Die Delitzscher LesBiSchwule Filmnacht geht in die zweite Runde! Nach einer erfolgversprechenden ersten Veranstaltung im Januar, macht die AG queer der PDS weiter. Und es sind wieder alle lesbischen, schwulen, queeren und toleranten Menschen eingeladen, eigene Horizonte zu erweitern und einfach Spaß zu haben. Was gezeigt wird, können alle mitentscheiden. Zur Auswahl stehen: "Ein Käfig voller Narren", "Coming Out" oder "Southern Comfort". Die zweite LesBiSchwule Filmnacht in Delitzsch findet am 14. Mai (Mittwoch) um 20 Uhr in "Friedrichs Hütte" (Eilenburger Str. 35) statt.

"Ein Käfig voller Narren"

Ein Klassiker, den man einfach gesehen haben muß: Renatos Sohn, ein "Fehltritt" aus vergangenen Tagen, möchte seinen Schwiegereltern seine eigenen "Eltern" vorstellen. Dummerweise sind das aber das schwule Nachtclub-besitzende Pärchen Renato & Albin. Und dummerweise sind die Schwiegereltern erzkonservativ... Was tun? Verkleidung ist angesagt: Eine Tunte als Mann verkleiden. Das ist der Auftakt zu einem bunt schillernden Spektakel voller Chaos und Wortwitz. Michel Serrault und Ugo Tognazzi spielen ihre ausgefallenen Rollen mit hinreißender Komik; nicht Homosexualität und Transvestitentum werden der Lächerlichkeit preisgegeben, sondern die Moralapostel.

"Coming Out"

Noch in der DDR entstanden erzählt Heiner Carow die Geschichte eines Lehrers (Matthias Freihof), der erst sehr spät erkennt, daß seine Gefühle für einen Jungen (Dirk Kummer) homosexueller Natur sind. Wunderbarer Film, ziemlich problembeladen ohne künstlich oder übertrieben zu wirken, 1989 in der DDR gedreht... Sehr empfehlenswert!

"Southern Comfort"

Robert Eads, ein freundlicher und umgänglicher Cowboy, wurde als Mädchen geboren. Als Mann und Farmer lebt er seit vielen Jahren in Georgia auf dem Lande. Ein echter Kerl und stolz darauf, so kommt er rüber mit seiner Pfeife in der Hand, dem kräftigen Vollbart und seinem scharfen Verstand und Humor. Doch obwohl sein Heim inmitten der von Heuballen idyllisch gepunkteten Hügellandschaft liegt, ist Robert einer feindselig gestimmten Umwelt ausgesetzt. Als Krebsgeschwüre an Roberts Eierstöcken diagnostiziert werden, verweigern ihm über 20 Ärzte die Behandlung des Ovalialkarzinoms, da alle sich fürchten, in dem repressiven Klima ihren Ruf zu verlieren. Der Film begleitet den Frau-zu-Mann Transsexuellen Robert in seinem letzten Lebensjahr und setzt ein, als Robert im Frühling John kennen lernt, und mit der/dem ihn schon bald eine tiefe Liebe verbindet. In 'Southern Comfort' zeigen sich die Übergänge von Mann zu Frau und von Frau zu Mann als vielfältig und fließend wie die Natur und das Leben selbst. 'Southern Comfort' ist letztendlich ein Plädoyer für das Werden und die Verwandlung, für Liebe und Menschlichkeit.

LesBiSchwule Filmnacht in Delitzsch 2