Von Blüten und tollen Kirschen

Seit Herbst 2003 gibt es in Leipzig den schwulen Chor "Die Tollkirschen", der bereits aus 12 Mitgliedern besteht. Der Name läßt vermuten, daß eine Beziehung zu dem bisher bekannten Chor "Die Kirschblüten" besteht. Und so ist es auch. Bei den "Kirschblüten" gab es unterschiedliche Auffassungen über den zukünftigen Weg des Chores.

Die Tollkirschen Die Auseinandersetzungen darüber führten schließlich zur Spaltung. Drei Mitglieder, darunter der ehemalige Chorleiter, gehen nun eigene Wege, beanspruchen jedoch den Namen "Die Kirschblüten", so daß sich die verbleibenden Chormitglieder nun "Die Tollkirschen" nennen, um Streitigkeiten um den Namen zu vermeiden. "Wir verstehen diese Veränderungen als Chance für einen Neuanfang ohne unsere Tradition zu vergessen", so ein Mitglied der Tollkirschen.

Die Programme werden mit Elementen aus Cabaret und Show gestaltet. Unter professioneller Beratung einer bühnenerfahrenen Partnerin (von der Musikalische Komödie in Leipzig) erarbeiten die Mitglieder die Choreographien der Lieder. Ein Novum übrigens ist, daß die künstlerische Leitung eines schwulen Chores von einer Frau, von Cornelia Schäfer, übernommen wurde. Neben der Unterhaltung sind schwules Lebensgefühl und schwule Themen zentrale Anliegen des Chores und spiegeln sich in den Programmen wieder. Die Feuertaufe hatten "Die Tollkirschen" am 18.Oktober beim Auftritt in der Blauen Trude in Leipzig. Das Programm aus neuen und alten Liedern war ein voller Erfolg. Geplant ist ein neues Programm im nächsten Jahr. Die Premiere wird im Frühjahr in der Moritzbastei sein, denn den Chor verbindet mit diesem Haus eine langjährige Zusammenarbeit.

Neue Chormitglieder sind immer herzlich willkommen.

"Die Tollkirschen" proben jeden Montag 20 Uhr in der "Villa" in der Lessingstraße 7, 3.Etage.

Chorgeflüster