television

Mi., 04.06., 20.15 Uhr, ARD
Do., 05.06., 10.30 Uhr, ARD
Spielfilm
Nach so vielen Jahren
(D 2003, R.: Marek Gierszal, D.: Walter Kreye, Philipp Moog u.a.) Max Maibaum, gefeierter Opern-Regisseur und Dirigent, will sich zusammen mit seinem Freund seinen Lebenstraum erfüllen: die Inszenierung einer Oper von Alfredo Catalani. Geldgeber ist eine altehrwürdige Frankfurter Privatbank. Die Finanzierung ist so gut wie gesichert, da funkt Maibaums Sohn Daniel, der in führender Position bei der Bank tätig ist, dazwischen. Daniel haßt seinen Vater, seit seine Mutter ihn als Kind auf drastische Weise mit der Homosexualität des Vaters konfrontiert hat. 30 Jahre lang haben Vater und Sohn kein Wort miteinander gesprochen. Jetzt will sich Daniel an seinem Vater rächen. Da erfährt er, daß dieser todkrank ist... - Sehr emotionale Vater-Sohn-Geschichte. Parallel dazu schildert der Film mit viel Esprit die Entstehung einer Operninszenierung: das Treiben hinter den Kulissen und den Versuch des charismatischen Regisseurs, Diven, Tenöre und Orchester zu einer Einheit zu verschmelzen.

Fr., 06.06., 01.30 Uhr, NDR
Konzertmitschnitt
Rosenstolz live aus Berlin
Rosenstolz-Konzerte sind ein Spektakel: poetisch, anrührend, rockig, poppig. Die Bühne bebt, wenn AnNa R und Peter Plate mit ihrer Band Hits wie "Megapower" ("Schlampenfieber"), "Sternraketen" oder "Es tut immer noch weh" spielen.
(Di., 17.06., 18.01 Uhr, VIVA PLUS, Get the Clip: "Was kann ich für eure Welt")

Di., 10.06., 01.15 Uhr, NDR
Spielfilm
Jeffrey
(USA 1995, R.: Christopher Ashley, D.: Steven Weber, Patrick Stewart, Michael T. Weiss, Sigourney Weaver, Olympia Dukakis u.a.) Jeffrey träumt von einer Karriere als Schauspieler, weil er aber nur in zweitklassigen Fernsehproduktionen spielt, muß er kellnern. Angesichts der vielen AIDS-Opfer unter seinen Freunden und Bekannten beschließt er, Sex künftig zu meiden. Doch er verliebt sich in den attraktiven, HIV-positiven Steve. Jeffrey ist hin- und hergerissen zwischen der Zuneigung zu Steve und seiner Angst vor Ansteckung. Er sucht Rat bei einer New-Age-Missionarin, einem Priester und der Mutter eines Transsexuellen. Doch erst, als ein HIV-positiver Freund stirbt und aus dem Jenseits zu ihm spricht, versteht Jeffrey, daß er AIDS hassen soll und nicht das Leben. - Schwule Beziehungskomödie mit viel Situationskomik, humorvollen Dialogen und "Star Trek"-Captain Patrick Stewart als Innenarchitekt. Das Drehbuch stammt von Paul Rudnick, der den Stoff zuerst als Theaterstück umsetzte.

Sa., 14.06., 20.15 Uhr, VOX
Spielfilm
Hollow Reed - Lautlose Schreie
("Hollow Reed", GB 1995, R.: Angela Pope, D.: Martin Donovan, Joely Richardson, Sam Bould, Jason Flemyng, Ian Hart u.a.) Nach seinem Coming Out hat der Arzt Martyn Wyatt seine Frau Hannah verlassen und ist mit seinem Freund zusammengezogen. Hannah lebt mit dem Ingenieur Frank zusammen und hat das Sorgerecht für den neunjährigen Sohn Oliver. Immer wieder hat das Kind schlimme Verletzungen, und sein Vater vermutet, daß es von Frank mißhandelt wird. Martyn kämpft um das Sorgerecht für seinen Sohn, obwohl im Prozeß seine homosexuelle Beziehung gegen ihn verwendet wird. Während sich die Eltern vor Gericht unerbittlich gegenüberstehen, wird für Oliver die Situation immer unerträglicher. "Die Grenze zwischen Homemovie und Horrorfilm ist schmal: man spürt, daß der Schrecken ein Alltagsphänomen ist, kein Special Effect" (NZZ).

Mo., 16.06., 20.15 Uhr, ZDF
Fernsehfilm
Ehespiele
(D 2003, R.: Claudia Garde, D.: Ute Willing, Hyun Wanner, Siegfried Teerporten u.a.) Die Restauratorin Rike Schrödter leidet unter den Wechseljahren und ist einsam. Sie lernt Gen kennen, einen gut aussehenden, jungen Japaner, und ahnt nicht, daß er auf Betreiben seines Lovers Thomas auf der Suche nach einer Heiratskandidatin ist. Das schwule Paar will verhindern, daß Gen aus Deutschland ausgewiesen wird. Rike, verliebt in Gen, heiratet ihn, obwohl sie mittlerweile weiß, daß er schwul ist. Gens Freund Thomas beobachtet die von ihm selbst eingefädelte Scheinehe mit zunehmender Eifersucht...

Mo., 16.06., 22.10 Uhr, VOX
Mo., 23.06., 22.10 Uhr, VOX
Dokumentation
Süddeutsche TV - Gesucht:
Traumfrau & Märchenprinz - Die Sehnsüchte der Single-Gesellschaft
Die Suche nach dem "Partner fürs Leben": Der Film porträtiert unter anderem den schwulen Kölner Frank. Der 28-jährige Musicaldarsteller hat viele Affären, doch er wartet seit Jahren auf "Mr. Right". Schuld daran sei sein Job: Die Engagements laufen manchmal über Monate und meist in fremden Städten - ungünstig für eine Beziehung. Zusammen mit seiner besten Freundin geht er auf Männersuche, sogar im Kölner Karneval.

Mi., 18.06., 23.35 Uhr, MDR
Dokumentarfilm
Pfui Rosa!
Zu seinem 60. Geburtstag im November 2002 schenkte sich Rosa von Praunheim - Filmregisseur, schwuler Aktionist und Professor an der Filmhochschule - ein filmisches Selbstporträt. Dazu bat er Freunde, Liebhaber und Weggefährten in den Salon seiner riesigen Berliner Altbauwohnung, in der etliche seiner rund 60 Filme gedreht wurden. - Persönliches, Politisches und Provokantes vom Enfant terrible.

Do., 26.06., 21.00 Uhr, ARD
Fernsehkrimi
Tatort: Mauer des Schweigens
(D 2000, R./D.: Sylvia Hoffman, D.: Karl-Heinz von Hassel, Günter Waidacher, Marie-Lou Sellem u.a.) Henning Wentz verläßt seine Frau, weil er die Homosexualität für sich entdeckt hat. Vor einem Treffen mit seinem verheirateten Geliebten wird Wentz erschossen. Eine Spur führt Kommissar Brinkmann zu einem Ex-Lover von Wentz, doch auch seine Exfrau gerät unter Verdacht: Die junge Architektin hätte ein Motiv und hat kein Alibi. Sie ahnt nicht, welcher Horror ihr noch bevorsteht.

Do., 26.06., 22.30 Uhr, arte
Dokumentarfilm
Themenabend: Ein Bild von einem Mann - Traummänner für Männerträume
Jugend, Körperbewußtsein und ein ausgeprägter Narzißmus spielten in der Malerei von Caravaggio ebenso eine Rolle wie in den Zeichnungen Aubrey Beardsleys und den Bildern David Hockneys. Auch Fotografie und Film widmeten sich früh männlicher Schönheit. In der Fotografie entwickelte sich eine künstlerische Tradition, die mit den sizilianischen Idyllen Wilhelm von Gloedens begann und über Horst P. Horst, Herbert List und Robert Mapplethorpe zu heutigen Starfotografen wie dem Amerikaner Bruce Weber, Yonfan aus Hongkong und dem Spanier Pedro Usabiaga führt. Diese Entwicklung in den Kamerakünsten wird dokumentiert, beginnend mit der Gegenwart, in welcher der einst notwendige Tabubruch nicht mehr nötig zu sein scheint.

Do., 26.06., 23.30 Uhr, arte
Dokumentarfilm
Gefangen in der Traumfabrik
("The Celluloid Closet", USA 1995, R.: Rob Epstein) Das Kino ist über 100 Jahre alt, und homosexuelle Charaktere gab es von Anfang an. "The Celluloid Closet" zeigt von 1895 bis (fast) zur Gegenwart in unterhaltsamen, informierenden und bewegenden Bildern, wie Lesben und Schwule auf der Leinwand dargestellt wurden. Wie ging und geht Hollywood, die große mythenbildende Industrie, mit dem Tabuthema um? Homosexuelle Charaktere waren früher komische Schwuchteln, lesbische Vampire, pathetische Transvestiten, sadistische Täter oder verzweifelte Opfer. Aber es gab auch Autoren, Regisseure und Darsteller, die nicht mit diesen Klischees arbeiteten. Einige von ihnen kommen im Film zu Wort, u.a. die Autoren Gore Vidal, Jay Presson Allen, Quentin Crisp und die Schauspieler Tom Hanks, Shirley MacLaine, Whoopi Goldberg, Tony Curtis und Susan Sarandon. "The Celluloid Closet" ist nicht nur eine Chronik, sondern auch eine Untersuchung der Mythen, Mythenentstehung und der Geschlechtsidentität im 20. Jahrhundert. Basierend auf dem gleichnamigen Buch des Filmhistorikers Vito Russo, zeigt die Dokumentation Ausschnitte aus über 100 Filmen.

Ingrid Scheffer

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