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television tip:

Sa., 03.05., 22.25 Uhr, arte
Sa., 10.05., 1.00 Uhr, arte
Do., 15.05., 17.20 Uhr, arte
Spielfilm
Der Einstein des Sex
(D 1999, R.: Rosa von Praunheim, D.: Ben Becker, Otto Sander, Kai Schuhmann, u.a.) Filmisches Denkmal für Magnus Hirschfeld: 1888 beginnt Magnus Hirschfeld, Sohn eines jüdischen Arztes, sein Medizinstudium. Homosexualität gilt der Wissenschaft zu dieser Zeit als krankhaft und pervers. Hirschfeld gründet das "Wissenschaftlich-Humanitäre Komitee", das für die Legalisierung der Homosexualität eintritt. Unterstützt wird er von seinem heimlichen Geliebten, Baron Hermann von Teschenberg. In der Weimarer Republik kann er endlich seinen Lebenstraum verwirklichen und gründet das "Institut für Sexualwissenschaft". Eine packende Lebensgeschichte und eine Hommage an den "Vater der Schwulenbewegung", von Rosa von Praunheim ("Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt"). Kein exzentrischer Praunheim-Film, sondern ein Denkmal, basierend auf den wenigen überlieferten Fakten aus dem Leben Hirschfelds und bemüht um größtmögliche historische Genauigkeit.

Mi., 07.05., 20.05 Uhr, VIVA
Magazin
Chartsurfer D
Phänomen "t.A.T.u.": Wochenlang beherrschten die Mädels aus Rußland die deutschen Charts. Mit "All The Things She Said" kamen Yulia und Lena alias t.A.T.u. auf Platz 1. Das Geheimnis ihres Erfolges: ein tanzbarer, eingängiger Song und die gut vermarktete Geschichte ihrer angeblichen lesbischen Liebe, inklusive Küssen mit regennassen Blusen fürs Video. In Rußland lösten die beiden nicht nur einen lesbischen Hype, sondern auch eine reaktionäre Gegenbewegung aus.

Fr., 09.05., 22.15 Uhr, Sat1
So., 11.05., 9.30 Uhr, Sat1
weitere Folge: Fr., 16.05., 22.15 Uhr, Sat1: "Der Samenspender"
Serie
Bewegte Männer: Die Erbtante
(D 2002, R.: Michael Zens, D.: Michael Härle, Oliver Muth, u.a) Serie, frei nach "Der bewegte Mann": Völlig überraschend taucht eine Tante Norberts auf, um einen Erben für ihr Vermögen zu finden. Da die alte Tante stockkonservativ ist, muß ihr glaubhaft versichert werden, daß Axel - und nicht Norbert - der Schwule in der WG ist. Kompliziert wird es, als Doro als Norberts schwangere Verlobte in der WG auftaucht. 1994 feierte der Kinofilm "Der bewegte Mann" Erfolge. Die Story um Axel, Norbert, Waltraud und Doro wurde für "Bewegte Männer" geändert und weitergesponnen: Doro wurde nicht schwanger und Axel lebt nicht nur ein paar Tage bei seinem schwulen Kumpel Norbert. Dieser liebt insgeheim den heterosexuellen Axel.

Sa., 10.05., 15.00 Uhr, Sat1
Sa., 10.05., 1.50 Uhr, Sat1
Serie
Strong Medicine - Zwei Ärztinnen wie Feuer und Eis
Erzeuger dringend gesucht! (Misconceptions) (USA 2000/2001, R.: Rick Wallace, D.: Janine Turner, Rosa Blasi, Ian Barford, Peter Mackenzie, Tegan West u.a.) Dr. Dana Stowe wird als Spezialistin für künstliche Befruchtung im Rahmen einer Fernsehsendung interviewt und dabei von der Moderatorin heimlich wegen ihres Kinderwunsches um Hilfe gebeten. Es stellt sich heraus, daß sie lesbisch ist und einen Freund als Samenspender gewinnen will... Als Whoopi Goldberg auf einem Krankenhausflur auf die Geburt ihres Enkelkindes wartete, unterhielt sie sich mit den ÄrztInnen und Schwestern und war beeindruckt von deren Hingabe an ihre Arbeit, ihren Kenntnissen und Erfahrungen. So entstand die Idee zu dieser Krankenhaus-Serie um Dr. Lu Delgado und Dr. Dana Stowe.

Fr., 16.05., 16.00 Uhr, ARD
Dokumentation
höchstpersönlich: Tim Fischer
Er ist 29 Jahre und einer der größten Chanson-Stars Deutschlands: Tim Fischer, geboren in Delmenhorst, trat schon mit 14 Jahren in Tanzcafés und kleinen Clubs auf. Heute singt er in den USA und Ägypten ebenso wie in Frankreich oder den Arabischen Emiraten. Das Publikum ist hingerissen von der aussagekräftigen Stimme, der Schönheit des androgynen Sängers und seinem Charme. Als 16-Jähriger landete Tim Fischer auf der Reeperbahn, verdingte sich als Stricher und war drogenabhängig. In der Provinz galt seine Homosexualität als Schande. Der Wendepunkt: sein erster Auftritt auf einer Theaterbühne in Hamburg. Inzwischen ist der Autodidakt als Sänger, Schauspieler und Kabarettist äußerst erfolgreich. Tim Fischer teilt sich mit seiner Managerin eine Wohnung in Berlin, wenn er nicht gerade auf Tournee ist. Das Radio-Bremen-Team zeigt Fischer bei seinen Auftritten, Zuhause, bei seiner Kostümbildnerin, begleitet ihn in seine Lieblingsbar in Berlin, läßt FreundInnen, seine Familie sowie Alfred Biolek und Udo Lindenberg zu Wort kommen. Er spricht über seine Kindheit, die Zeit als Stricher, Lebenskrisen, Erfolg und seine Lebensphilosophie.

Fr., 16.05., 1.05 Uhr, ZDF
Spielfilm
Brille mit Goldrand
(Gli occhiali d'oro, I/F 1986, R.: Giuliano Montaldo, D.: Philippe Noiret, Rupert Everett, Valeria Golino u.a.) Ferrara 1938, die Zeit des aufkommenden Faschismus in Italien. Der Arzt Athos Fadigati (Philippe Noiret) und der Student David Lattes (Rupert Everett) finden sich plötzlich am Rande der Gesellschaft wieder. David stößt auf Ablehnung, weil er Jude ist, und der Doktor, weil er schwul ist. Fadigatis Leben gerät aus den Fugen, als er sich in den jungen Studenten Eraldo verliebt. Für seine offen gelebte Affäre zahlt der ehemals geachtete Doktor einen hohen Preis. Er verliert seine PatientInnen und muß erkennen, daß Eraldo ihn nur ausgenutzt hat. Sein einziger Freund ist David, der sich ebenfalls in einer Krise befindet. Der Antisemitismus bedroht seine Existenz und zerstört seine Liebe zu Nora, die sich aus Angst vor Verfolgung von ihm getrennt hat... - Der auf der gleichnamigen Erzählung von Giorgio Bassani basierende Film ist eine eindrucksvolle Auseinandersetzung mit den Ursachen und Konsequenzen des politischen Opportunismus. Für den sensiblen Umgang mit den Themen Homosexualität und Antisemitismus wurde "Brille mit Goldrand" 1987 bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet.

Do., 22.05., 20.15 Uhr, 3sat
Spielfilm
Besser als Schokolade
(Better than Chocolate, Kan 1999, R.: Anne Wheeler, D.: Wendy Crewson, Karyn Dwyer, Christina Cox) Die 19-jährige Maggie hat gerade ihr Studium geschmissen und jobbt im schwul-lesbischen Buchladen. Sie verliebt sich in die Malerin Kim, und einer glücklichen Beziehung steht eigentlich nichts im Wege – außer der Tatsache, daß Maggies Mutter zu Besuch kommt und nichts vom Lesbischsein ihrer Tochter ahnt. Um dieses Problem kreist denn auch die Handlung: In einer kurzfristig übernommenen Wohnung stellt Maggie ihrer Mutter Kim als ihre Untermieterin vor. Beim Anblick der Dildo-Sammlung ihrer Tochter jedoch ahnt die Mutter, was Sache ist. - Spielfilm der Kanadierin Anne Wheeler mit viel Situationskomik und einem Schuß Erotik. Unterhaltsamer Feelgood-Movie, der für die Akzeptanz verschiedener Lebensformen wirbt.

Fr., 23.05., 23.35 Uhr, MDR
Kriminalfilm
Kommissar Beck: Die Todesfalle
(Beck/Moneyman, Schweden 1997, R.: Harald Hamrell, D.: Peter Haber, Mikael Persbrandt, Stina Rautelin, Per Morberg, Jan Nyman, Lennart Hjulström) Kommissar Becks Kollege Nordmark wird erschossen auf einer Parkbank gefunden. Aus einem Abschiedsbrief an einen Stricher erfährt Beck, daß der Tote unter seiner geheim gehaltenen Homosexualität gelitten hat. Es fällt auf, daß Nordmark regelmäßig Daten aus dem Polizeicomputer abgefragt hat, die mit seinen Fällen nichts zu tun hatten. Der mißtrauisch gewordene Beck findet heraus, daß der Abschiedsbrief des Toten gefälscht, Nordmark ermordet wurde. Der Schwule war erpreßt worden, um bei der Polizei als Maulwurf zu arbeiten. Ausgerechnet den Großkriminellen Gavling, gegen den die Polizei seit Jahren erfolglos ermittelt, hatte er mit Informationen versorgt. - Nach dem Buch von Maj Sjöwall und Per Wahlöö.

Fr., 30.05., 1.05 Uhr, ARD
Spielfilm
Verraten
(Betrayed, USA 1987, R.: Constantin Costa-Gavras, D.: Debra Winger, Tom Berenger u.a.) Nach dem Mord an einem jüdischen Radiomoderator in Chicago bekommt die junge FBI-Agentin Cathy Weaver ihren ersten Geheimauftrag. Als Erntehelferin getarnt, soll sie sich an den Farmer Gary Simmons heranmachen, der der Hauptverdächtige ist. Simmons, ein junger Witwer mit zwei Kindern, wirkt auf Cathy sehr sympathisch. Sie gerät in seinen Bann, zumal sie ihm den Mord nicht zutraut. Auch Simmons verliebt sich in sie, und da er ihr vertraut, zeigt er ihr bald, wie haßerfüllt er als Anführer rechtsradikaler RassistInnen alle verfolgt, die für sie "Schädlinge" sind: Schwule, Juden, Schwarze. Zutiefst verstört will Cathy von der Farm verschwinden, doch ihr kaltschnäuziger Vorgesetzter zwingt sie, zu bleiben, um mehr Informationen über die rechtsradikalen Gewalttäter zu bekommen... - Der in Paris lebende griechische Regisseur Costa-Gavras, seit "Z" Inbegriff des politischen Filmemachers, ging von einem tatsächlichen Fall aus, der Ermordung des Radiomoderators Alan Berg 1984 in Denver. Costa-Gavras zeigt eindrucksvoll und beklemmend, wie der Glaube an Ideale in nackten Terror umschlägt.

Ingrid Scheffer

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