AG Queer tourte durch Sachsen

Im September war die Regenbogentour der AG Queer kreuz und queer in Sachsen unterwegs. Dabei war dieser "Kleine CSD" ein voller Erfolg für die Veranstalter. In mehreren Kleinstädten wurden Infostände rund um Lebensweisenpolitik, Akzeptanz und Homosexualität aufgebaut. "Wir haben sehr viel positive Resonanz, aber auch krasse Sprüche aus der braunen Ecke gehört. Daß wir an die Wand gestellt gehören, war da noch das angenehmste, was wir im tiefschwarzen Ostsachsen zu hören bekamen. Das zeigt, daß auf dem Land noch viel zu tun ist und man nicht blind sagen kann, daß der Kampf um die SchwuLesBische Emanzipation abgeschlossen ist, nur weil man in Berlin oder Köln im rosa Tütü rumlaufen kann, ohne das jemand sich daran stört", so Organisator Daniel Gollasch.

Thematisch sehr spannend waren die aber leider nicht immer gut besuchten Abendveranstaltungen. So las Eva Gundermann von "Amnasty International" aus ihrem Buch "Das Schweigen brechen!" und prangerte damit Menschenrechtsverletzungen auf Grund sexueller Orientierung an, "die auch in westlichen Ländern immer noch existieren und teilweise von der katholischen Kirche ausgehen".

Besonders angenehm empfanden es die Regenbogentouristen, daß sehr viele junge Heteros kamen und sich informierten. "In Bautzen beispielsweise rückte eine zehnköpfige Punkerbande an und wollte mit uns Kino gucken, das fanden wir toll und der am gleichen Abend stattfindende Workshop zum Thema Sexualität mit Ingo Günther von lovespace.de wurde so viel spannender", so die Teilnehmerein Yvonne, die den schrill-bunten PDS-Tourbus von Stadt zu Stadt rangierte. Auch die Kids aus einem Jugendclub in Hoyerswerda kamen und suchten die Diskussion mit den Teilnehmern. "Sie erzählten, daß der gesamte Jugendclub über Schwule diskutiert hat, nachdem wir im Regenbogenbus im benachbarten Kulturhaus vorfuhren. Die Diskussionen vor der Tür waren eigentlich die spannendesten. Da stehen zehn 'Ghetto-Kids' aus Hoyerswerda, von denen dir die Hälfte ins Gesicht sagen, daß sie dich Scheiße finden und die anderen halten dagegen. Da muß man schon ganz schön argumentieren können.

Der Jugendclub hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt, wir haben zwar sicher nicht erreichen können daß alle tolerant sind, aber sie haben zumindest darüber geredet, haben man einen Schwulen aus der Nähe gesehen und schon dafür hat sich der Aufwand gelohnt", so Daniel Gollasch abschließend.

Regenbogentour 2003