LSU Gegen Kürzungen bei AIDS-Beratung

Der Verband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) warnt die Länder vor Mittelkürzungen bei den AIDS-Beratungsstellen, wie sie aktuell etwa in Sachsen Anhalt diskutiert werden. Angesichts der wieder steigenden Infektionsraten mit HIV sei auch in Zukunft eine intensive und gezielte Präventionsarbeit notwendig. Dies gehe nur, wenn die Leistungsfähigkeit der Beratungsstellen erhalten bleibe, betonte der Vorsitzende des LSU-Regionalverbandes Ost, Jan Kayser.

Zwar habe der AIDS-Bericht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für das Jahr 2001 einen hohen Informationsstand und eine ausgeprägte Bereitschaft der Bevölkerung festgestellt, Schutzmaßnahmen vor einer Ansteckung zu ergreifen. Die tatsächlich getroffene Vorbeugung insbesondere bei sexuellen Kontakten sei danach jedoch noch deutlich steigerungsfähig.

Präventionsarbeit müsse darum so breit wie möglich angelegt sein, insbesondere im Schul-, Weiterbildungs- oder im Freizeitbereich. Bereits HIV-Infizierte und AIDS-Kranke bräuchten zudem kompetente Anlaufstellen insbesondere zu Fragen der Therapie. Langfristig sei eine gute Präventionsarbeit auch deutlich günstiger für die öffentlichen Kassen. "Heute bei der Beratung sparen, heißt morgen deutlich mehr für die Therapie ausgeben. Vorbeugen ist nicht nur menschlicher, sondern auch billiger als Heilen", sagte der Chef der LSU Ost.