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So., 10.08., 20.15 Uhr, VOX
Mo., 11.08., 10.50 Uhr, VOX
Spielfilm
Kaffee, Milch und Zucker
("Boys On The Side", USA 1995, R.: Herbert Ross, D.: Whoopi Goldberg, Mary-Louise Parker, Drew Barrymore, Matthew McConaughey u.a.) Schicksalhafte Fahrgemeinschaft: die von ihrer Freundin verlassene Nachtclubsängerin Jane und die Immobilienmaklerin Robin reisen gemeinsam von New York gen Westen, obwohl sie sich nicht besonders mögen. Zwischenstopp bei einer Freundin: Holly hat Ärger mit ihrem gewalttätigen Freund, und die drei Frauen überwältigen den Kerl so gründlich, daß er stirbt. Die gemeinsame Flucht und ans Tageslicht tretende Probleme schweißen Holly, Jane und Robin zusammen: Holly wird nicht nur wegen Mordes gesucht, sondern ist auch noch schwanger. Jane verliebt sich in Robin. Robin ist HIV-positiv. - Herbert Ross' ("Magnolien aus Stahl") letztes Werk ist ein Hohelied auf die Freundschaft. Sehr schöner, aber auch sehr amerikanisch-tränendrüsiger Film. Die Hauptrollen sind hochkarätig besetzt mit Oscar-Preisträgerin Whoopi Goldberg, Mary-Louise Parker und Drew Barrymore.

Di., 05.08., 00.30 Uhr, ARD
Spielfilm
Flirting with Disaster - Ein Unheil kommt selten allein
("Flirting with disaster", USA 1996, R.: David O. Russell, D.: Ben Stiller, Patricia Arquette, Lily Tomlin u.a.) Suche nach den leiblichen Eltern mit Hilfe eines schwulen Polizistenpärchens: Der junge Insektenforscher Mel (Ben Stiller) macht sich mit einer Psychologin und seiner Frau (Patricia Arquette) auf den Weg. Nach mehreren dramatischen Zusammentreffen mit vermeintlichen Eltern geleiten die schwulen Polizisten den Forscher zu seinen wirklichen Erzeugern - einem Alt-Hippie-Paar, das im Keller ein LSD-Labor betreibt und einen weiteren, ziemlich unfreundlichen Sohn hat. - Regisseur David O. Russell spielt mit den Möglichkeiten computergesteuerter Familienzusammenführung. Satirische Familienkomödie über kleine Macken und große Gefühle, bis in die Nebenrollen bestens besetzt.

Fr., 08.08., 20.15 Uhr, WDR
Fernsehkrimi
Tatort: Mord in der Akademie
(D 1994, R.: Ulrich Stark, D.: Martin Lüttge, Klaus J. Behrendt u.a.) Der Student Till Bornemann wurde in der Düsseldorfer Kunstakademie von einem Maskierten erdrosselt. Heinz Joesges, der schwule Leiter der Gipswerkstatt, hatte ein Verhältnis mit Till, bevor dieser eine Beziehung mit einer Frau begann. Mord aus Eifersucht? Als rauskommt, daß Till HIV-infiziert war, ermittelt Kommissar Flemming in der Düsseldorfer Szene.

Fr., 08.08., 00.10 Uhr, Pro7
Thriller
Mercy - Die dunkle Seite der Lust
("Mercy", USA 1999, R.: Damian Harris, D.: Ellen Barkin, Lara Daans, Claire Burton u.a.) Zwei lesbische Frauen wurden ermordet. Detective Catherine Palmer wird zwecks Ermittelns von einer Bekannten der Opfer in die SM-Szene eingeführt. Schon stirbt die nächste Frau. - Emmy-Preisträgerin Ellen Barkin als Ermittlerin. Von "Intelligente Geschichte packend umgesetzt", bei der durch die geschickte Regieführung sowie eine glänzende Kameraarbeit ein hypnotischer Sog erzielt werde, bis "hanebüchener Unsinn, erbarmen!" reichen die Urteile über diesen Streifen.

Fr., 08.08., 00.40 Uhr, ZDF
Sa., 09.08., 02.55 Uhr, ZDF
Spielfilm
Hitlerjunge Salomon
(D/F 1989, R.: Agnieszka Holland, D.: Marco Hofschneider, René Hofschneider, Pjotr Kozlowski u.a.) Überlebenskampf des jüdischen Jungen Salomon im Zweiten Weltkrieg: Flucht aus Deutschland nach Osten, Erziehung zum sowjetischen Patrioten in einem russischen Waisenhaus. Mit 16 über Umwege zum deutschen Militär gelangt, findet Salomon in dem schwulen Soldaten Robert einen Freund, dem er sich anvertrauen kann und der seine Identität als Jude geheim hält. Es folgen Fronteinsatz, Desertationsversuch, unfreiwilliger Heldenstatus, erste Liebe, russische Gefangenschaft und schließlich die Emigration nach Palästina. - Melodram über eine authentische Lebensgeschichte. Der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland ging es um das Überleben eines Angehörigen einer verfolgten Gruppe.

Di., 12.08., 20.45 Uhr, arte
Mo., 18.08., 14.30 Uhr, arte
Dokumentarfilm
Chronik der Verführung
(F 2003) Eine Chronik übers Baggern, Flirten, Verführen: Die Pariser Regisseurin Sophie Jeaneau, 28, verabscheut es, angemacht zu werden. Doch jeden Sommer verwandelt sich die "Stadt der Liebe" in ein Jagdrevier. Die Anmache ist ein machistischer, vulgärer, aggressiver Männersport – meistens. Der Film erzählt von Sheriff, 23, der reihenweise Frauen für One-Night-Stands angräbt, dessen Zukünftige aber Jungfrau und Muslimin sein muß. Jorem und Ben geht es um den Wettbewerb. Berichtet wird aber auch von schüchternen Männern, baggernden Mädchen und lesbischer Kontaktaufnahme: Die 32-jährige Raphaelle spricht im Stadtviertel Marais unumwunden Frauen an, die ihr gefallen. - Ein witziger Film, der danach fragt, wie gesellschaftliche Spielregeln neu definiert werden sollen.

Mi., 13.08., 16.10 Uhr, arte
Do., 21.08., 16.15 Uhr, arte
Fr., 29.08., 16.15 Uhr, arte
Reportage
360º - Die Geo-Reportage
Eine Liebe auf Bali (F 1999) Den Einwohnern der indonesischen Insel Bali ist die romantische Liebe fremd, in ihrer Sprache gibt es kein Wort dafür. Das Wohl der Gemeinschaft steht über dem Wohl der Einzelnen. So ist auch die richtige Herkunft des Ehepartners für die Harmonie der Gemeinschaft von größter Bedeutung. Doch immer wieder trotzen einzelne den Traditionen: Der balinesische Prinz Tjok Raka heiratete vor 21 Jahren gegen den Willen seiner Familie eine australische Lehrerin. Tjok Abi, der schwule Neffe des Prinzen, hingegen ordnete sich dem Willen seiner Familie unter und heiratete standesgemäß. Eine Entscheidung, die er heute bitter bereut.

Mo., 25.08., 20.45 Uhr, arte
Fr., 29.08., 00.35 Uhr, arte
Spielfilm
Five Senses
("Five Senses", Kan 1999, R.: Jeremy Podeswa, D.: Mary-Louise Parker, Marco Leonardi u.a.) Das spurlose Verschwinden eines kleinen Mädchens verbindet fünf Protagonisten, die je einen der menschlichen Sinne verkörpern. Der Augenarzt Richard weiß, daß er bald taub wird und lauscht allem wie unter Zwang. Rachel neigt zum Voyeurismus und beobachtet heimlich Liebende im Park, statt ein Auge auf die Zweijährige zu werfen, die sie beaufsichtigen soll. Das Verschwinden des Mädchens beeinflußt auch das Leben von Rona, einer jungen Konditorin mit einem völlig verqueren Geschmackssinn. Ronas bisexueller Freund Robert meint, er könne die Liebe riechen: Er trifft sich mit seinen Ex-Geliebten, um zu erschnuppern, ob die echte Liebe dabei war. - Jeremy Podeswas interessant verschachtelter Episodenfilm erzählt von den Sinnen und ungestilltem Verlangen. Seine Figuren können sich nicht satt sehen, satt hören, satt riechen. Spannung bis zum Schluß durch den Krimi-Plot, die extreme Ausprägung der Charaktere sowie pointierte Musik, abrupten Schnitt und lebendige Großstadtaufnahmen. Prominent besetzt mit Mary-Louise Parker und Daniel MacIvor als bisexueller Putzmann Robert.

Mi., 27.08., 20.15 Uhr, 3sat
Do., 28.08., 13.15 Uhr, 3sat
Dokumentation
Frauen mit HIV
Fünf unglaubliche Schicksale Die Zeit, in der AIDS als Krankheit galt, die ausschließlich Schwule und Drogensüchtige betraf, ist lange vorbei. In der Schweiz stecken sich heute in mehr als der Hälfte der Fälle Menschen über Heterosex mit dem HI-Virus an. Im letzten Jahr wurden dort rund 800 Leute neu HIV-positiv getestet - eine Zunahme um 25 Prozent. Paul Riniker porträtiert fünf infizierte Schweizerinnen im Alter von 38 bis 69 Jahren, die von ihren Männern angesteckt wurden, erzählt von ihren Ängsten und Hoffnungen.

Do., 28.08., 20.45 Uhr, arte
Spielfilm
Unser Weg ist der beste
("La meilleure façon de marcher", F 1975, R.: Claude Miller, D.: Patrick Dewaere, Patrick Bouchitey u.a.) Ein Jugendferienlager in der Auvergne: Marc, der coole Macho, und Philippe, der stille Denker, arbeiten als Betreuer. In der gewollt lockeren Atmosphäre des Camps beginnen die beiden gegensätzlichen Charaktere einander nachzuspionieren, zu verfolgen und zu fürchten. Als Marc Philippes uneingestandene Homosexualität entdeckt, sieht er seine Chance gekommen, ihn zu demütigen. Nach wochenlangem Leiden beschließt Philippe jedoch, sich zu outen. Für das Abschlußfest kostümiert er sich als Frau. - In seinem Spielfilmdebüt verarbeitete Regisseur Claude Miller eigene Jugenderlebnisse: "Dennoch bin ich weder Philippe noch Marc. Ihr Aufeinanderprallen wollte ich tragikomisch, lächerlich und aussichtslos darstellen."

Ingrid Scheffer

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