Was es über Kondome zu wissen gibt

"Junge sei mutig, Junge sei stark - bums ohne Gummi, spar' Dir die Mark!" Mit diesem Spruch wurde vor Jahren schon so manche Wand öffentlicher Bedürfnisanstalten und Wartehäuschen verunziert. In Zeiten von HIV und AIDS hat der Schreiber sicher keinen Gedanken an die Folgen verschwendet. Aber keine Angst - hier kommt jetzt keine Moralpredigt. Vielmehr geht es heute um Verhüterlis, Überzieher, Frommse, Pariser, Lusttöter, Lümmeltüten, Präservative oder was es sonst noch für Bezeichnungen für Kondome gibt, die alle nur den Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Tripper, Syphilis, Hepatitis und AIDS haben.

Die ersten Kondome gab es schon im 17. Jahrhundert. Der Erfinder des Kondoms soll ein Arzt am Hofe des englischen Königs Charles II. gewesen sein. Sie bestanden aus Schafsdärmen oder Fischblasen, aber ihnen war auf Grund ihrer Unzuverlässigkeit und ihres hohen Preises damals kein großer Erfolg beschieden. Das änderte sich erst mit der Erfindung der Vulkanisation des Gummis 1843.

In der heutigen Zeit bestehen Kondome aus Latex oder Polyurethan (für Latex-Allergiker). Kondome sind nur wenige Hundertstel Millimeter dick, wobei es für den Analverkehr auch reißfestere Kondome gibt (zum Beispiel Hot Rubber, HT-Spezial). Auch gibt es verschiedene Weiten sowie Präservative in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Also ist für jeden was passendes dabei. Kondome sind rezeptfrei und fast überall erhältlich, wie z.B. in Supermärkten, Drogerien und Apotheken. Kondome aus Automaten sind nicht so empfehlenswert, weil die Haltbarkeit und Lagerung nicht überprüft werden kann. Also hinein mit den Packungen in den Einkaufswagen. Damit zeigst Du auch Dein Verantwortungsbewußtsein Dir und Deinem Partner gegenüber. Ist es Dir doch zu peinlich, kann auch ein Sex-Shop oder ein seriöser Versandhandel weiterhelfen. Wichtig ist aber, daß Du auf die europäische Norm EN 600 achtest. Verwende nur Material mit dem CE-Prüfzeichen. Nur hochwertige, geprüfte Markenkondome bieten größtmögliche Sicherheit vor Ansteckungen. Mit Feuchtigkeit beschichtete Kondome verringern die Reibung, reißen nicht so leicht und beugen Schleimhautrissen vor.

Übrigens, Kondome sind licht- und temperaturempfindlich und vertragen keine scharfkantigen Fingernägel und Beschädigungen anderer Art. Vor "Scherzkondomen", welche stark genoppt oder gerillt sind, oder im Dunklen leuchten, sei dringend abgeraten. Sie bieten keinen Schutz vor Infektionen! Hast Du Dich erstmals für Kondome entschieden, probier's lieber erst mal ohne Partner/In aus. So kannst Du Dir hektisches und abtörnendes Gefummel ersparen und Ihr könnt Euch mehr miteinander beschäftigen. Und keine Angst, so eine Lümmeltüte kann wunderbar in ein Liebesspiel einbezogen werden, so daß es gar nicht störend ist. Übung macht den Meister.

Damit es besser flutscht, speziell beim Analverkehr, gibt es eine Reihe von Substanzen, welche Du verwenden kannst. Auf jeden Fall darfst Du keine öl- und fetthaltigen Flüssigkeiten und Cremes verwenden (Baby- oder Sonnenblumenöl, Hautcremes u.ä.). Solche Sachen lassen in kürzester Zeit das Kondom porös werden und reißen! Es gibt genügend öl- und fettfreie Gleitmittel auf Silikonbasis oder wasserlösliche Gels wie KY, Lubricant, EROS u.a.

Die AIDS-Hilfe Dresden bietet auch verschiedene Kondome, Cruising-Packs (2 Kondome und Gleitgel), Infomaterialien zu sexuell übertragbaren Krankheiten, so wie zu HIV und AIDS an.

Heiko Wessel

Um nicht erst Retter in der Not zu sein, gibt es die kostenlose Beratung der AIDS-Hilfe Dresden.
Persönlich : 01099 Dresden, Bischofsweg 46,
(Straßenbahnhaltestelle der Linie 13 am Alaunplatz)
Telefonisch: 0351-4416141 (Normaltarif)
oder 0700-44533351 (12 ct./min, nach 18.00 Uhr 6 ct. /min )
I-net: http://dresden.aidshilfe.de
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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