Frau und Mann und mehr Geschlechter

Nach der großen Resonanz im November vergangenen Jahres mit mehr als sechzig TeilnehmerInnen in Dresden, wird am 10. Mai in Leipzig eine Fortsetzungsveranstaltung zum Thema Intersexualität stattfinden. Dabei werden neben der Diskussion über "Geschlechtergrenzen" vor allem auch Gefühls- und Glaubensfragen eine Rolle spielen. Eingeleitet wird die Veranstaltung mit dem Dokumentarfilm "Das verordnete Geschlecht" von Oliver Tolmein und Bertram Rotermund (Regie). Als Diskussionspartnerin wird Elisabeth Müller, Kirchenmusikerin aus Hamburg, XY-Frau und eine der HauptdarstellerInnen des Films hauptsächlich ihre Gefühle beschreiben, wie es ist, als geschlechtsuneindeutiger Mensch in einer Welt zu leben, welche nur zwei Geschlechter mit klar definierten körperlichen Merkmalen kennt.

Ausgehend von ihrer beruflichen Praxis wird dann der Frage nachgegangen, warum Menschen vor dem Standesamt zu Mann und Frau erklärt werden. Wird dadurch Zweigeschlechtlichkeit nicht erst hergestellt? Zwei ebenfalls eingeladene feministische Theologinnen wollen der "Glaubensfrage" auch erkenntnistheoretisch nachgehen: Woher wissen wir, daß Gott den Menschen als Mann und Frau schuf? Welche historischen Machtverhältnisse, welcher Erkenntnisstand spiegelt sich in den Aufzeichnungen der Bibel wider? Welche Folge hat das für den eigenen Glauben, insbesondere für Menschen, die sozial und/oder biologisch nicht in dieses Raster passen? Können wir uns eine Welt vorstellen, die nicht vom binären Denken, von der Einteilung in Subjekt und Objekt, gut und böse, schwarz und weiß, oben und unten beherrscht ist?

Eine Veranstaltung der AG queer bei der PDS Sachsen in Kooperation mit dem Referat für Gleichstellungs- und Lebensweisenpolitik des StuRa der Universität Leipzig, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V., dem linXXnet und der AG Religion und Weltanschauung.

"Das verordnete Geschlecht II"
Samstag, 10.05.2003, 16 Uhr
Universität Leipzig, Ziegenledersaal
(im Hauptgebäude, Augustusplatz)

Das verordnete Geschlecht II