt es aber auch noch weitere Lokalitäten, wo man Gleichgesinnte treffen kann. Die CheLSI, die Clubsauna Outside, die AIDS-Hilfe e.V., die Lesbengruppe "Sisters" und die "Queerschläger" als schwul-lesbischer Sportverein bilden einen Gegenpol zum Partyleben des Casablancas. Besucht sind diese Lokalitäten im Normalfall recht gut.

Die Frage nach dem Grund, weshalb sich in Chemnitz andere Veranstalter so schnell zurückgezogen haben, bleibt zumindest schleierhaft. Denn der diesjährige CSD, an dem zahlreiche Chemnitzer teilnahmen - sogar mit einem eigenen Wagen der Chemnitzer Gay-Community - läßt vermuten, daß sehr viele eine abwechslungsreiche Party-Landschaft haben wollen. Die Vorstellung, daß die Chemnitzer sich dann auch mal öfter in einer "Hetero-Diskothek" die Abende rund um das Wochenende vertreiben, liegt da doch sehr nahe. Doch es soll im Partybereich bunter werden. Geplant sind unter anderem ein Schwules Stadtfest und eine Party der Internet-Homepage gaywelt.de.

Es ist sehr erfreulich, daß man sich dazu entschieden hat, diese Veranstaltung nach Chemnitz zu legen. Vielleicht gibt sie der Stadt neue Impulse oder Anregungen für bestimmte Organisatoren. Lohnen würde sich es garantiert - für Gäste und Veranstalter!

MM

Die Chemnitzer Szene im Überblick:

  • Die Clubsauna Outside in der Reinecker Straße 64 lädt Chemnitzer und Gäste seit nunmehr zwei Jahren zum heißen Dampfbadvergnügen ein. Besondere Preisaktionen wie der "Happy Day" oder der Partnertag sollen einen Saunagang noch attraktiver machen.
  • Die "Queerschläger", der erste schwul-lesbische Sportverein Chemnitz, wurden im Jahre 1997 gegründet.
    Neben Volleyball und Schwimmen werden Wandern, Bergsteigen, Radtouren und Wintersportarten angeboten. Das hängt natürlich immer von der Saison ab. Ein Highlight im Programm der "Queerschläger" ist das jährlich stattfindende Volleyballturnier.
  • Das Casablanca im Südbahnhof erfreut sich bei vielen Gästen steter Beliebtheit, nicht nur wegen seiner doch eher außergewöhnlichen Lokalität. Getanzt wird zu jeder erdenklichen Musikrichtung.
    Das nette Team des "Casa" und dieses gewisse Flair laden gerade dazu ein, Spaß zu haben.
  • Die Power-Omas Helga & Elfriede sind witzig. Sie sprechen mit ihrem sächsischen Dialekt jedes erdenkliche Thema an - ob Häkelkurs oder die erneute Senkung der Pensionen - nichts bleibt verschont. Bei ihren Live-Auftritten stellen sie auch ihr sängerisches Können unter Beweis. In Chemnitz eine Institution.
  • Der Treff Gaynial.net besteht seit einem Jahr. Dabei erfreut sich diese Gruppe eines regen Zulaufs. Die Teilnehmer kommen aber nicht nur aus Chemnitz. So kann man bei einem Meeting junge Menschen aus Freiberg, Plauen und anderen Städten dieser Region treffen. Die Organisatoren haben jetzt sogar vor, ihr Einzugsgebiet bis auf das Erzgebirge auszuweiten. Gaynial.net wollen ein Anlaufpunkt für alle sein.
  • Um die Chemnitzer Lesben und Schwulen Initiative e.V. (CheLSI) ist es in der letzten Zeit leider etwas ruhiger geworden. Dieser Verein (beheimatet in der Hainstraße 109) versteht sich als Treffpunkt und Beratungszentrum. Die verschiedenen Freizeitangebote richten sich an Schwule und Lesben jeglichen Alters. So kann man zum Beispiel Theater spielen, sich sportlich betätigen oder einfach nur Gleichgesinnte treffen.
  • In der Lila Villa (Kaßbergstraße 22) trifft sich die Lesbengruppe "Sisters" regelmäßig jeden vierten Freitag im Monat.
Chemnitz - eine tote Stadt . . . ?